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Weiterer Datenskandal bahnt sich an Die Pharmaindustrie und der Verdacht auf illegalen Datenhandel

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Dr. Stefan Riedl / Dr. Stefan Riedl

Laut Spiegel Online könnte es „einer der größten Datenskandale sein, den die deutsche Gesundheitsbranche je erlebt hat“: Nach Informationen des Nachrichtenmagazins haben große Pharmaunternehmen von mehreren Rechenzentren unverschlüsselte Rezeptdaten gekauft.

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Medizinische Daten sind besonders sensibel. (© Aleksandr Bedrin)
Medizinische Daten sind besonders sensibel. (© Aleksandr Bedrin)

In einer eidesstattlichen Erklärung, die Spiegel Online vorliegt, berichtet ein ehemaliger Mitarbeiter einer Firma, die Daten für die Pharmaindustrie auswertet, von nicht erlaubten Vorgängen. Demnach haben mehrere Rechenzentren in Deutschland mit Apothekenrezeptdaten gehandelt.

Die Daten seien gespeichert und für die Pharmaindustrie ausgewertet worden. Der Leiter des Unabhängigen Datenschutzzentrums Schleswig-Holstein hält die auszugsweise übermittelten Unterlagen laut Spiegel für valide.

Grenzen der Analyse

Besagte Firma unterstützt Berufsverbände aus Ärzte- und Apothekerschaft und die Pharmabranche mit Studien und Analysen. Grundsätzlich sind solche Analysen auch nicht verboten, wenn die Daten richtig aufbereitet, also beispielsweise anonymisiert sind.

Stellen sich die Anschuldigungen jedoch als wahr heraus, könnten die Pharmafirmen mit den erworbenen Daten beispielsweise zuordnen, welche Arztpraxen welche Rezepte ausgestellt haben. Durch eine Auswertung dieser Zusammenhänge könnte eine Erfolgskontrolle von Pharmavertretern stattfinden, oder Verkaufspotenziale ausgelotet werden.

Grundsätzliche Fragen

Das Skandalpotenzial ist deswegen so groß, weil es um sehr sensible Daten geht. Es stellt sich erneut allgemein die Frage nach Datensicherheit bei externer Datenhaltung in Rechenzentren. Außerdem stehen die Grenzen professioneller Datenanalysen zu Marketingzwecken an sich zur Diskussion.

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