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Bitkom-Studie

Digitalisierung geht nur schleppend voran

| Autor: Sarah Böttcher

Der Großteil der vom Bitkom befragten Unternehmen sehen ab dem Jahr 2030 den Handel digital agieren.
Der Großteil der vom Bitkom befragten Unternehmen sehen ab dem Jahr 2030 den Handel digital agieren. (Bild: Konstantin Hermann/ stock.adobe.com)

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Der digitale Handel ist weiterhin eine Utopie. Die Digitalisierung geht in Unternehmen nur langsam voran. Die Zukunft soll hier Änderung bringen.

Einer Umfrage des Bitkom zufolge etabliert sich die Digitalisierung des Handels nur schleppend. Der Handel der Zukunft wird jedoch digital sein. 77 Prozent der Händler sehen sich selbst als Nachzügler in Sachen Digitalisierung. Beispielsweise besitzen elf Prozent unter den mehr als 500 online und stationär tätigen Einzel- und Großhändlern noch keine eigene Webseite. Betrachtet man speziell die Händler, die rein stationär verkaufen, ist es sogar rund jeder Dritte (36 Prozent), der noch keinen Internetauftritt besitzt.

Nachholbedarf bei Social Media

Einen Auftritt in den sozialen Netzwerken, um im Internet auf ihr Unternehmen und ihr Angebot aufmerksam zu machen, nutzen nur drei von zehn Händlern (30 Prozent). Eine weitere Umfrage des Bitkom untersuchte die Social-Media-Nutzung in Unternehmen. Da sich die Sozialen Medien schnell weiter entwickeln, dürfen Unternehmen keine Nachlässigkeit aufkommen lassen, so der Digitalverband.

In diesem Zusammenhang ist auch die Schulung der Mitarbeit ein wichtiger Investitionspunkt. Nur jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) bildet seine Mitarbeiter extern weiter, weitere 15 Prozent bieten interne Fortbildungen an, knapp zwei Drittel der Unternehmen (62 Prozent) haben in diesem Bereich keinerlei Angebote für die Mitarbeiter. Auch Richtlinien für Social Media sucht man in vielen Unternehmen vergeblich: 37 Prozent haben Regeln für die berufliche Nutzung aufgestellt, weitere 18 Prozent haben Richtlinien für die private Nutzung, 53 Prozent der Unternehmen lassen ihren Mitarbeitern dagegen völlig freie Hand. Wichtig sei dem Bitkom zufolge außerdem, den Mitarbeitern zunächst zu erklären, warum und wie das Unternehmen Soziale Medien nutzt. Auch die Ziele und Möglichkeiten, wie jeder einzelne Mitarbeiter zum Erfolg beitragen kann, müssten dabei deutlich werden.

„Suchmaschinenpräsenz ist für alle Unternehmen wichtig, auch wenn man nicht online verkauft. Je besser und umfassender online Informationen zur Verfügung gestellt werden, umso wahrscheinlicher ist der Gang des Kunden ins Geschäft beziehungsweise der Klick des Kunden auf die Homepage und den Online-Shop“, so Bitkom-Handelsexpertin Julia Miosga.

Blick in die Zukunft

Der eigene Blick des Handels in die Zukunft ist jedoch optimistisch. So meinen zwei Drittel der Befragten (65 Prozent), dass das Bezahlen im Jahr 2030 beim Verlassen des Geschäfts automatisch, also ohne lange Schlangen an der Kasse ablaufen wird. 61 Prozent sehen Läden in der Rolle eines Showrooms, in dem Produkte getestet und anschließend im Online-Shop des Händlers bestellt werden können. Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) denkt, dass Waren bis dahin im stationären Handel auch über Virtual Reality erlebbar sein werden. 40 Prozent glauben daran, dass der stationäre Handel im Jahr 2030 rund um die Uhr an allen Wochentagen geöffnet haben wird.

„Mit Blick in die Zukunft zeigen sich die Händler zwar fortschrittlich. Allerdings gibt es bis dahin noch viel Nachholbedarf“, sagt Miosga. „Der Handel in anderen Ländern ist hier schon deutlich weiter. Was hierzulande noch als Vision gilt, ist andernorts schon Standard.“

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