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Samsung Printer – Europäisches Partnertreffen Drucker für die dritte Plattform

Autor: Klaus Länger

Mobiles Drucken, Cloud- und Remote-Services waren die zentralen Themen auf dem europäischen Partnertreffen von Samsungs Printing-Division in Budapest. Zudem haben die Koreaner ein neues Managed-Print-Service-Programm für den SMB-Sektor angekündigt.

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Paul Birkett, Europa-Chef für Sales und Marketing bei Samsungs Druckersparte, präsentierte in Budapest das Print+MPS-Programm.
Paul Birkett, Europa-Chef für Sales und Marketing bei Samsungs Druckersparte, präsentierte in Budapest das Print+MPS-Programm.
(Bild: Bild: Vogel IT)

Laut IDC befindet sich die IT-Branche schon seit einiger Zeit in einem fundamentalen Wandel, in der Mobilität, die Cloud, Big Data und Social Business die bestimmenden Faktoren sind. Die IDC bezeichnet dieses Stadium der IT-Entwicklung als „dritte Plattform”. Die erste Plattform wurde nach IDC-Lesart aus Mainframes und Terminals gebildet, während die zweite Domäne von Servern und Client-PCs ist. Mick Heys, IDC-Chefanalyst für Drucker und Digital Imaging in Europa, verkündete auf dem europäischen Partnertreffen von Samsungs Printer-Division am 8. Juni 2016, dass dieses Jahr erstmals mehr Geld in diese dritte Plattform investiert wird, als in die zweite.

Diese Nachricht ist natürlich Musik in den Ohren von Dr. KiHo Kim, Executive Vice President von Samsung Printing Solutions, denn der Samsung Connected Workplace mit neuen Funktionen für Mobile Printing, Cloud-Lösungen und Remote-Funktionen für den Service stand im Zentrum der Veranstaltung in Budapest.

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Mobile-Printing: Die nächste Stufe

Samsung nutzt Android nicht nur für Smartphones und Tablets – hier sind die Koreaner die Marktführer – ,sondern auch für das Userinterface der Top-Modelle unter den eigenen MFPs. Schließlich läuft auf den 10-Zoll-Touchscreens das mobile Betriebssystem und die Geräte können als mit MFPs verbundene Android-Tablets angesehen werden. Allerdings läuft auf dem Smart-UX-Center eine spezielle Android-Version ohne Zugriff auf den Google-Store. Ausgestattet sind sie dafür mit speziellen Apps für die Samsung-Printer. Für deren Entwicklung gibt es ein eigenes SDK, das auch die Entwicklung von Drittanbieter-Apps erleichtert, die über ein eigenes App-Center verteilt werden. Ganz neu ist die Kompatibilität des Entwickler-Kits mit Mobilgeräten. So können etliche Funktionen der MFPs mit Smart UX nun auch über Smartphone aufgerufen werden, statt über den eingebauten Touchscreen. Davon profitieren nicht nur Endanwender, sondern in Zukunft auch Servicetechniker, die sich so Wege sparen können.

Remote-Fax ohne Server

Fax ist zwar als Kommunikationsweg auf dem Rückzug, aber für etliche Branchen immer noch unverzichtbar. Samsung führt für Smart-UX-MFPs mit Remote-Fax eine neue Funktion ein, die es anderen Samsung MFPs mit Fax-Funktion erlaubt, diese Geräte zum Senden und Empfangen zu nutzen. Firmen kommen so mit weniger Telefonanschlüssen aus. Zudem ist auch Remote-Fax via App möglich. Sie ist die erste kostenpflichtige App für Samsung-Drucker. Das Unternehmen sieht in Bezahl-Apps eine zusätzliche Verdienstmöglichkeit für Händler und Systemhäuser.

Partnerschaft mit PrinterOn

Für Mobile- und Cloud-Printing setzt Samsung auf die Lösungen von PrinterOn. Der kanadische Softwarehersteller wurde 2014 von Samsung übernommen.

Mit PrinterOn ausgestattete Drucker oder MFPs verfügen über eine eigene E-Mail-Adresse, über die Dokumente von jedem E-Mail-fähigen Endgerät aus gedruckt werden können. Der Ausdruck startet erst nach Eingabe eines PIN-Codes, den der Anwender automatisch per E-Mail erhält. Alternativ kann auf kompatiblen Smartphones und Tablets mit Android, iOS oder Windows auch die PrinterOn-App genutzt werden. Daneben gibt es einen Windows-Treiber und eine Web-Upload-Möglichkeit. Die Firma hat für öffentlich nutzbare Drucker auch diverse Pay-for-Print-Lösungen implementiert.

Samsung bietet PrinterOn in drei Varianten an: Als Enterprise Edition für Unternehmen mit hohem Druckvolumen und mehreren Netzwerken. Sie basiert auf einer Private Cloud und kann Active Directory oder LDAP für die Authentifizierung nutzen.

Die einfach zu konfigurierende Express Edition ist für Endkunden mit geringerem Druckvolumen bestimmt. Die Lösung wird On-Premise installiert, unterstützt ebenfalls Active Directory oder LDAP und kann mit diversen Print-Management-Lösungen zusammenarbeiten.

Schließlich gibt es noch die Hosted Edition für den Einsatz an öffentlichen Orten wie Hotels oder Flughäfen. PrinterOn nutzt hier die Public Cloud für den Betrieb.

Print+MPS für SMB-Kunden

Ein neues Managed-Print-Services-Angebot mit dem Namen Print+MPS soll den Markt erschüttern. Das ist jedenfalls das Ziel von Samsung. Es richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen. An die Kunden bringen sollen es Fachhändler und Systemhäuser – hier bleibt Samsung dem indirekten Modell treu. Als Distributoren kommen vorerst nur Tech Data und Also zum Zug. Ihnen traut man bei Samsung die schnelle und rechtzeitige Lieferung des Toners zu. Für die Partner bietet Samsung zwei Modelle an: Eines, bei dem Samsung selbst für den Service sorgt, das Zweite mit Service durch den Partner.

Einrichtung, Reporting und Administration laufen komplett über den Webbrowser, als Dienstleister agiert Printfleet im Hintergrund. Für den direkten Service kooperiert Samsung mit der Firma NCR.

Die nötige Software für die Datenerfassung, den Support und die Abrechnung ist in den für das Programm verfügbaren Geräte bereits vorinstalliert und muss nur noch aktiviert werden. Laut Paul Birkett, Sales und Marketing Director der European Printung Operations von Samsung, soll Print+MPS vor allem durch seine Einfachheit mit automatisierten Verfahren und die niedrigen Kosten den Markt aufwirbeln.

Wen das Programm gut anläuft, könnte es laut Birkett auch auf größere Kunden aus den Enterprise-Sektor ausgeweitet werden.

Bei Business Ink und 3D-Printing behält Samsung nach Aussage des Managers den Markt im Auge, hat aber derzeit keine konkreten Pläne. Auf die Frage, wie es denn mit einer Rückkehr in den Notebook-Markt aussehe, den Samsung ja in Europa verlassen hat, antwortet Birkett, dass das Windows-2-in-1-Tablet Galaxy Tab Pro S sehr gut laufe und man daher über weitere Schritte nachdenke. Etliche Samsung-Partner verkaufen nicht für Drucker und MFPs, sondern auch Samsung-Monitore. Und nicht wenige würden das Angebot gerne durch weitere Mobilrechner mit Windows abrunden.

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 Klaus Länger

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