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Nuance kürt Gewinner von Sprachsoftware-Wettbewerb Dragon Naturally Speaking unterstützt Jugendhelfer und Science-Fiction-Autoren

| Redakteur: Katariina Hoffmann-Remy

Wie IT-BUSINESS berichtete, hatte Spracherkennungspezialist Nuance Anwender seiner Lösung Dragon Naturally Speaking aufgefordert, im Rahmen eines Wettbewerbs vorzustellen, wie sie das System nutzen. Die Sieger sind nun gefunden. Die Aktion zeigt, wo Diktierlösungen über die Juristerei und medizinische Anwendungsbereiche hinaus eingesetzt werden.

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Diktiersoftware ist weit mehr als nur ein Tool für Juristen.
Diktiersoftware ist weit mehr als nur ein Tool für Juristen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Laut Nuance haben an dem Wettbewerb »Worüber sprechen Sie?« hunderte Anwender teilgenommen, die ihre persönlichen Erfahrungen mit der Lösung Dragon Naturally Speaking schilderten. Aus den eingegangenen Geschichten wählte Nuance je einen Gewinner in den Rubriken »Die kreativste Anwendung«, »Die größte Produktivitätssteigerung« und »Größter persönlicher Einfluss« aus.

Vor über 30 Jahren hat Harald Hentze damit begonnen, kleine Science-Fiction-Stories zu schreiben. Im Laufe der ersten Jahre sind einige Kurzgeschichten zusammen gekommen. Da er alle handschriftlich in A5-Schreibhefte niedergeschrieben hatte, war sein nächster Schritt, sie auf den Computer zu übertragen. In den frühen 80er Jahren noch auf seinem ersten Commodore, Jahre später auf seinem PC, hat Herr Hentze seine Geschichten digitalisiert. Dies war ohne Schreibmaschinenkenntnisse noch sehr mühsam. Auch der Versuch, neue Geschichten direkt am Computer zu verfassen, scheiterte deshalb.

1997 lernte Herr Hentze die ersten Version von Dragon Naturally Speaking kennen. Damals noch fast unerschwinglich, legte er sich die Software trotzdem zu, da ihn die Technologie faszinierte, und dies ein neuer Ansatz werden sollte, sein geliebtes Hobby wieder aufleben zu lassen. Leider waren die Rechenleistungen und Erkennungsraten noch nicht so weit, um ihn effektiv zu unterstützen, aber mit jeder Version der Spracherkennungssoftware wurde es besser. Nachdem er die Versionen 6 und 7 übersprungen hatte, schaffte er es, mit Dragon Naturally Speaking 8 seinen Traum in die Tat umzusetzen. Nun sind alle Stories per Sprache in den Rechner übertragen und sogar auf einer eigenen Webseite veröffentlicht. Zurzeit verfasst er mit der aktuellen Version 9 seine erste digitale Science-Fiction-Story.

Die größte Produktivitätssteigerung

Wanja Wagner ist in der Jugendhilfe tätig. Er ist für ein Kinder- und Jugendheim verantwortlich. In diesem Heim leben Kinder für längere Zeit, hinzu kommen Notfall-Unterbringungen für ein paar Wochen. Er muss über seine Arbeit und über seine intensive sozialpädagogische Betreuung Berichte schreiben. Diese Berichte erstellt er mit Dragon Naturally Speaking.

Er bemerkt hierzu: »Ich muss über jedes Kind und über jeden Jugendlichen einmal im Monat einen Kurzbericht schreiben. So ein Bericht hat üblicherweise die Struktur des Blickes eines Erwachsenen auf das Kind. Das wollte ich grundsätzlich verändern. Seit einigen Jahren gebe ich das Diktiergerät jedem Kind in die Hand und jedes Kind muss dann kurz erzählen, was es im vergangenen Monat bewegt hat, was wichtig oder gar belastend war. Diesen gesprochenen Text transkribiere ich mit Dragon Naturally Speaking in wörtliche Rede. Die persönlichen Erklärungen der Kinder werden dem jeweiligen Monatsbericht vorangestellt. So haben meine Berichte eine größere Authentizität, sie sind plausibler und zeigen die Achtung vor dem zu betreuenden Menschen.«

Wanja Wagner begründet die Qualitätssteigerung in seiner Arbeit nicht nur mit der schnelleren Erstellung der Berichte, sondern auch mit der inhaltlichen Qualitätssteigerung der Dokumentation seiner sozialpädagogischen Jugendarbeit.

Der größte persönliche Einfluss

Oliver Engels ist seit einigen Jahren an Multipler Sklerose erkrankt. Daher hat er Dragon Naturally Speaking für sich entdeckt. Mit dieser Software schreibt er seinen fünf und acht Jahre alten Söhnen seine Lebensgeschichte auf. Per Sprache möchte er einen längeren Text verfassen und beschreiben, was für ein Mensch er war und ist. Besonders will er in dieser Geschichte seinen Söhnen erzählen, wie er als Vater hätte eigentlich sein wollen, wenn er diese Krankheit nicht gehabt hätte.

Oliver Engels meint hierzu: »Diese Autobiografie mit Ausblick in die Zukunft können meine Kinder dann lesen, wenn sie alt genug sind, um alles zu verstehen; denn ich weiß nicht genau, wie viel Zeit mir noch bleibt und ob ich es schaffe, ihnen alles persönlich zu erzählen.«

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