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Talend-Untersuchung

DSGVO wird noch nicht eingehalten

| Autor: Heidemarie Schuster

Die DSGVO stellt für Unternehmen offenbar eine größere Herausfoderung dar als bisher angenommen.
Die DSGVO stellt für Unternehmen offenbar eine größere Herausfoderung dar als bisher angenommen. (Bild: Pixabay)

Eine Studie von Talend zeigt auf, dass meisten Unternehmen die DSGVO offenbar nicht einhalten können. Besonders der Handel hinkt beim Beantworten von DSGVO-Anfragen hinterher. Zwar sind die Finanzdienstleister am erfolgreichsten, über die 50 Prozenthürde schaffen sie aber auch nicht.

Etwa 70 Prozent von 103 befragten global agierenden Unternehmen gelingt es laut einer Talend-Umfrage offenbar nicht, DSGVO-Anfragen innerhalb der festgelegten Frist von einem Monat zu bearbeiten.

Die Ergebnisse basieren auf Anträgen auf Übermittlung personenbezogener Daten, die an europäische oder in Europa tätige Unternehmen aus den Bereichen Handel, Medien, Technologie, öffentlichem Sektor, Finanzen und Reisen gestellt wurden. Zwischen dem 1. Juni und dem 3. September 2018 bewertete Talend die Antworten auf Anträge nach Artikel 15 („Auskunftsrecht der betroffenen Person“) und Artikel 20 („Recht auf Datenübertragbarkeit“). Dabei wurden Bereiche wie die Implementierung der DSGVO-Anforderungen in den jeweiligen Datenschutzrichtlinien, aber auch Schnelligkeit und Vollständigkeit der Antworten bewertet.

„Die DSGVO erfordert eine Übersicht zu Unternehmensdaten und deren Verwaltungsprozessen“, sagt Penny Jones, Research Director bei 451 Research. „Jüngste Untersuchungen, darunter die von Talend und weitere Berichte von 451 Research, haben ergeben, dass Unternehmen zwar die Relevanz der DSGVO verstehen, aber viele Organisationen die Bedeutung ihrer Datenbestände weder in Bezug auf die Technologien oder Prozesse, die sie implementiert haben, erkennen. Infolgedessen bleiben viele Unternehmen hinter ihren DSGVO-Verpflichtungen zurück. Es fehlen ihnen geeignete Methoden für die Speicherung, die Organisation oder den Abruf von Daten, um die DSGVO-Anforderungen erfüllen zu können.“

Nur 35 Prozent der befragten Unternehmen aus Europa konnten die Daten fristgerecht bereitstellen. Dazu gehören Unternehmen mit Sitz in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Schweden und Italien. Bei den außereuropäischen Unternehmen lag der Compliance-Wert mit 50 Prozent etwas höher. Dies deutet laut Talend darauf hin, dass außereuropäische Unternehmen bei der DSGVO-Umsetzung einen proaktiveren Ansatz verfolgen.

Sorgenkind Handel

76 Prozent der befragten Handelsunternehmen haben gar nicht auf DGSVO-Anfragen reagiert. Finanzdienstleister erzielten zwar den besten Wert, erreichten aber auch nur eine Erfolgsquote von 50 Prozent. Offenbar stellt die DSGVO für viele Unternehmen eine größere Herausforderung dar, wenn diese ursprünglich mit einem Offline-Geschäftsmodell arbeiteten oder veraltete Systeme einsetzen, so Talend.

Die Mehrheit der DSGVO-konform agierenden Unternehmen (65 Prozent) benötigte mehr als zehn Tage, um zu antworten. Die durchschnittliche Gesamtreaktionszeit lag bei 21 Tagen. Von den fristgerecht antwortenden Unternehmen, dies waren 21 Prozent, reagierten vor allem Anbieter von Streaming-Diensten und Mobile Banking sowie Technologieunternehmen innerhalb eines Tages. Dies deutet Talend zufolge darauf hin, dass digitale Dienstleistungsunternehmen deutlich flexibler sind, wenn es um die Einhaltung der DSGVO geht.

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