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„Services transportabel halten“ DSAG begrüßt SAP-Microsoft-Kooperation, sieht aber Risiken

Autor: Dr. Stefan Riedl

Microsoft und SAP werden enger in Sachen Cloud zusammenarbeiten. Gemeinsam wollen sie ihre Kunden damit bei den Herausforderungen der digitalen Transformation abholen. Aus der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) wird das positiv kommentiert, wenngleich die SAP-Anwender auch Risiken ausloten.

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SAP und Microsoft kooperieren und die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) findet das gut.
SAP und Microsoft kooperieren und die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) findet das gut.
(Bild: graphit - stock.adobe.com)

Kunden sollen künftig SAPs Unternehmens-Cloud Hana auf Microsofts Plattform Azure vollständig integriert in einer sicheren Umgebung nutzen können. Die Anbieter wollen beispielsweise die Cloud-Produkte des jeweiligen Partners in die eigenen Systeme integrieren und auch selbst nutzen. Auch werden eine gemeinsame Produktentwicklung und ein einheitliches Dienstleistungsangebot vorangetrieben.

Kommentar des DSAG

Jean-Claude Flury, Vorstand Business Networks Integration der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e.V., begrüßt die Zusammenarbeit der Software-Größen: „Aus technischer Sicht ist die Kooperation von SAP und Microsoft für die Kunden sicherlich von Vorteil. Hier schließen sich zwei große Anbieter von substanziellen Anything-as-a-Service-Plattformen (Xaas) zusammen, was unseren DSAG-Mitgliedsunternehmen mehr Freiheit gibt. Sie erhalten dadurch Alternativen zu SAP oder Amazon Web Services – und zwar echte Alternativen, bei denen man leicht von einem Anbieter zu einem anderen wechseln kann, solange der Service standardisiert ist.“

Abhängigkeiten können zum Risiko werden

SAP verlässt sich im Cloud-Infrastruktur-Bereich immer stärker auf Dritte, stellt die DSAG darüber hinaus fest. Darauf sollten sich die Kunden einstellen. Das könne einerseits von Vorteil sein. „Andererseits entstehen dadurch auch Abhängigkeiten von einem weiteren Anbieter und die Kunden sind darauf angewiesen, dass die Kooperation Bestand hat. Schließlich sind sie diejenigen, die leiden, wenn es Probleme in der Partnerschaft gibt.“

Der Rat an DSAG-Mitglieder

Offiziell rät die DSAG ihren Mitgliedsunternehmen, dass sie Services transportabel halten. Das bedeutet auch vorsichtig zu sein, wenn „Spezialitäten“ eines Anbieters genutzt werden, die von anderen nicht angeboten werden und deswegen schwer durch Alternativen abdeckbar sind. Grundsätzlich stellen sich laut DSAG bei solchen Szenarien die gleichen Fragen wie bei jedem Einsatz von Cloud-Lösungen:

  • Welche Szenarien eignen sich für den Einsatz?
  • Wo liegen die Daten?
  • Wer ist für die Fehlerbehebung verantwortlich?

Letzteres spielt insbesondere bei der Verfügbarkeit oder schwer einzugrenzenden Problemen in der Funktionalität eine Rolle. Daher sollten Anwender auf jeden Fall konkrete Vereinbarungen aushandeln und vorab auch alle Lizenzfragen klären.

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Dr. Stefan Riedl

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Leitender Redakteur