Für künftigen Erfolg ist Kreativität gefragt Die Suche nach dem Kassenschlager bei Smartphone und Co.

Autor: Sylvia Lösel

Der Markt der Mobilgeräte präsentiert sich uneinheitlich. Während Smartphones noch immer gut abgesetzt werden, stagniert der Notebook- und Tablet-Markt. Für 2016 erhofft man sich positive Effekte aus dem Umstieg auf Windows 10. Neue Marktteilnehmer im Smartphone-Segment könnten im unteren Preissegment den Platzhirschen das Leben schwer machen.

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Mobile Devices sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, doch die Absatzzahlen sind nicht mehr so rosig, wie noch vor einigen Jahren.
Mobile Devices sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, doch die Absatzzahlen sind nicht mehr so rosig, wie noch vor einigen Jahren.
(Bild: © sdecoret - Fotolia)

Sinkende Absatzzahlen bei Notebooks und Tablets, viele neue Marktteilnehmer im Smartphone-Segment: Das Jahr 2016 könnte viel Spannendes im Mobile-Device-Segment bereithalten. Im vergangenen Jahr wurden laut den Marktforschern von Gartner weltweit 288,7 Millionen PC-Einheiten verkauft – ein Rückgang um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein wenig schief ist diese Analyse in Bezug auf Mobilgeräte, denn Gartner zählt zur Kategorie PCs die desktop-basierten Computer, mobile PCs und x86-Tablets mit Windows 8. Chromebooks und andere Tablets werden nicht mitgezählt. Auch Smartphones finden hier keine Berücksichtigung. Für diese gelten andere Gesetze: Denn der globale Smartphone-Markt erreichte im dritten Quartal 2015 Rekordumsätze. Vor allem drei Wachstumsmärkte sind dafür verantwortlich: China, der Mittlere Osten und Afrika sowie Wachstumsmärkte im asiatisch-pazifischen Raum. Insgesamt wurden 325 Millionen Smartphones verkauft. Der durchschnittliche Verkaufspreis von 300 US-Dollar blieb dabei im Vergleich zum Jahr 2014 unverändert.

Schwieriges Umfeld

In Europa allerdings sind Wachstumsraten im zweistelligen Bereich passé. Sie liegen bei unter fünf Prozent, in Märkten wie Frankreich und Großbritannien sogar im negativen Bereich.

Gerade bei den mobilen Devices fiel ein wichtiger Absatztreiber weg: das neue Betriebssystem von Microsoft. Mit Windows 10 war es erstmals nicht mehr nötig, sich neue Hardware anzuschaffen. Das kostenlose Upgrade sorgte dafür, dass vor allem viele Endanwender ihre älteren Geräte behielten statt die Hardware zu ersetzen. Kritik dafür musste sich der Redmonder Konzern unlängst vom Lenovo-Chef Yuanqing anhören. Dieser hat aber durchaus Ideen, wie auch das kommende Jahr für den chinesischen Hersteller erfolgreich verlaufen könnte. „Wir verfolgen zwei Ansätze: Zum einen findet im PC-Markt eine Konsolidierung statt. Manche Hersteller geben auf und steigen aus. Wenn jemand wie Sony den Raum verlässt, dann wird Platz für uns frei. Und man kann mit innovativen Produkten punkten. Wenn man bei einem Laptop einen abnehmbaren Bildschirm einsetzt, den man auch solo als Tablet verwenden kann, befindet man sich als Hersteller in einem Marktsegment, das weiterhin wächst. Diese Produktkategorie haben wir schon vor über einem Jahr eingeführt und sind deshalb sehr zuversichtlich. Zum anderen ist Lenovo keine reine PC-Company mehr, sondern ist auch mit Smartphones sowie Servern und Speichersystemen erfolgreich.“

2-in-1-Geräte hoch im Kurs

Obwohl sich Windows 10 nicht als Hardware-Booster erwiesen hat, setzt Samsung erstmals seit zwei Jahren im Tablet-Segment auf dieses Betriebssystem. Das letzte Windows-Tablet von Samsung war Ende 2013 das Ativ Tab 3 mit Atom-CPU und Windows 8.1. Danach haben die Koreaner bei Tablets voll auf Android gesetzt und den Verkauf von Windows-Rechnern in Europa im September 2014 sogar komplett eingestellt. Der stagnierende Markt bei Android-Tablets und die gesteigerte Nachfrage nach 2-in-1-Geräten mit Windows 10 hat die Koreaner nun zu einer Kursänderung bewogen: Das 12-Zoll-Tablet Galaxy Tab Pro S läuft trotz des eigentlich für Android reservierten Namens „Galaxy” unter Windows 10, und es wird auch auf den deutschen Markt kommen.

Neue Konkurrenz im Smartphone-Markt

Netzwerk-Spezialist TP-Link will ebenfalls im Smartphone-Segment mitmischen. Der Hersteller wird im März ein erstes Smartphone seiner Serie Neffos auf den deutschen Markt bringen. Dieses soll zu einem Preis von 99 Euro hierzulande zu haben sein. In eine ähnliche Kerbe schlägt Coolpad. Der chinesische Hersteller, der in seinem Heimatland durchaus zu den bedeutenderen Marktteilnehmern gehört, will mit dem Modena sein erstes Smartphone in Deutschland anbieten. Das Gerät soll rund 170 Euro kosten, hat ein 5,5-Zoll-Display und basiert auf dem Betriebssystem Android. Roberta Cozza, Research Director bei Gartner: „Wir beobachten einen Trend hin zu Einsteigergeräten im Smartphone-Markt. Selbst bei Ersatzkäufen geht der Trend nicht mehr zu Highend-Geräten.“

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Über den Autor

 Sylvia Lösel

Sylvia Lösel

Chefredakteurin IT-BUSINESS, Vogel IT-Medien