Das Zubehörgeschäft boomt Digitales Entertainment puscht den Markt

Autor / Redakteur: Martina Sedlmaier und Dr. Rudolf Aunkofer, GfK Marketingservices / Katrin Hofmann

Die Absätze der ITK-Fachhändler liegen über dem Vorjahreswert, getrieben vor allem durch die Nachfrage der Consumer. Der Wunsch nach visueller Unterhaltung treibt die Verkäufe etwa von großformatigen Bildschirmen und digitalen Bilderrahmen voran.

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Mobile Geräte sind begehrt.
Mobile Geräte sind begehrt.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der ITC Channel Index von IT-BUSINESS und GfK liegt im aktuellen Untersuchungsmonat mit 98 Punkten deutlich und erneut über dem Vorjahrjahreswert (93 Punkte). Dieses Wachstum wird überwiegend durch die Nachfrage der Consumer getragen. Hier spiegelt sich die positive Konsumentenstimmung wider.

Im B2B-Bereich dagegen liegt der SMB-Markt erstmals unter dem Vorjahresniveau. Der Enterprise-Bereich wächst jedoch signifikant, erneut über 20 Prozent. Damit liegt die Nachfrage durch Großkunden bereits seit vier Monaten 20 bis 25 Prozent über dem Wert im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

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Im B2C-Bereich fallen die positiven Wachstumsraten der Märkte im Bereich IT umsatzmäßig im Vergleich zu den vergangenen Monaten etwas schwächer aus. Wie auch in den vergangenen zwei bis drei Jahren bereits in mehreren Produktbereichen erkennbar, setzt sich somit der saisonale Trend fort, dass die Nachfrage nach einer Reihe von Produktbereichen unter dem Vormonats-Niveau lag.

Insgesamt hat sich das Jahresendgeschäft im vierten Quartal erneut auf die Monate Oktober und Dezember fokussiert, der Konsument hat den November tendenziell stärker für seine persönliche Entscheidungsfindung genutzt, wie das verfügbare Budget zu verwenden sei.

Notebooks sind beliebt

Der umsatzstärkste Produktbereich Computer liegt nur knapp über Vorjahresniveau. Dieser Wert setzt sich aus der Entwicklung der Verkäufe von Desktop- und Mobile-Computern zusammen, wobei Desktop-Rechner mit minus sechs Prozent nach Umsatz unter dem Vorjahreswert und Mobile-PCs mit plus neun Prozent über dem Vorjahr liegen.

Der Display-Markt verzeichnet aktuell Umsätze, die unter Vorjahresniveau liegen. Erste Sättigungstendenzen und eine in diesem Jahr für Desktop-PCs zu erwartende, durch Vista bedingte, beginnende Replacement-Welle werden im Markt sichtbar. Dennoch war die zweite Jahreshälfte sowohl für Computer als auch für Monitore von deutlichen Zuwächsen sowohl nach Umsatz als auch nach Absatz gekennzeichnet. Diese Märkte stehen daher momentan vor der Herausforderung, das hohe Niveau des Vorjahres zu erreichen beziehungsweise übertreffen zu können.

Für Mobile-Computer wird dieses Ziel gerade im privaten Endkundengeschäft sehr gut erreicht. Denn hier wurden nach Absatz 38 Prozent und nach Umsatz 24 Prozent mehr Notebooks verkauft als im Vorjahr. Am stärksten nachgefragt werden dabei Modelle mit einer Bildschirmgröße von 15,4 Zoll. Auch der Absatz von größeren Displays mit 17 Zoll ist im Vergleich zum Vorjahr signifikant angestiegen.

Wie dieser Trend verdeutlicht, wandelt sich das Notebook momentan vom »mobilen Rechner« hin zu einem »mobilen Entertainment-Center«. Visuelles Entertainment in Form von Clips, Bildern, Filmen (DVDs) lassen zunehmend größere Bildschirmdiagonalen vorteilhaft erscheinen, selbst wenn hierdurch vom Käufer der Nachteil eines größeren Gewichts in Kauf genommen werden muss.

Auch im Markt für Displays gibt es einzelne Produktsegmente, die positive Absätze und Umsätze verzeichnen. Hervorzuheben sind dabei Displays mit einer Bildschirmgröße von 22 Zoll, welche vor allem im Consumer-Markt deutlich an Dynamik gewonnen haben. Aber auch größere Displays im Bereich 24 Zoll werden von privaten Endkunden mit langsam steigender Nachfrage gekauft. Der ausschlaggebende Trend sind dabei weiterhin Produkte im 16:9-Format.

Verkaufsschlager Zubehör

Beliebt sind auch die Zubehör-Märkte des IT-Bereichs. Zu nennen sind Minispeaker für MP3-Player, Grafikkarten, TV-Karten oder Webcams, die hohe Wachstumsraten über Vorjahresniveau verzeichnen. Ein weiterer wachstumsstarker Markt, der auch im Jahr 2008 deutliche Wachstumspotenziale bietet, sind digitale Bilderrahmen. Per Speicherkarte, USB-Schnittstelle oder kabelloser Verbindung können hierbei Fotos, Clips oder Videos übertragen und auf dem Display in einem Bilderrahmen abgebildet werden. Für 2008 sind reduzierte Wachstumsraten im B2C-Bereich zu erwarten, was jedoch einer stabil positiven Nachfrage auf hohem Niveau entspricht. Die Herausforderung im SMB-Bereich wird sein, dass das Wachstum voraussichtlich eher verhalten ausfallen wird (plus/minus null Prozent). Im Enterprise-Segment ist ein Plus im leicht zweistelligen Bereich zu erwarten.

Mit dem richtigen Fokus auf die Wachstumsmärkte können im IT-Umfeld weiterhin deutlich positive Absatz- und Umsatzpotenziale erzielt werden. Für den Handel ergeben sich dabei mit entsprechender Vermarktung und Positionierung Möglichkeiten, Umsatzzuwächse zu generieren.

Im Detail: Projektoren

Bei den Käufern herrscht eine deutliche Präferenz zu mehr Licht-Leistung. Die Nachfrage trägt dabei dem generellen Trend Rechnung, Preiszugeständnisse mit dem Interesse an besserer Leistung zu kompensieren und für ein geplantes Budget die beste Leistung zu erhalten. Allerdings kommt es zu einer Kannibalisierung der Consumer-Nachfrage durch großformatige Monitore und LCD-TVs. Auch dadurch kommt es zum Teil zu Preiszugeständnissen, um die Nachfrage zu stimmulieren.

2008 ist mit verhaltenem Wachstum zu rechnen. Im B2B-Markt sind die Herausforderungen erste Sättigungseffekte durch hohe Ausstattungsraten und die Kannibalisierung durch große Monitore.

(ID:2009999)