Aktueller Channel Fokus:

Storage&DataManagement

Balanceakt: Datenschutz versus Kundendaten-Analyse

DSGVO: Datenschutz-Richtlinie birgt Sprengstoff

| Autor: Katrin Hofmann

Ob sich die Warnungen mancher Analysten und Berater bewahrheiten, bleibt abzuwarten.
Ob sich die Warnungen mancher Analysten und Berater bewahrheiten, bleibt abzuwarten. (Bild: Pixabay)

Die Konsumgüter-Industrie will am liebsten den gläsernen Kunden. Beim Umgang mit den Daten schießt sie einer Studie zufolge jedoch übers Ziel hinaus. Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) könnte deshalb für die Firmen – sofern sie nicht reagieren – durchaus schmerzhafte Bußgelder nach sich ziehen. Davor zumindest warnen die Berater von Capgemini.

„Unternehmen der Konsumgüterindustrie fallen in Sachen Datenschutz durch.“ So lautet das Resümee der Berater von Capgemini mit Blick auf eine Umfrage unter 300 Führungskräften aus 86 globalen Konzernen.

Dieser zufolge wurden in den vergangenen Jahren zwar viele Projekte für das Sammeln und Auswerten personenbezogener Daten gestartet. 80 Prozent der Studienteilnehmer räumen den Datenanalysen höchste Priorität ein, denn sie versprechen sich davon ein besseres Kundenverständnis und passende Stellschrauben, um ihre Angebote besser an den Bedürfnissen ausrichten zu können. Allerdings sei der Großteil der Projekte beim Thema Datensicherheit „gescheitert“. 46 Prozent der Konsumgüter-Konzerne können demnach keine „ausreichend klaren und gültigen Richtlinien zum Schutz personenbezogener Daten“ vorweisen. Über 90 Prozent erlebten in der Vergangenheit mindestens einen Sicherheitsvorfall, der Kundendaten betraf.

Bald ist sie umzusetzen: Die DSGVO

Vor diesem Hintergrund weisen die Berater von Capgemini darauf hin, dass die EU-Datenschutz-Grundverordnung bald weitere Regularien mit sich bringt, die Beachtung finden sollten. Ralph Becker, Leiter der Konsumgüter- und Handelssektorberatung bei Capgemini Consulting: „Auch wenn sie erst für 2018 angesetzt ist, werden ihre Auswirkungen für viele Firmen schneller kommen als erwartet.“ Beim Balanceakt zwischen Datenschutz-Anforderungen und Auswertung der Informationen würden heute viele Risiken übersehen oder ignoriert. „Dies sollte nun ein Ende finden. Unternehmen dürfen nicht weiter die Augen verschließen, wenn sie Imageschäden und schmerzhafte Sanktionen vermeiden wollen“, warnt Becker.

Die DSGVO sieht bei Verstößen Strafen im Bereich von bis zu vier Prozent des jährlichen Gesamtumsatzes eines Unternehmens, mindestens aber 20 Millionen Euro, vor. Capgemini erwartet eine „globale Stoßwirkung“ der EU-Regularien. Denn das Gesetz gilt für alle Unternehmen, die Daten aus der Europäischen Union besitzen.

Fiktive aktuelle Bußgeld-Summe: 323 Milliarden Dollar

Wäre die DSGVO bereits in Kraft und würde das höchste Strafmaß angesetzt, kämen die Unternehmen bei Verstößen weltweit bereits auf eine Gesamt-Strafsumme von 323 Milliarden Dollar, hat Capgemini im Rahmen der Studie „Consumer Insights: Finding and Guarding the Treasure Trove“ berechnet.

Geschätzter Wertverlust: 3,5 Prozent

Ausgehend vom heutigen Datenschutzstand der Unternehmen, drohe der Konsumgüterbranche durch das Verfehlen der DSGVO-Richtlinien ein Verlust von über 3,5 Prozent ihres Gesamtwertes von neun Billionen Dollar. Europäische Firmen wären der Schätzung zufolge mit Strafzahlungen von rund 151 Milliarden Dollar betroffen.

Das Wichtigste zur EU-Datenschutz-Grundverordnung

DS-GVO kommt Ende 2017

Das Wichtigste zur EU-Datenschutz-Grundverordnung

23.02.16 - Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) ist seit Dezember eine beschlossene Sache und soll ab Ende 2017 eine einheitliche Regelung schaffen, um die EU für das digitale Zeitalter zu rüsten. lesen

Katrin Hofmann
Über den Autor

Katrin Hofmann

Editor

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44167470 / Markt & Trends)