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Output Management

Time to Market als Killerfaktor

Digitale Transformation geht nur mit Multi-Cloud

| Autor / Redakteur: Andreas Riepen* / Florian Karlstetter

Schnelligkeit spielt in der heutzutage kurzlebigen Zeit eine große Rolle: dies trifft auch auf das Thema Digitale Transformation zu.
Schnelligkeit spielt in der heutzutage kurzlebigen Zeit eine große Rolle: dies trifft auch auf das Thema Digitale Transformation zu. (Bild: ©zapp2photo - stock.adobe.com)

„Die Multi-Cloud verändert die Spielregeln für Unternehmen und Konsumenten. Sie bereitet den Weg für neuartige Innovationen und ermöglicht transformative Services, die herkömmliche Infrastrukturen einfach nicht bereitstellen können.“ Dies ist eine der zentralen Aussagen des ersten Future of Multi-Cloud (FOMC) Report für die Region EMEA. Die Studie wurde von F5 in Auftrag gegeben und von der Foresight Factory durchgeführt.

Tatsächlich funktioniert die Digitale Transformation nicht ohne die Nutzung von Multi-Cloud. Dies liegt nicht nur an aktuellen und künftigen Anforderungen in den Bereichen Differenzierung, Service-Bereitstellung oder Innovationen, die sich nur mit den optimalen Services aus der Multi-Cloud erfüllen lassen. Der wichtigste Punkt lautet heute Geschwindigkeit. Denn ständige Marktveränderungen erfordern eine extrem hohe Flexibilität und Diversität der Angebote sowie eine kurze Time to Market.

So müssen Unternehmen schnell auf eine veränderte Nachfrage oder neue Vorschriften reagieren können. Dies ist inzwischen deutlich wichtiger für den langfristigen Markterfolg als hohe Qualität oder Fehlerfreiheit. Das klassische Beispiel bildet hier Microsoft Windows, das in den 80-er Jahren weder als das erste noch beste grafische Betriebssystem galt. Doch es erhielt durch verschiedene Maßnahmen eine sehr starke Marktpräsenz und wurde schnell weiterentwickelt.

Beta-Versionen ausgeliefert und verbessert

Dieses Vorbild hat vor allem die IT-Branche inzwischen perfektioniert. So werden heute keine großen monolithischen Software-Pakete mehr erstellt und nach ausführlichen Tests etwa alle drei Jahre in neuen Versionen veröffentlicht. Angesichts der heutigen Geschwindigkeit wären sie dann zum Erscheinungstermin schon veraltet. Stattdessen entwickeln die Hersteller kleine, übersichtliche Programme in Form praktischer Apps kontinuierlich weiter. Häufig stellen sie schon erste, nur grundlegend getestete Versionen bereit, die anhand des Nutzer-Feedbacks verbessert und erweitert werden.

Was bedeutet das für Unternehmen anderer Branchen? Auch sie müssen heute die Schlagzahl ihrer Innovationen deutlich erhöhen, um die sich ständig verändernden Anforderungen des Marktes und der Kunden zu erfüllen. Der Grund für den Paradigmenwechsel: Statt ausführlich geprüfter Produkte mit hoher Qualität erwarten heute die Käufer möglichst aktuelle Funktionen und individuelle Anpassungen, selbst wenn nicht alles perfekt funktioniert. Sogar in der Automobilbranche wird dies deutlich, da zum Beispiel Tesla trotz diverser Kinderkrankheiten der Fahrzeuge sehr erfolgreich agiert. Auch wenn manche Marke „Made in Germany“ die Qualität belächeln mag – in Sachen E-Mobilität hat der US-Hersteller jetzt zweifellos einen großen Vorsprung.

IT nicht mehr selber machen

Um die nötige Innovationsgeschwindigkeit zu erreichen, bilden agile und flexible IT-Systeme eine grundlegende Voraussetzung. Schließlich sind heute viele Geschäftsprozesse digital und der analoge Rest wird im Zuge der Business Transformation noch umgestellt. Doch gerade die Digitalisierung überfordert viele Unternehmen, die nicht aus dem IT-Sektor stammen. Sie sollten sich auch nicht unnötig mit der Technik aufhalten, da viele IT-Systeme und -Lösungen heute als vorgefertigte Baukästen „as a Service“ bereitstehen. Ob von Microsoft, Amazon, Google oder Salesforce: Unternehmen können heute per Mausklick gewünschte Services auswählen und fast beliebig gemäß ihrer Bedürfnisse zusammenstellen.

Doch diese Flexibilität ist nur mit Hilfe der Multi-Cloud möglich. Und diese wiederum bietet Services in extrem hoher Geschwindigkeit. So kann zum Beispiel Amazon bestellte Produkte schon in wenigen Stunden ausliefern – statt bislang mehreren Tagen. Die Möglichkeiten für Unternehmen sind nun nicht mehr limitiert. Während früher die vorhandenen Skills und Ressourcen zur Eigenentwicklung neuer Systeme die möglichen Angebote begrenzten, lassen sich heute alle internen und externen Anwendungen quasi als Service nutzen. Produkte werden nach Belieben designed und generieren neue Umsätze im virtuellen Bereich. So machen heute manche Online-Spiele-Hersteller mit In-Game-Käufen weitaus mehr Geld als mit dem Erstverkauf der DVDs. Automobil-, Möbel- oder Kleidungshändler ermöglichen im Online-Shop eine individuelle Zusammenstellung des Produkts. Und der Lebensmitteleinkauf wird heute zur Tür gebracht.

Künstliche Intelligenz und Machine Learning

„Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning werden die Basis für höhere Stufen der Automatisierung sein, indem sie Hindernisse für die Multi-Cloud-Nutzung beseitigen“, heißt es in der Studie weiter. Tatsächlich stellt Machine Learning einen wichtigen Schlüsselfaktor für das künftige Business dar. Dies geht weit über die aktiven Kaufvorschläge für Amazon-Kunden hinaus. Zum Beispiel können Unternehmern damit die bisherigen Verträge und Preisgestaltungen mit Firmenkunden analysieren und automatisch eine individuell angepasste Preisstruktur zur Unterstützung des Vertriebs erstellen. Dies ist deutlich schneller und effizienter als eine manuell erzeugte Preisliste.

Doch KI hat auch ihre Tücken. So wurde vor kurzem bekannt, dass eine in Entwicklung befindliche Lösung für das Anwerben neuer Mitarbeiter bei Amazon Frauen gegenüber Männern benachteiligte. Da in der Technologiebranche allgemein Männer dominieren, schloss der Algorithmus fälschlicherweise daraus, dass Frauen weniger erwünscht seien. Entsprechend müssen die Systeme nicht nur mit den richtigen Daten gefüttert, sondern auch deren Ergebnisse überwacht werden. Ein positives Beispiel kommt etwa aus dem Rechtsbereich. Hier hat sich herausgestellt, dass KI aufgrund der fehlenden Vorurteile eine gerechtere Beurteilung von Rechtsfällen weltweit ermöglicht. Ähnliches gilt auch für eine deutlich unabhängigere Qualitätskontrolle von Produkten.

Schneller ist besser

Natürlich lässt sich nicht alles transformieren. So wird wohl auch in Zukunft die klassische Kaffeemaschine bleiben, da eine Digitalisierung und Auslagerung der Zubereitung zu kompliziert und ineffizient sein dürfte. Trotzdem sollten die Unternehmen im deutschsprachigen Raum die Entwicklung nicht verschlafen. Wer sich auf den Lorbeeren der „deutschen Qualitätsarbeit“ ausruht, wird im Zuge der Globalisierung schnell ins Hintertreffen geraten. Denn heute ist Time to Market der „Killerfaktor“.

Andreas Riepen ist Vice President DACH bei F5 Networks.
Andreas Riepen ist Vice President DACH bei F5 Networks. (Bild: F5 Networks)

Kunden kaufen häufiger ein neues Produkt mit aktuellen Eigenschaften, da das bisherige oft schon nach einem Jahr veraltet scheint – ob technisch oder modisch. Eine Alternative bieten Updates: Während früher eine Software-Version zwei bis vier Jahre eingesetzt wurde, werden App-Container heute alle 20 Sekunden aktualisiert. Selbst Autos oder Küchengeräte erhalten im Zuge des IoT kontinuierliche Updates. In fast allen Bereichen werden die Lebenszyklen immer kürzer. Daher wird der Qualitätsanspruch immer unwichtiger. Ein halbwegs gutes Produkt kann heute erfolgreich sein – wenn es ständig verbessert und aktualisiert wird. Und durch monatliche Service-Raten, individuelle Anpassungen oder Erweiterungen lassen sich sogar neue Umsatzquellen erschließen. Doch dafür ist die Digitale Transformation nötig – und die Nutzung der Multi-Cloud.

Der Autor: Andreas Riepen ist Vice President DACH bei F5 Networks.

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