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Xerox stellt 29 neue Drucker und MFPs vor Drucker als App-Plattform

Autor: Klaus Länger

Als größten Produktlaunch der Firmengeschichte hat Xerox die Vorstellung von 29 Druckern und MFPs bezeichnet. Interessant ist dabei, dass die Hardware nur eine Nebenrolle spielt.

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Nicht weniger als 29 neue Drucker und MFPs bringt Xerox auf den Markt. Im Mittelpunkt bei der Vorstellung in London standen allerdings die Apps, die auf den Geräten laufen können und durch Partner entwickelt werden.
Nicht weniger als 29 neue Drucker und MFPs bringt Xerox auf den Markt. Im Mittelpunkt bei der Vorstellung in London standen allerdings die Apps, die auf den Geräten laufen können und durch Partner entwickelt werden.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Nach der Abspaltung der Business-Process-Outsourcing-Sparte Anfang 2017, die nun unter dem Namen Conduent als eigenständiges Unternehmen agiert, besinnt sich Xerox wieder auf seine Kernkompetenzen: Druck und Dokumentenmanagement. Allerdings will die Firma ihre Geräte aus der Peripherie in das Zentrum des digitalen Arbeitsplatzes rücken: aus dem Drucker und vor allem dem MFP sollen intelligente „Workplace Assistants” werden, auf denen für die Geräte entwickelte Apps laufen. Das hat Hervé Tessler, President International Operations bei Xerox, Anfang April auf einer Veranstaltung für Presse und Analysten verkündet. Der Markt für Kopierer und große Enterprise-Drucker ist laut Tessler rückläufig. Als strategische Bereiche hat seine Firma dagegen neben Color-Production-Printing vor allem Multifunk­tionsdrucker (MFP) und Managed Print Services (MPS) ausgemacht. In den letzten beiden Bereichen will Xerox auch in den SMB-Markt vorstoßen, der bisher für das Unternehmen eine untergeordnete Rolle gespielt hat.

Zwei neue Produktlinien

Für die 29 neuen Geräte hat Xerox zwei neue Produktlinien kreiert: Versalink für kleinere Arbeitsgruppen sowie Altalink für größere Arbeitsgruppen und höhere Druckvolumina. Beiden gemeinsam ist die Unterstützung der ConnectKey-Technologie. Deren Elemente sind laut Hersteller eine intuitive Benutzeroberfläche, die Einhaltung hoher Sicherheits-Standards, Mobile- und Cloud-Unterstützung, Remote-Monitoring und nicht zuletzt die Möglichkeit, kundenindividuelle Apps auszuführen. Um das zu ermöglichen, sind nicht nur die neuen MFPs mit relativ starken Prozessoren und einem Touchscreen mit ­Gestensteuerung ausgestattet, sondern auch die Drucker. Bei denen setzen die meisten anderen Hersteller noch einfache LCD-Zeilen ein.

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Versalink und Altalink: 29 neue Drucker und MFPs

> Bisher trugen die Xerox-Drucker die Bezeichnung Phaser und die MFPs den Beinamen Workcentre. Die neuen Geräte gehen nun als Versalink und Altalink ins Rennen.

Die Versalink-Serie besteht dabei aus drei Mono-Druckern und sechs Mono-MFPs, drei davon A3-Geräte, sowie aus vier Farbdruckern und sechs Farb-MFPs. Auch von diesen sind drei A3-Geräte.

Die Altalink-Serie besteht ausschließlich aus A3-MFPs. Fünf davon mit Mono-Engine und fünf für den Farbdruck. Sie unterscheiden sich primär in der Druckgeschwindigkeit, die bis zu 90 Seiten pro Minute reicht.

Versalink-Geräte sollen im SMB-Sektor und in kleineren Arbeitsgruppen bei größeren Unternehmen eingesetzt werden. Sie sollen sich per Assistent besonders leicht einrichten und mit Fünf- oder Sieben-Zoll-Touchscreen einfach bedienen lassen. Altalink-Geräte sind für mittlere und große Arbeitsgruppen bestimmt und bieten mehr Erweiterungsoptionen. Sie verfügen auch über einen integrierten RFID-Reader. Cloud- und Mobile-Unterstützung bieten beide Serien. Der Touchscreen ist hier zehn Zoll groß.

App-Unterstützung als zentrales Merkmal

Die App-Unterstützung ist das Merkmal, das Xerox besonders hervorhebt und das die Geräte für Kunden und Reseller interessant machen soll. Die Fähigkeit Apps ausführen zu können und auch Entwicklungsumgebungen für solche Programme gibt es zwar schon seit 2015, aber nur für ­wenige Geräte und mit eingeschränktem Funktionsumfang. Die neuen Geräte können nun alle Apps ausführen. Diese kommen nicht nur von Xerox, sondern auch von externen App-Entwicklern, die in der Regel Xerox-Partner sind. Der Hersteller hat hierfür eine Community ins Leben gerufen und veranstaltet kostenlose Trainings und Workshops für zertifizierte Entwickler.

Einige der Partner programmieren spezielle Apps für ihre Kunden, andere Service-Apps für das eigene MPS-Geschäft. Zudem gibt es auch Partner, die eigene Apps an andere Partner verkaufen oder über den Xerox-Appstore gratis zur Verfügung stellen. Ein deutscher Xerox-Partner, der erfolgreich Apps entwickelt, ist der MPS-Dienstleister e-Dox aus Leipzig. Beispiele sind eine App, die Dokumente direkt in das CRM des Kunden scannt, oder eine andere für das Scannen von Büchern. Marcus Putschli, Vorstand der e-Dox, sieht in den Apps eine zusätzliche Ertragsquelle.

Mit neuen Partnern in den SMB-Sektor

Versalink und Altalink sollen für Xerox auch den Weg zu neuen Partnern ebnen, mit denen der Hersteller Kunden im SMB-Sektor erreichen will. Die bisherigen Partner kommen oft aus dem Kopierer-Business und führen ausschließlich Xerox-Produkte. Sie sollen nun durch Multibrand-Partner wie IT-Systemhäuser ergänzt werden, von denen sich Jacques Edouard Gueden, Head of Commercial Excellence & Marketing, International Operations bei Xerox, einen besseren Zugang zu SMB-Kunden verspricht.

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