Bildungsstudie der Initiative D21

Digitale Medien: Schulen haben deutlichen Nachholbedarf

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Eltern sind zur Teilfinanzierung bereit

Bereits im vergangenen Jahr brachte eine Befragung der Initiative D21 die Unzufriedenheit der Eltern über die Ausstattung der Schulen mit digitalen Medien deutlich zutage. Knapp zwei Drittel der Befragten sahen in diesem Bereich drastischen Verbesserungsbedarf. Sie scheinen dafür auch bereit zu sein, sich finanziell an der IT-Ausstattung ihrer Kinder zu beteiligen. 121 Euro, so schätzten die befragten Lehrkräfte in der aktuellen Studie, wären Eltern jährlich bereit, zu investieren.

Stephan Griebel, Leiter Schulberatung und Vertrieb bei der Texas Instruments Deutschland GmbH und Gesamtvorstandsmitglied der Initiative D21, dazu: „Die Studie zeigt, dass Lehrkräfte vorzugsweise Medien einsetzen, von deren Wirksamkeit sie im Unterricht überzeugt sind. Das knappe schulische und elterliche Budget muss entsprechend klug verwendet werden, um gezielt in Technik zu investieren, die den Bedürfnissen des Unterrichts entsprechen.“ Griebel weiter: „Dafür ist neben dem finanziellen Einsatz auch besonders konzeptionelle Unterstützung für die Schulen notwendig, damit das Engagement tatsächlich einen nachhaltigen Effekt hat.“

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In der Schule, aber nicht im Unterricht angekommen

Festzuhalten bleibt nach den vorliegenden Studienergebnissen, dass die digitalen Medien den Weg in die Schule, aber nicht in den Unterricht gefunden haben. Besonders das Verhältnis von Technik zur Schülerzahl weist eine große Diskrepanz auf. Dass Lehrkräfte sehr wohl gerne digitale Medien nutzen, zeigen die hohe private Nutzung und die Nutzung zur Vorbereitung des Unterrichts. Es fehlt allerdings aktuell an methodischen und fachdidaktischen Konzepten, entsprechender Weiterbildung und an angepasster Hard- und Software, um digitale Medien erfolgreich in den Unterricht zu integrieren.

Dabei ist Erfolg in der Schule in Deutschland nach wie vor stark abhängig vom Bildungshintergrund der Eltern. Durch den ungleichen Einsatz digitaler Medien wird dieser Zustand nicht verringert, sondern die Vermittlung von digitaler Kompetenz dem privaten Umfeld überlassen.

Die Studie steht unter www.initiatived21.de/bildungsstudie zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Über die Initiative D21

Die Initiative D21 ist Deutschlands größte Partnerschaft von Politik und Wirtschaft für die Informationsgesellschaft. Sie umfasst ein parteien- und branchenübergreifendes Netzwerk von 200 Mitgliedsunternehmen und -institutionen sowie politischen Partnern aus Bund, Ländern und Kommunen. Ihr Ziel ist es, die Digitale Gesellschaft mit gemeinnützigen, wegweisenden Projekten zu gestalten und Deutschland in der digitalen Welt des 21. Jahrhunderts gesellschaftlich und wirtschaftlich erfolgreich zu machen.

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