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Digital Signage wird zum As-a-Service

| Autor: Klaus Länger

Digital Signage bestimmt immer mehr das Bild der Städte. Die Displays werden dabei inzwischen meist über Cloud-Infrastrukturen via Internet mit Inhalten versorgt. Hier ist IT-Kompetenz gefragt.
Digital Signage bestimmt immer mehr das Bild der Städte. Die Displays werden dabei inzwischen meist über Cloud-Infrastrukturen via Internet mit Inhalten versorgt. Hier ist IT-Kompetenz gefragt. (Bild: jamesteohart - stock.adobe.com)

Die Zeiten, in denen Digital-Signage primär ein Hardware-Geschäft mit passender Software war, sind vorbei. Heute geht der Trend zu Managed Services, bei denen Interaktion, die ­Analyse des Kundenverhaltens und Sicherheitslösungen eine immer größere Rolle spielen.

Noch vor wenigen Jahren war Digital Signage vor allem eine Domäne von AV-Spezialisten, die bei ihren Kunden Displays und Projektoren installierten, die durch Mediaplayer mit hübschen Bildern und ­Videos versorgt wurden. Diesen Markt gibt es immer noch, vor allem bei kleineren Einzelhandelskunden. Der Trend geht aber zu komplexen, vernetzten Lösungen, bei denen IT-Kompetenz gefragt ist. Dass der Markt für Digital-Signage-Lösungen insgesamt weiter wächst, belegt auch die Tatsache, dass die Integrated Systems Europe (ISE) in Amsterdam als eine der wichtigsten Messen der Branche aus allen Nähten platzt. Mehr als 1.300 Aussteller beteiligen sich an der ISE 2019, die vom 4. bis zum 8. Februar im RAI stattfindet. Die Zahlen der Marktforscher weisen ebenfalls auf eine Fortsetzung des Wachstumskurses hin. IDC bescheinigte dem Markt für Large Format Displays im zweiten Quartal 2018 ein Plus von knapp 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2019 und 2020 gehen die Analysten von zehn beziehungsweise zwölf Prozent Wachstum aus.

Wachsende Auflösung und Lichtstärke: Displays und Projektoren

Trotz Analytics und Integration: Die wichtigste Komponente einer Digital-Signage-Lösung ist immer noch das Gerät, das die Inhalte in das Auge des Betrachters befördert, also das Display oder der Projektor. Bei den Large Format Displays geht der Trend bei den Herstellern weiter zu höheren Auflösungen, auch wenn er beim Handel noch nicht voll angekommen ist. Die 4K-Auflösung kommt vermehrt bei Displays mit kleineren Diagonalen. Zudem ­zeigen die ersten Hersteller Displays mit 8K-Auflösung. Bei der Panel-Technologie dominiert LCD. OLEDs werden verwendet, wenn extrem dünne oder gar gebogene Displays gefragt sind.

Bei sehr großen Diagonalen ersetzen zunehmend Fine-Pitch-LED-Panels die herkömmlichen Videowalls als LFDs. LED-Walls sind zwar kostspieliger, lassen dafür aber sehr große Installationen ohne sichtbare Begrenzungen zwischen den einzelnen Cabinets zu. Bei der Micro-LED-Technik sind die einzelnen LEDs und deren Abstand zueinander weniger als einen Millimeter groß. Damit liefern sie auch aus ­geringer Entfernung ein sehr scharfes Bild mit hoher Lichtstärke und perfektem Schwarz ähnlich wie bei der OLED-Technik. Allerdings sind sie derzeit noch extrem teuer.

Was mit der LED-Technik derzeit möglich ist, illustriert die Suria KLCC Shopping Mall in Malaysia. Dort dreht sich das weltweit größte doppelseitige LED-Display mit 60m² Fläche, zusammengesetzt aus hochauflösenden LED-Modulen.
Was mit der LED-Technik derzeit möglich ist, illustriert die Suria KLCC Shopping Mall in Malaysia. Dort dreht sich das weltweit größte doppelseitige LED-Display mit 60m² Fläche, zusammengesetzt aus hochauflösenden LED-Modulen. (Bild: Nanolumens)

Projektoren bekommen zwar durch die LED-Wände ebenfalls zunehmend Konkurrenz, abschreiben sollte man die Beamer aber keineswegs. Denn sie können Bilder auf fast beliebige und auch gekrümmte oder unregelmäßige Hintergründe wie etwa Gebäudefassaden projizieren. Projektoren mit Phosphor-Lasern als Lichtquelle sind zwar zunächst kostspieliger, dafür sind die Laser aber sehr langlebig und erlauben die Montage der Geräte in beliebiger Orientierung. Zusätzlich sinken die Preise für 4K-Projektoren, und die Lichtstärken gehen nach oben. Auf der ISE ­werden erste Projektoren mit 30.000 bis 50.000 Lumen zu sehen sein.

Preisschilder werden digital

Ein noch kleiner aber wachsender Markt sind Electronic Shelf Labels, die direkt am Regal den Preis und weitere Informationen zum Produkt anzeigen oder als ­digitale Raumbeschilderung verwendet werden. Hier werden neben LCDs oft E-Paper-Panels verwendet. So können die Geräte mit Batterie sehr lange laufen, wenn keine externe Stromversorgung möglich ist. Für die Netzwerkanbindung werden Funktechnologien mit niedriger Leistungsaufnahme eingesetzt. Die Management-Software der Panels ist beim Einsatz im Einzelhandel mit dem Warenwirtschaftssystem verbunden sind. In ­Zukunft werden sicher auch interaktive Systeme auf den Markt kommen, die dann mit dem Digital-Signage-CMS kommunizieren.

Kein Auslaufmodell: Mediaplayer auf PC-Basis

Viele Displays sind mit SoCs ausgestattet, auf denen meist Android läuft. Einige Hersteller setzen alternativ auf eigene Betriebssysteme wie Tizen oder WebOS, wieder ­andere auf modulare Lösungen mit einem Raspberry Pi als Einschub. Hohe Auflösungen oder gar interaktive Nutzungsmöglichkeiten erfordern allerdings auch weiterhin separate, PC-basierte Mediaplayer als Signalquelle. Bei Projektoren ist grundsätzlich ein externer Zuspieler nötig. Mit OPS (Open Pluggable Specification), OPS+ und SDM (Smart Display Module) hat Intel Formate für Rechner geschaffen, die einfach in Displays eingeschoben werden. Die kompakten SDM-Rechner passen selbst in Panels mit geringer Bautiefe. Ausgestattet sind sie mit WLAN und Core-Prozessoren und so auch für die 8K-Auflösung gerüstet. Daneben gibt es natürlich eine ganze Reihe von externen Rechnern mit kompaktem Formfaktor, die für den 24/7-Betrieb ausgelegt sind. Zudem kommen die ersten Lösungen mit AMD-Ryzen-Prozessor und vier HDMI-Ports auf den Markt.

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Kommentar: IT-Kompetenz wird bei Digital Signage zentrale Anforderung

Software und Infrastruktur: Mehr Cloud und mehr Intelligenz

Bei der Software geht auch im Digital-­Signage-Sektor die Reise in Richtung Cloud. Für einfachere Aufgaben reichen dabei die herstellerspezifischen Content-Management-Systeme aus, die auf den SoCs der Displays installiert sind. Bei komplexeren Aufgaben kommen Spezial­lösungen zum Einsatz, die beispielsweise über die Cloud-Plattformen der Distributoren bezogen werden können. Ein Trend ist hier die Integration verschiedener ­Kanäle für die Inhalte, also neben den Displays und Projektoren auch interaktive Touchpanels, Online-Angebote, Apps für Smartphones sowie Social-Media-Plattformen. In Zukunft wird noch die Integration von Sensoren und Kameras im Zusammenspiel mit Data-Analytics dazu­kommen, um so die Interessen potenzieller Kunden zu erfassen und diese mit den passenden Inhalten zu versorgen.

Digital Signage wird intelligent. Mit Sensoren und Analytics reagieren Displays in Zukunft auf ihre Betrachter und stellen passende Inhalte dar.
Digital Signage wird intelligent. Mit Sensoren und Analytics reagieren Displays in Zukunft auf ihre Betrachter und stellen passende Inhalte dar. (Bild: zapp2photo - stock.adobe.com)

Mit dem steigenden Datenvolumen durch höhere Auflösungen, Sensor- und Kameradaten und interaktive Elemente durch Touch-Displays sowie durch die Cloud-Anbindung werden auch die Anforderungen an die Netzwerk-Infrastruktur größer. Hier werden in Zukunft WiFi 6 und 5G für schnelle drahtlose Verbindungen sorgen. Mit der zunehmenden Vernetzung rücken die Sicherung gegen digitale Angriffe und der Datenschutz in den Mittelpunkt. Denn wenig ist für den Betreiber von Werbe-Panels oder für ein ­Einzelhandelsgeschäft unangenehmer, als „gekaperte” Displays, die plötzlich ­unerwünschte, peinliche oder gar strafrechtlich relevante Inhalte abspielen.

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