Aktueller Channel Fokus:

Gaming & eSports

Jeder zweite Manager ist für Weiterbildung nach Feierabend

Digitalisierung kennt keine Stechuhr

| Redakteur: Sarah Gandorfer

Viele Unternehmen fördern das Engagement der Mitarbeiter.
Viele Unternehmen fördern das Engagement der Mitarbeiter. (Bild: © olezzo - stock.adobe.com)

Erst jedes vierte Unternehmen hat im Zuge von Digitalisierungsmaßnahmen seinen Umsatz gesteigert und 46 Prozent haben neue digitale Geschäftsmodelle entwickelt. Schwieriger als Transformation der IT-Landschaft ist die Qualifikation der Mitarbeiter: jedes zweite Unternehmen beklagt, dass das notwendige Knowhow fehlt, um die Transformation zu meistern.

Eine Gebrauchsanweisung für die Digitale Transformation gibt es nicht. Zudem spielt nicht alleine die Technik eine tragende Rolle, auch der Mensch ist als wichtiger Faktor miteinzubeziehen. Entsprechend halten 53 Prozent der Firmenentscheider es für notwendig, dass sich Mitarbeiter auch in der Freizeit zu Digitalthemen informieren. 44 Prozent denken über eine Entlastung im Tagesgeschäft nach, damit Angestellte sich fortbilden können. Dies ist das Fazit der Studie „Potenzialanalyse Transformation erfolgreich managen“ von Sopra Steria Consulting für welche 354 Führungskräfte und Spezialisten wurden befragt wurden.

Digitale Transformation heißt das derzeitige Heilmittel für fast alle unternehmerischen Probleme. Dabei tun sich die Unternehmen derzeit allerdings schwer, neue Erlösmodelle zu identifizieren. Laut den Beratern erzielte lediglich jedes vierte Unternehmen momentan eine Wertschöpfung beispielsweise durch Verknüpfungen von Daten, Wissensvorsprünge aus Wettbewerbs- und Marktanalysen sowie durch ein frühzeitiges Reagieren auf Kundenfeedback im Internet. Nur in rund sechs Prozent der Unternehmen liefert BI und Analytics umfassend Mehrwert durch Information in der Produktgestaltung. Eine datengetriebene Fertigung sowie Forschung und Entwicklung sind meist Zukunftsmusik. 69 Prozent der Studienteilnehmer benoten die eigene Firma mit „befriedigend“ oder schlechter bei der Frage, wie gut es auf die Digitalisierung vorbereitet ist.

Abbau von Hierarchien

„Viele Unternehmen merken, dass sie in der Vergangenheit vor allem in die Verbesserung ihrer IT-Ausstattung und in neue Technologien investiert haben. Das war auch kein Fehler“, sagt Simon Oberle, Leiter Future Management Consulting von Sopra Steria Next. „Allerdings entwickeln Automatisierungslösungen und Datenanalyse-Tools allein keine digitalen Geschäftsmodelle, dafür braucht es geschulte Spezialisten.“

An diesem Punkt setzen mehr als ein Drittel der Unternehmen an (37 %), indem sie Weiterbildungsmaßnahmen der Mitarbeiter fördern. Außerdem werden Hierarchien abgebaut, Führungskräfte treten Entscheidungsmacht an ihre Teammitglieder ab. Ziel ist, schneller zu Ergebnissen zu kommen als in starren Organisationen. Mit diesem Wandel der Unternehmenskultur sowie mit daraus resultierenden schnelleren Reaktionszeiten bei Veränderungen verknüpfen Arbeitgeber die Erwartung, dass Mitarbeiter mehr Verantwortung beim Aneignen notwendiger Fähigkeiten übernehmen.

Fortbildungsmaßnahmen wider den Kosten und Zeitaufwand

Weiterbildung für die digitale Arbeitswelt

Fortbildungsmaßnahmen wider den Kosten und Zeitaufwand

28.02.19 - Den kleinen und mittleren Unternehmen fehlen oftmals finanzielle Anreize, um ihre Mitarbeiter in Zeiten voller Auftragsbücher für Fortbildungen freizustellen, findet der Bitkom. Dabei gehören Digitalkompetenzen ganz nach vorne auf den Lehrplan. lesen

Auch in der Freizeit für die Firma lernen

Um eben diese zu erlangen erwarten die Unternehmen die Bereitschaft, sich über die vom Arbeitgeber offerierten Trainingsangebote hinaus fortzubilden – und zwar auch in der Freizeit. Schon jetzt ist das Lesen von Blogs, Newslettern und Online-Medien auf dem Weg zur oder von der Arbeit vielfach Alltag. Zudem treffen sich Arbeitnehmer nach Feierabend beruflich, weil sie sich ein Karrierenetzwerk aufbauen, und sie suchen sich für ihre persönlichen Ziele passende Online-Kurse heraus, die der Arbeitgeber nicht abdeckt.

„Zentral organisierte Schulungsprogramme können das enorme Veränderungstempo nicht mitgehen und den heute erforderlichen Blick über den Tellerrand nicht immer ermöglichen. Deswegen wird es sich nicht vermeiden lassen, dass intrinsisch motivierte Arbeitnehmer Wissenslücken auch außerhalb der Arbeitszeit schließen. Treffen mit relevanten Digital-Köpfen lassen sich beispielsweise nicht zwingend in einen Acht-Stunden-Arbeitstag pressen“, erklärt Oberle. Unternehmen empfiehlt er, Angebote für Kernkompetenzen zu schaffen sowie Freiräume, Erlerntes in der Praxis zu testen. „Weiterbildung ohne praktische Anwendung ist eine vertane Investition“, so der Analyst.

Fortbildungen im Bereich Digitalisierung spielten bei den Vorständen in Deutschland bis vor ein, zwei Jahren eher eine untergeordnete Rolle. Entsprechend gibt es hier Nachholbedarf. Dieser kann, so Sopra Steria, nicht mehr alleine während der Arbeitszeit gestemmt werden. 75 Prozent der befragten Entscheider spüren, dass die im eigenen Unternehmen vorhandenen Kompetenzen nicht mehr genügen. Die Maßnahmen sind unterschiedlich: Jedes zweite Unternehmen setzt auf Weiterbildungsprogramme. Der Fokus der Digitaltrainings liegt auf Tool-Schulungen. 68 Prozent der befragten Unternehmen qualifizieren das Personal im Umgang mit digitalen Technologien, 44 Prozent bauen bei ihren Mitarbeitern Knowhow zu agilen Methoden auf.

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 46021684 / Marktforschung)