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Markt für Bildungsmedien leicht rückläufig

Digitale Bildungsmedien im Dornröschenschlaf

11.04.2011 | Redakteur: Jürgen Paukner

Wilmar Diepgrond, Vorsitzender des VdS Bildungsmedien: „Die schulische Realität gleicht häufig einem Notstandsgebiet.“
Wilmar Diepgrond, Vorsitzender des VdS Bildungsmedien: „Die schulische Realität gleicht häufig einem Notstandsgebiet.“

Nirgends zeigt sich die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit so deutlich wie bei den Bildungsmedien. Während allerorten eine Modernisierung des Bildungswesens und der Lehrmittel gefordert wird, ist der Gesamtmarkt für Bildungsmedien leicht rückläufig, berichtet der Branchenverband VdS Bildungsmedien e.V. Und die digitale Lernsoftware hält weiter im einstelligen Prozentbereich einen Dornröschenschlaf.

Der Umsatz mit analogen und digitalen Bildungsmedien verringerte sich 2010 auf insgesamt 455 Mio. Euro, teilt der Branchenverband VdS Bildungsmedien e.V. mit. Das sind ein Prozent weniger als im Vorjahr, in dem die Branche 460 Mio. Euro erwirtschaftete. Der Umsatz in den allgemein bildenden Schulen stagnierte mit 327 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Die Erlöse im Bereich Erwachsenenbildung gingen um vier Prozent auf 72 Mio. Euro zurück, im Bereich berufliche Bildung um zwei Prozent auf 56 Mio. Euro. Wesentliche Ursache für die Branchenentwicklung sind die weiter verringerten Ausgaben der öffentlichen Schulträger für Bildungsmedien.

Vor diesem Hintergrund sieht Wilmar Diepgrond, Vorsitzender des VdS Bildungsmedien, eine erhebliche Schieflage zwischen bildungspolitischer Ambition und Finanzierung: „In fast allen Bundesländern steht ein pädagogischer und organisatorischer Reformzug unter Dampf. Doch die Etats der Schulträger werden immer weiter gekürzt, die schulische Realität gleicht häufig einem Notstandsgebiet. Es gibt aber keine Reform zum Nulltarif. Für Qualitätsverbesserungen sind zusätzliche Mittel erforderlich. Und das bedeutet auch zusätzliche Ressourcen für Bildungsmedien. Denn ohne neue Bildungsmedien lassen sich die eingeleiteten schulischen Neuerungen im Klassenzimmer nicht realisieren.“ Diepgrond verwies weiter auf den Bildungsbericht 2010, der deutlich aufzeigt, dass die anstehenden Herausforderungen im Bildungswesen nur durch zusätzliche Investitionen zu bewältigen sind. Ansonsten drohe Deutschland der Abstieg in die zweite Bildungsliga.

Anteil der digitalen Bildungsmedien

Der Anteil der digitalen Bildungsmedien am Gesamtumsatz der Branche ist nach wie vor äußerst gering. Nach Schätzungen liegt er deutlich unter 10 Prozent im einstelligen Bereich, exakte Zahlen stehen nicht zur Verfügung. Auch für das laufende Jahr rechnet die Branche nicht mit deutlichen Veränderungen in diesem Bereich. Weiter hob der Verband hervor, dass das Angebot von digitalen Produkten keinesfalls zu höheren Gesamtinvestitionen in Bildungsmedien geführt hat: In keinem Bundesland gibt es spezielle Schulbudgets für digitale Medien.

Weiter mit: Die allgemein bildenden Schulen

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