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Output Management

Titelstory HP Inc.

Druck bei PCs, Printern und 3D

| Autor: Klaus Länger

Nach der Trennung von Hewlett Packard Enterprise steht für HP Inc. das Geschäft mit Client-Geräten wie Notebooks und mit Druckern im Zentrum.
Nach der Trennung von Hewlett Packard Enterprise steht für HP Inc. das Geschäft mit Client-Geräten wie Notebooks und mit Druckern im Zentrum. (Bild: HP)

Vor einem Jahr hat sich HP aufgespalten in HP Inc. als PC- und Druckerfirma sowie Hewlett Packard Enterprise. Für die erstere hat sich die Trennung als Erfolg herausgestellt. Die PC-Sparte legt gegen den Trend zu, und bei den Druckern tritt die Firma mit der Samsung-Printer-Übername, 3D-Druck und dem Start in den Kopierermarkt aufs Tempo. Davon profitiert auch der Channel.

Aus eins mach zwei: Das war das Rezept, mit dem Meg Whitman, Chefin von Hewlett Packard, einem der größten und ältesten IT-Unternehmen, ihre Firma besser für eine turbulente Zukunft aufstellen wollte. Ende 2015 war die Trennung des Unternehmens in zwei eigenständige ­Firmen vollzogen: die HP Inc. sollte das Client und das Druckergeschäft weiterführen, Hewlett Packard Enterprise bekam Server, Software und Services. Vor der Separation hatte Whitman drei Jahre lang einen konsequenten Sparkurs genommen, in dessen Zuge auch zehntausende von Stellen gestrichen wurden.

Erfolgreich nach der Trennung

Der vormalige SAP-Manager Léo Apotheker war als Vorgänger von Meg Whitman 2011 noch über eine geplante Aufspaltung von Hewlett Packard gestürzt. Allerdings wollte er den Bereich mit dem als Auslaufmodell gesehenen PC- und Drucker-Geschäft möglichst schnell abstoßen und die verbliebene Hewlett Packard viel stärker auf Unternehmenssoftware hin ausrichten. Mit der Ende 2015 vollzogenen Trennung wurde dagegen keines der beiden Unternehmen an eine andere Firma oder einen Investor verkauft, sondern die bisherigen Aktionäre hatten damit Anteile an beiden Unternehmen, die sich auf ihre jeweiligen Stärken konzentrieren sollten. Das Top-Management wurde aufgeteilt, aber Verbindungen über Positionen im jeweiligen Verwaltungsrat der anderen Hewlett-Packard-Abspaltung wurden beibehalten.

Nach der Separation war Hewlett Packard Enterprise mit Servern und Cloud-Diensten für viele Beobachter das zukunftsträchtigere Unternehmen, vor allem weil die Client-Company HP Inc. nach dem Debakel mit WebOS auch nicht mehr über Smartphones und Tablets im Portfolio verfügte. Tatsächlich hat HP die Konzentration auf das Kerngeschäft mit Client-Geräten und Druckern aber gut ­getan. Der PC-Markt schrumpft zwar insgesamt, aber HP konnte in den vergangenen Monaten laut Gartner und IDC ­höhere Marktanteile erringen. Insgesamt gibt es bei PCs, Notebooks und 2-in-1-Geräten die Tendenz, dass die großen Hersteller zulegen oder zumindest stabil bleiben und die kleineren verlieren. HP konnte sowohl im Commercial- als auch im Consumer-Bereich mehr Rechner verkaufen und damit im dritten Quartal 2016 beim weltweiten Verkauf fast auf den Marktführer Lenovo aufschließen. In Deutschland legten die US-Amerikaner gegenüber dem allerdings schwachen Vorjahr um fast 30 Prozent zu und sind damit fast gleichauf mit Lenovo. Auf dem dritten Rang liegt jeweils Dell.

Gut bestückte Modellpalette

Für das Wachstum im PC-Markt ist sicher auch die breit aufgefächerte und teilweise sehr innovative Modellpalette von HP verantwortlich. Der Hersteller hat in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von 2-in-1-Tablets und Convertibles aller Preisklassen in den Handel gebracht. Diese Windows-10-Geräte bilden die Produktgruppe mit dem derzeit höchsten Wachstum, während Tablets mit Android oder iOS stagnieren. Punkte sammeln kann HP auch mit Premium-Geräten wie dem superflachen Notebook Spectre 13, dem Convertible Spectre x360 oder dem Envy AiO 27 als schlankem High-End-All-in-One-PC mit Quadcore-Skylake-CPU und 27-Zoll-QHD-Display.

Zudem ist HP auch mutig genug, neue PC-Konzepte nicht nur auf Messen als Prototypen auszustellen, sondern tatsächlich in Serie zu produzieren. Beispiele dafür sind der Sprout mit 3D-Scanner und Projektor für einen horizontalen zweiten Screen, der modulare Mini-Business-PC Elite Slice oder der wohnzimmertaugliche Mini-Tower Pavilion Wave. Für den Modularen Elite Slice bietet HP ein Collaboration Cover an, das den kleinen Desktop-PC in ein Skype-for-Business-Telefon mit einfachem Anruf-Management und kapazitiven Sensortasten verwandelt. Mit der Omen-Baureihe hat HP zudem im lukrativen Gamer-Segment Fuß gefasst. Mit den Workstations der Z-Serie bedient HP schließlich professionelle Kunden mit Geräten unterschiedlichster Formate bis hin zum ultrakompakten Z2 Mini.

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Eine echte Garagenfirma

Das Elite x3 ist ein weiteres Beispiel für die Experimentierfreude, die HP derzeit an den Tag legt. Das in Kooperation mit Microsoft entwickelte Sech-Zoll-Phablet ist das erste 3-in-1-Gerät: Solo ist es ein leistungsfä­higes und wasserdichtes Smartphone mit Windows 10 Mobile, im Desk Dock mit Monitor, Maus und Keyboard wird es zum PC-Ersatz und im Gespann mit dem Lap Dock zum Notebook. Es arbeitet mit der Continuum-Funktion, bei der sich Windows-Universal-Apps ähnlich nutzen lassen wie unter der Desktop-Version von Windows 10. Für herkömmliche Software gibt es mit HP Workspace eine App, mit der das Smartphone auf dem Server virtualisierte Windows-Programme per VPN fernsteuern kann.

Drucker mit drittem Standbein

Mit der Pagewide-Serie hielt in diesem Jahr neben Laser und Inkjet eine dritte Drucktechnologie breiten Einzug in das HP-Portfolio aus Business-Druckern und MFPs. ­Pagewide-Geräte drucken auch mit Tinte, verwenden aber einen seitenbreiten Druckkopf mit tausenden von Düsen. Zunächst hat HP diese Technik bei Großformatdruckern und digitalen Rollendruckmaschinen eingesetzt, dann bei einzelnen Bürogeräten mit der Bezeichnung „Officejet Pro X“. Mit der Einordnung als eigene Kategorie will HP die besondere Bedeutung dieser Technologie herausstellen und sie von konventionellen Inkjet-Druckern abgrenzen, die für geringere Druckvolumina ausgelegt sind. Der Hersteller verspricht für Pagewide-Geräte die niedrigsten Gesamtbetriebskosten, die größte Energieeffizienz und die höchsten Druckgeschwindigkeiten innerhalb ihrer jeweiligen Klasse. Dr. Thomas Simon, Mitgründer und Geschäftsführer des Föhrener Systemhauses IT-Haus sieht für Pagewide vor allem Akzeptanz bei großen Kunden, die schnelle Geräte mit niedrigen Verbrauchskosten für enge Office-Umgebungen suchen.

Expansion durch Übernahme der Samsung-Drucker

Die seitenbreiten Tintenköpfe sind auch eines der Druckverfahren, die bei den neuen großen A3-Druckern zum Einsatz kommen sollen, die HP jüngst auf der weltweiten Partnerkonferenz in Boston angekündigt hat. Mit ihnen will HP in den Markt der großen Enterprise-Drucker und vor ­allem auch der Kopierer einsteigen. Laut HP hat dieser Markt ein Gesamtvolumen von etwa 55 Milliarden US-Dollar. HP hat hier bisher nur einen winzigen Marktanteil von zwei bis drei Prozent, sieht für sich aber ein großes Wachstumspotenzial. Das zweite Druckverfahren für die neuen A3-Geräte ist Laser. Bislang war HP hier auf Druck-Engines von OEM-Herstellern angewiesen, was die Druckkosten erhöht. Laut Dr. Simon kontrollieren die Engine-Hersteller den Preis für die Verbrauchsmaterialien.

Die Übernahme der Druckersparte von Samsung im kommenden Jahr dient dann wohl auch dazu, künftig A3-Laser-Engines komplett in Eigenregie entwickeln und fertigen zu können. Für Partner wie das IT-Haus ist das jedenfalls ein logischer Schritt, so Dr. Simon, der den Kaufpreis von einer Milliarde US-Dollar für Fertigung, Entwicklung und Patente als „Schnäppchen” bezeichnet. Laut Norbert Höpfner, Printing-Chef von Samsung, sollen Drucker und Multifunktionsgeräte unter der Marke Samsung nach dem Abschluss der Übernahme noch für zwei Jahre, Verbrauchs­materialien und Ersatzteile für fünf Jahre weitergeführt werden. HP hat sich zu den Modalitäten noch nicht geäußert.

Mit den großen A3-Modellen will HP nach eigenem Bekunden auch den Kopierer-Markt gründlich umkrempeln. Den dort aktiven Firmen fehle seit Jahrzehnten die Innovationskraft, um Service und Sicherheit zu verbessern und die Kosten zu senken. HP will das mit den neuen Pagewide-Tintendruckern und den Laser-Geräten auf Samsung-Basis besser machen. Die Geräte sollen zwischen 25 und 55 Seiten pro Minute drucken. Der Hersteller wird auch umfangreiches Zubehör wie zusätzliche Papierkassetten unterschiedlicher Größe oder automatische Hefter anbieten. Angaben zu den Preisen gibt es noch nicht.

Start in den professionellen 3D-Druck

Der HP Jet Fusion 3D ist der erste 3D-Drucker auf Basis der Multijet-Fusion-Technologie. Mit diesem Druckverfahren, das auf der Pagewide-Technik basiert, soll der Jet Fusion 3D zehn mal so schnell sein als alle bisherigen 3D-Drucker. Das Verfahren druckt mit sogenannten Voxels, kleinen Kunststoffpartikeln, die durch eine Flüssigkeit, den sogenannten Fusing-Agent, verbunden werden und dann durch Hitze verschmelzen. Eine weitere Flüssigkeit, HP nennt sie Detailing-Agent, dient zur Erzeugung genau definierter Begrenzungen, um so feine Strukturen mit exakten Kanten zu erzeugen. In der Zukunft sollen neue Materialien und Agents auch den Druck mit farbigen Voxeln erlauben. Auch durchscheinende, flexible und leitende Materialien sollen möglich werden.

Die 3D-Drucksysteme von HP sind keine Geräte für Hobbyisten, sondern professionelle Werkzeuge für die Industrie. Die Preise für die Jet-Fusion-3D-Modelle 3200 und 4200 liegen ein gutes Stück jenseits der 100.000-Euro-Marke.

Partner First: Nun mit drei eigenständigen Säulen

Das Partnerprogramm wird ab 2017 in drei separate Tracks für PCs, Drucker und Verbrauchsmaterialien aufgeteilt. In jeder dieser drei Säulen des erneuerten Partner-First-Programms wird es jeweils Silber-, Gold- und Platinum-Stufen geben. Von diesem Modell profitieren vor allem kleinere Partner, die nur bestimmte Produktbereiche abdecken. Die bisher als eigene Stufe geführten Business-Partner werden formal ausgegliedert. In der Praxis soll sich aber für sie nichts ändern, so Christian Mehrtens, Direktor Partner- und Mittelstands Vertrieb bei HP Deutschland und Österreich. Die Betreuung dieser Partner soll weiterhin primär durch die Distributoren erfolgen. Die auf Lösungen und Services orientierten Spezialisierungen werden um Device-as-a-Service und Managed Print Services ergänzt. Mit ersterem will man den Channel bei Workplace-as-a-Service-Lösungen ins Boot holen, die Managed-Print-Spezialisierung soll den neuen A3-Drucker-Bereich stärken. Als gewichtiges Argument für MPS führt HP die maximale Sicherheit gegen digitale Angriffe ins Feld. Die Partner werden hier durch Sicherheitsexperten von HP unterstützt.

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