Akquisition von Aluxo Die Teccle Group kauft Automatisierungs-Knowhow ein

Autor: Michael Hase

Die Frankfurter Teccle Group übernimmt den Workplace-as-a-Service-Anbieter Aluxo aus Heidelberg. Die beiden wichtigsten Assets des badischen Spezialisten sind eine automatisierte Commerce-Plattform und tiefes Prozess-Knowhow.

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Der Workplace-as-a-Service-Spezialist Aluxo ist in Sandhausen, einem Vorort von Heidelberg, ansässig.
Der Workplace-as-a-Service-Spezialist Aluxo ist in Sandhausen, einem Vorort von Heidelberg, ansässig.
(Bild: Fineart Panorama - stock.adobe.com)

Ein Jahr nach der Gründung nimmt die Teccle Group ihr achtes Mitglied auf. Der Workplace-as-a-Service-Anbieter Aluxo aus Sandhausen bei Heidelberg gehört seit vergangenen Donnerstag zur Firmenfamilie. Damit ist die Dienstleistungsgruppe, deren Holding im August 2020 in Frankfurt / Main ins Handelsregister eingetragen wurde, jetzt auch in Baden-Württemberg vertreten – nach Bayern, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland. Der frisch akquirierte Spezialist aus dem Rhein-Neckar-Raum wird allerdings nicht in seiner Region als „Local Leader“ auftreten, wie das die Schwesterunternehmen tun, sondern bringt primär seine Kompetenz auf dem Feld der Prozessautomatisierung bei Teccle ein.

Aluxo stellt Kunden bundesweit IT-Arbeitsplätze in einem Mietmodell bereit. Im Vordergrund steht die Vermarktung von Client-Geräten von Lenovo, Microsoft und HP. Das Unternehmen, das fünf Mitarbeiter beschäftigt, nutzt dazu eine selbstentwickelte Plattform, über die alle Prozessschritte wie Bestellung, Lieferung, Abschluss des Leasingvertrags und monatliche Abrechnung weitestgehend automatisiert abgewickelt werden. Dazu haben die Badener das System mit Schnittstellen zu den Distributoren der Hersteller, zu Leasinggesellschaften und zur Preisvergleichsplattform ITscope ausgestattet. In einem weitsichtigen Schachzug hat sich Aluxo frühzeitig mehrere Domains wie etwa lenovo-as-a-service.de oder surface-as-a-service.de gesichert.

Vergangenheit bei SAP

Hinter dem Unternehmen stehen Steffen Kosiol und Marcus Rieck als Gesellschafter. Die Entrepreneure, die beide vor ihrer Selbständigkeit bei SAP im nahegelegenen Walldorf tätig waren, werden auch nach dem Verkauf ihrer Anteile an Teccle weiterhin die Geschäfte von Aluxo führen. Im Zuge der Transaktion beteiligen sie sich finanziell an der Gruppe und werden Mitglieder des strategischen Beirats. Eine solche Rückbeteiligung haben ebenfalls die Inhaber der zuvor übernommen Dienstleister erworben.

„Mit dieser Akquisition stellen wir uns beim Thema Workplace-as-a-Service deutlich professioneller auf“, betont Sven Kalisch, Geschäftsführer bei der Teccle Group. Aluxo sei auf diesem Gebiet heute der führende Anbieter in Deutschland. Zudem werde das Automatisierungs-Knowhow, das Kosiol und Rieck mitbringen, dazu beitragen, Effizienzpotenziale innerhalb der Gruppe zu erschließen. „Ihre Attitüde, jeden Prozess daraufhin zu analysieren, wie man ihn verbessern kann und wie sich einzelne Schritte automatisieren lassen, wird uns enorm helfen.“ Perspektivisch werde Teccle die Aluxo-Technologie dazu verwenden, Kunden ein virtuelles Interface zu den Leistungen der Gruppe zu bieten, so Kalisch weiter. „Es wird nicht bei Laptops bleiben. Wir werden auch andere Produkte und Services über die Plattform vermarkten.“

Skalierung des Geschäfts

Rieck bezeichnet den Anschluss an eine größere Organisation als „nächsten logischen Schritt“ für Aluxo. In der Zusammenarbeit mit den anderen Teccle-Mitgliedern könne das Unternehmen sein Geschäft in stärkerem Maße skalieren, als ihm das aus eigener Kraft möglich sei. „Als kleiner Anbieter geben uns große Kunden bei Ausschreibungen oft nicht mal eine Chance, obwohl wir alle erforderlichen Fähigkeiten besitzen“, berichtet der IT-Profi. „Wir möchten aber gerne bei den Großen mitspielen, und dorthin gelangt man nur gemeinsam mit anderen.“ Auf diesem Weg sei Teccle als Trusted Advisor mit klarer Ausrichtung auf hybride Infrastrukturen und Modern Workplace genau der richtige strategische Partner für Aluxo.

Die junge Dienstleistungsgruppe ist weiter auf Akquisitionskurs und strebt eine lokale Präsenz in allen wichtigen Regionen Deutschlands an. Mit ihren Leistungen richtet sie sich an mittelständische Unternehmen mit 100 bis 2.000 IT-Arbeitsplätzen. Im Portfolio spielen Cloud und Managed Services eine wesentliche Rolle. Um den IT-Bedarf von Mittelständlern ganzheitlich abdecken zu können, hält Teccle aber auch Kompetenz für On-Premises- und Hybrid-Cloud-Umgebungen vor. Seit Dezember 2020 hat das Unternehmen die Dienstleister Acontech mit der Security Tochter Certvision (Fürth / Nürnberg), ADD IT & Consulting (Saarbrücken), EDV-BV (Nabburg), Smea IT (Rostock / Hamburg), Dreger IT (Frankfurt) und Netzplan (Hamburg) übernommen. Ein Jahr nach der Gründung bewegt sich der Umsatz in der Größenordnung von 50 Millionen Euro, die Zahl der Mitarbeiter liegt bei etwa 300.

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