Frachtkosten-Modelle kommen in Fahrt Distributoren schließen »Frachtfrei-Zonen«

Redakteur: Regina Böckle

Die Ansage der Distributoren ist deutlich: Man werde allen Resellern die Frachtkosten auf Heller und Pfennig berechnen. Künftig gelten also für alle die gleichen Pflichten, egal ob Top-Systemhaus oder kleiner Online-Händler.

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Die Zeit der Diskussionen ist vorbei. Künftig wird abgerechnet. Auch die Broadliner wollen die tatsächlich anfallenden Frachtkosten auf den Handel umlegen. »Frachtfrei war gestern« tönt der Ruf. Wie die Modelle aktuell aussehen, zeigt unser Überblick.

Zwar existierten auch bisher schon offizielle Preislisten für die Fracht – doch nur von einem Teil des Handels wurden sie 1:1 eingefordert. Das gilt in besonderem Maße für Broadliner, die die Frachtkosten jahrzehntelang mit der Produktmarge kompensieren konnten. Doch die Margen sind gesunken, die Kosten für Transport, Maut und Sprit dagegen gestiegen. Folge: Die Frachtkosten werden künftig eigens ausgewiesen und auf die Warenrechnung aufgeschlagen.

Verwundert rieb sich dennoch so mancher Partner im Juli die Augen, als IT-BUSINESS von der »Frachtfrei-ist-vorbei-Initiative« der Distributoren berichtete und in einer Übersichtstabelle die aktuellen Konditionen entsprechend der Aussagen der Distributoren vorstellte. »Die Angaben in dieser Tabelle haben mit dem realistischen Marktniveau nicht unbedingt etwas zu tun«, schrieb uns daraufhin der Vertriebschef eines Usinger Systemhauses. Viele Kunden würden von Distributoren frachtfrei oder zu günstigeren Preisen beliefert. Zahlreiche andere Reseller bestätigten dies und forderten unter anderem »eine klare Linie«, »kalkulierbare Frachtkosten für den Einkauf«, aber auch Modelle, die es erlauben, kleinere Posten wie beispielsweise Verbrauchsmaterial und Zubehör, kostengünstig und kurzfristig zu beziehen.

Klare Linie gefordert

Insgesamt zeigen die Reaktionen: Der Handel ist bereit, bei transparenten Bedingungen auch zu zahlen. Dann aber muss die Logistik- und RMA-Serviceleistung passen. »Es darf einfach nicht passieren, dass für zwei Geräte, die in einer Bestellung geordert wurden, zweimal Fracht verlangt wird«, stellt Patrick Ruppelt von Killus Computersysteme klar. »Wie die Distris ihre Verträge mit Zustelldienstleistern sinnvoll aushandeln, wie sie ihre Logistik funktional in den Griff bekommen und wie sie ihre Vertriebskanäle organisieren sollen – all das sind Fragen, die nicht der Händler und erst recht nicht der Endkunde zu klären hat.«

Aus Sicht von Dexxit-Vertriebsleiter Hans-Jürgen Schneider »werden die Frachtkosten im nächsten Jahr das ganz große Thema bleiben«. Angekündigt haben nun alle Broadliner, die Kosten auch tatsächlich umzulegen. Die Frage ist jedoch, wie konsequent dies auch umgesetzt wird.

Wie oft und in welchem Ausmaß wird also von den offiziellen Frachtkosten-Modellen abgewichen? Lesen Sie dazu die Aussagen der Distributoren auf der nächsten Seite.

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