ITK-Branche optimistisch Die Zeichen deuten auf Wachstum hin

Redakteur: Katrin Hofmann

Die Orakel der ITK-Branche sagen für dieses Jahr ein Umsatzplus voraus. Treiber dafür sind nach Ansicht der Propheten unter anderem die erfreuliche Konjunktur, die trotz Mehrwertsteuererhöhung sinkenden Preise und der Wunsch der potenziellen Käufer nach modernen, personalisierbaren und mobilen Produkten. Die TK-Umsätze allerdings sollen schwächeln.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Glaubt man den Prognosen der ITK-Verbände, sieht alles danach aus, als würde das Jahr 2007 umsatztechnisch sonnig werden. Auf zwei Prozent erhöhte der Bitkom anlässlich der CeBIT seine Wachstumsprognose für Deutschland. Die Umsätze sollen laut dem Verband auf knapp 150 Milliarden Euro steigen. Vorher rechnete der Bitkom nur mit 1,6 Prozent mehr Erlösen. Ein Plus von sogar bis zu drei Prozent prognostiziert der Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE).

Die Hauptantriebsfeder des Marktes ist nach Einschätzung des Bitkom-Präsidenten Willi Berchtold die Informationstechnik mit 3,5-prozentigem Wachstum. Wegen der erfreulichen Konjunktur und der besseren Haushaltslage werden gewerbliche Kunden und Behörden seiner Ansicht nach mehr Geld für ihre IT-Infrastrukturen ausgeben. Bei Computer-Hardware drücken in den Keller sinkende Preise nach wie vor die Erlöse. Dennoch sollen sich die Umsätze auf Vorjahresniveau stabilisieren. Noch im Herbst des vergangenen Jahres hatte der Bitkom einen weiteren Rückgang prophezeit. Ein Grund für die Stabilisierung soll das neue Betriebssystem Vista sein, das nach und nach den Absatz belebt. Auch Notebooks liegen in der Gunst der Kunden; 2007 sollen erstmals mehr mobile als stationäre Geräte an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht werden.

Software und Services Erstarken

»Die Top-Segmente Software und IT-Services laufen noch besser als angenommen,« sagte Berchtold bei der Jahrespressekonferenz 2007 seines Verbandes auf der CeBIT und prognostizierte den beiden Segmenten fünf Prozent Mehrumsatz. Einen »Nachfrageschub« sollen, wie auch zahlreiche Analysten glauben, serviceorientierte Architekturen (SOA) erleben. Laute doch das Gebot der Stunde, dass die Programme flexibler an persönliche Bedürfnisse angepasst werden, erläutert Berchtold. Bei IT-Services sei der anhaltende Trend zum IT-Outsourcing ein wesentlicher Wachstumsmotor. Als weitere anhaltende IT-Trendthemen des Jahres bezeichnete Berchtold Security- und Kundenmanagement-Lösungen.

Ein noch höheres Wachstum als die Informationstechnik prognostiziert der Verband lediglich der Unterhaltungselektronik, die einen kleineren Teil am Gesamtmarkt (sieben Prozent) als die IT (49 Prozent) hat. Ein Renner des Jahres seien Flachbildfernseher mit einem Umsatzplus von 18 Prozent. Der Grund dafür seien die trotz der gestiegenen Mehrwertsteuer fallenden Preise. Nach wie vor ebenfalls ein Verkaufsschlager sollen digitale Empfangsgeräte für DVB-T sein, das die analoge Ausstrahlung der Programme ersetzt. Schwung in den Spielkonsolenmarkt könnten die neuen Geräte von Microsoft, Nintendo und Sony bringen. Hoffnung auf ein zunehmendes Technikinteresse – und damit verbunden auch auf ein weiteres Absatzplus – macht auch die positive Einstellung der Deutschen gegenüber der ITK.

Einfaches Handling gewünscht

Entsprechend einer Studie unter 1 000 deutschen Verbrauchern, die der VDE bei Ipsos in Auftrag gegeben hatte, beurteilen mehr als die Hälfte die Entwicklung der Informationsgesellschaft positiv. Lediglich 16 Prozent meinen, der technische Fortschritt habe negative Auswirkungen. 30 Prozent antworteten mit »teils-teils«. Unterhaltungsgeräte können entsprechend der VDE-Untersuchung insbesondere mit ihrer leichten Handhabung punkten, denn diese Option ist für die Befragten gleichauf mit der Gesundheitskarte am interessantesten. Ebenfalls wichtig ist vielen Verbrauchern, dass die Produkte in Deutschland gefertigt werden. Handy-TV wird dagegen wohl eher kaum zum Umsatztreiber werden, denn nur 17 Prozent der Untersuchungsteilnehmer würden sich ihre Zeit gerne damit versüßen. Relevante Mehrumsätze lassen sich mit dem mobilen Fernsehen also offenbar in absehbarer Zukunft nicht realisieren.

Auch insgesamt sollen die Erlöse aus dem Telekommunikationsgeschäft, das 44 Prozent Anteil am gesamten ITK-Markt hat, laut Bitkom im laufenden Jahr leicht unter denen des Vorjahres liegen. Ursächlich dafür sind unter anderem weiter sinkende Preise in Verbindung mit der immer mehr um sich greifenden Nutzung des Internets anstelle des Festnetzes. Eine Zahl: Das Gesprächsvolumen der Internettelefonie hat sich im vergangenen Jahr entsprechend den Angaben des Bitkom verdreifacht. Die Festnetztelefonie ist zwar nach wie vor noch am beliebtesten, allerdings rückläufig. Diese Trendwende spiegelt sich auch beim Kaufverhalten bezüglich Hardware wider. Während die Umsätze mit TK-Hardware insgesamt – neben Festnetztelefonen gehören dazu auch Handys und Smartphones — um zwei Prozent sinken werden, sollen die der Mobilgeräte stabil bleiben. Die Absatzzahlen von Handys und Smartphones dürften sogar um zwei Prozent zulegen, so die Marktforscher.

Zweitgeräte liegen im Trend

Ein Grund dafür: laut Bitkom reicht zahlreichen Konsumenten ein einzelnes Handy nicht mehr aus, Zweit- und Drittgeräte lägen im Trend. Ebenso sollen die Umsätze, die mit dem mobilen Telefonieren getätigt werden, weiter steigen. Die sinkenden Preise würden von der stärkeren Nutzung kompensiert. Mit einem gleich bleibend hohen Niveau von rund 56 Milliarden Euro rechnet der Bitkom bei den Umsätzen, die mittels TK-Diensten wie SMS oder Webdownloads erwirtschaftet werden können. Die wachsende Durchdringung von Breitband – insbesondere DSL – sei dabei der entscheidende Treiber, der dazu geführt hat, dass allein die Umsätze mit Downloads aus dem Web wie Musik und Filmen 2006 um 16 Prozent auf 120 Millionen Euro gewachsen sind.

Nicht zuletzt beeinflusst auch das so genannte Web 2.0 die ITK-Branche. Immer wieder konnte man auf der CeBIT aus Expertenmund vernehmen, dass die Generierung von Inhalten durch die Nutzer selbst – ein prominentes Beispiel dafür ist die virtuelle Welt Second Life - an handfesten Zahlen ablesbar den Markt vorantreibt. Alles in allem eröffnen sich damit gute Aussichten fürs laufende Geschäftsjahr, die es mit den richtigen Strategien gewinnbringend zu nutzen gilt.

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