Ukraine-Krieg und deutsche IT-Sicherheit Digitalunternehmen fürchten verschärfte Bedrohungslage

Von Peter Schmitz

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine wird vermehrt auch im Cyberraum geführt – und zwei Drittel der Digitalunternehmen in Deutschland gehen davon aus, dass sich die Bedrohungslage verschärfen wird. Weitere 17 Prozent sehen sogar jetzt schon konkrete Anzeichen dafür.

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Fast jedes fünfte Unternehmen sieht wegen des Ukraine-Krieges bereits konkrete Anzeichen für vermehrte Angriffe auf die eigenen IT-Systeme.
Fast jedes fünfte Unternehmen sieht wegen des Ukraine-Krieges bereits konkrete Anzeichen für vermehrte Angriffe auf die eigenen IT-Systeme.
(© Framestock - stock.adobe.com)

Der Ukraine-Krieg hat auch Auswirkungen auf die IT in Deutschland. Jedes dritte Unternehmen (34 Prozent) hat seine IT-Schutzmaßnahmen kurzfristig hochgefahren. Das sind Ergebnisse einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom, an der sich 100 Unternehmen der Digitalbranche beteiligt haben. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, geben aber ein aussagekräftiges Stimmungsbild.

„Alle Unternehmen sollten unbedingt ihren Schutz vor Cyberangriffen prüfen und wo nötig verstärken. Es ist kein Geheimnis, dass Russland und mit staatlichen Stellen verbundene Gruppierungen über entsprechende Fähigkeiten verfügen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Angesichts der dynamischen Entwicklung des Krieg gegen die Ukraine sollten Unternehmen die Risiken definitiv ernst nehmen und die eigene Cyberresilienz stärken. Zudem sollten die unverändert bestehenden Gefahren, die von Cyberkriminellen aus aller Welt ausgehen, nicht vernachlässigt werden. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs werden kriminelle Trittbrettfahrer versuchen, die Gelegenheit auszunutzen und sich zum Beispiel als vermeintliche Helfer in der Not anbieten.“

Bislang hat jedes dritte Unternehmen aus der Digitalbranche (34 Prozent) aufgrund des Krieges seine IT-Sicherheitsmaßnahmen verschärft, weitere 7 Prozent haben das fest geplant. In drei von zehn Unternehmen (30 Prozent) wird noch darüber diskutiert – und rund jedes Vierte sieht für zusätzliche IT-Sicherheit keinen Bedarf.

Als Reaktion auf den Ukraine-Krieg hat jedes dritte Unternehmen (33 Prozent) einen Krisenstab eingerichtet oder klare Verantwortungen im Unternehmen dafür geschaffen. Dabei liegt die Verantwortung zumeist bei der Geschäftsführung oder dem Vorstand (22 Prozent), seltener bei einem anderen Unternehmensbereich (11 Prozent).

Über die Umfrage: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Zwischen dem 3. und 7. März 2022 wurden dabei 100 Unternehmen der Digitalbranche online befragt.

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