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Jeder Zweite weiß nicht, was die Regelungen für ihn bedeuten

DSGVO stört Surf-Erlebnis im Web

| Autor: Sarah Gandorfer

Die Hälfte der Befragten bestätigt Cookie-Hinweise, ohne sie zu lesen.
Die Hälfte der Befragten bestätigt Cookie-Hinweise, ohne sie zu lesen. (Bild: Pixabay / CC0)

Seit fast einem Monat gilt die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Ein Großteil der Deutschen empfindet den Schutz der personenbezogenen Daten als kompliziert und unverständlich.

Die Marktforschung von IP Deutschland befragte im Auftrag der European netID Foundation rund drei Wochen nach in Kraft treten der DSGVO 1.081 Deutsche im Alter von 16 bis 59 Jahren zu ihrer Meinung als Internetnutzer bezüglich der Gesetzgebung. Immerhin hatte die überwiegende Mehrheit (87 %) von den neuen EU-weiten Regelungen zum Schutz personenbezogener Daten gehört. Jeder Zweite weiß aber nicht, was sie im Einzelnen für ihn bedeuten. Nur 17 Prozent sind der Meinung, dass ihre Daten jetzt besser geschützt werden.

Eigentlich sollte mit dem neuen Gesetz für den User das Verwenden der Daten durch Unternehmen, Selbstständige, Behörden und Vereine transparenter gestaltet werden. Diese Informationen bewerten 65 Prozent der Befragten jedoch als zu umfangreich, kompliziert und unverständlich.

Cookies löschen

So informieren beispielsweise seit dem Start der DSGVO viele Internet-Seiten verstärkt über die Verwendung von Cookies. Die kleinen Textdateien, die auf dem lokalen Rechner der Nutzer gespeichert werden, dienen beispielsweise zur Personalisierung von Inhalten und Werbung sowie zur optimierten Darstellung von Shop-Angeboten. Jeder Zweite bestätigt diese Cookie-Hinweise einfach mit „Okay“, ohne die Erläuterung zu lesen. Im Gegenzug löschen fast genauso viele Nutzer die Cookies mindestens einmal wöchentlich.

„Das Inkrafttreten der DSGVO hat dazu geführt, dass das Internet mit Cookie-Hinweisen geflutet wurde. Viele Nutzer reagieren einfach mit Bestätigen. Das Problem ist nun, dass viele ihre Cookies automatisch oder manuell löschen und damit auch die Cookie-Zustimmungen zurücksetzen. Dabei bleibt das Surf-Erlebnis auf der Strecke. Denn bei jedem erneuten Besuch einer Seite müssen die Cookies wieder und wieder bestätigt werden“, sagt Jan Oetjen, Vorsitzender des Stiftungsrats der European netID Foundation.

Wunsch nach Einheitlichkeit

Dabei ist die Mehrheit der Befragten (61 %) der Ansicht, dass Unternehmen zukünftig ebenso viele Daten sammeln werden wie bisher, dies aber transparenter darstellen werden. Auch die US-Konzerne haben ihre Datenschutzhinweise an das neue EU-Recht angepasst.

Konkret nach den Auswirkungen der DSGVO auf die amerikanischen Internet-Unternehmen befragt, erwarten 58 Prozent keine Konsequenzen. Fast jeder Fünfte (19 %) glaubt, dass sie ihre Macht weiter vergrößern werden. 17 Prozent vermuten, dass sie Nutzer verlieren werden.

Nach ihren Wünschen an die Unternehmen und die DSGVO befragt, nennen 63 Prozent mehr Transparenz, welche Daten erhoben werden. 45 Prozent wünschen sich einheitliche Lösungen, die ihre persönlichen Einwilligungen auf allen Webseiten speichern und anwenden. „Die Wünsche der Befragten machen deutlich, dass die Betreiber von Webseiten den Nutzern noch besser erklären müssen, wofür sie ihre persönlichen Daten benötigen. Aus Nutzersicht ist eine einfach bedienbare und übersichtliche Verwaltung seiner Einwilligungen zur Datenerhebung nach einem einheitlichen Standard wünschenswert. Dies würde seine Datensouveränität stärken und gleichzeitig das Surf-Erlebnis verbessern“, findet Oetjen.

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