Aus- und Weiterbildung in Krisenzeiten Die Mitarbeiter – Kapital des Unternehmens

Redakteur: Christian Träger

Auf Krisenzeiten und Umsatzeinbußen reagieren viele Firmen mit Entlassungen. Dabei sind gerade die Menschen das Kapital eines Unternehmens. Beispiele zeigen, welche Bedeutung den Mitarbeitern und deren Qualifikation sowie Weiterbildung tatsächlich beigemessen werden sollte.

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Die Vorbereitung auf den Berufsalltag erfolgt bei der technischen Ausbildung an der Ricoh Academy im Workshop.
Die Vorbereitung auf den Berufsalltag erfolgt bei der technischen Ausbildung an der Ricoh Academy im Workshop.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Zahl der entlassenen Mitarbeiter in den Unternehmen schnellt in Krisenzeiten extrem in die Höhe. Natürlich kosten die Angestellen Geld, und wenn die Aufträge weniger werden, dann kann auch die Zahl der Mitarbeiter reduziert werden. Doch die Menschen, die ein Unternehmen beschäftigt, verursachen nicht nur Kosten, sondern sie sind gleichzeitig das Kapital des Unternehmens.

Dieser Beitrag stammt aus der Mutmacher-Ausgabe von IT-BUSINESS (5/2009 vom 2.3.2009, zur CeBIT 2009). (Archiv: Vogel Business Media)

Die Angestellten repräsentieren die Firma nach außen, produzieren qualitativ hochwertige Waren oder stellen über Dienstleitungen sicher, dass die Kunden zufrieden sind. Daher ist es wichtig, die Mitarbeiter zu fördern und deren Qualifikation ständig zu verbessern. Viele Unternehmen haben den Wert ihrer Mitarbeiter erkannt und investieren große Summen in deren Aus- und Weiterbildung. Und auch die Förderung des Nachwuchses darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden. Damit lässt sich auch dem Schreckgespenst des Fachkräftemangels entgegenwirken.

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Ricoh bildet aus

Mit Ausbildungsgängen wie Informationselektroniker/in (Fachrichtung Bürosystemtechnik) und IT-Systemkaufmann/-frau sichert sich Ricoh im technischen und im vertrieblichen Bereich qualifizierte Fachkräfte für das eigene Unternehmen. Andere Ausbildungsberufe sind Groß- und Außenhandelskaufmann/-frau, Fachkraft für Lagerlogistik und Bachelor of Science Wirtschaftsinformatik. Insgesamt 155 Azubis absolvieren zurzeit ihre Ausbildung im Unternehmen. »Der stetige Wandel von Markt und Technologie fordert eine Ausbildung mit Blick auf die Zukunft«, sagt Heinz-Gunter Kursawe, Chief Manager der Ricoh Academy. »Das Ausbildungskonzept ist unsere Strategie gegen den Fachkräftemangel. Ganz aktuell sind wir Anfang Februar vom renommierten Institute of IT Training für unser Konzept ausgezeichnet worden.« Die Zahlen der Ricoh Academy sprechen für sich: Regelmäßig werden über 90 Prozent der Auszubildenden übernommen.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie mehr über die Ausbildung bei Ricoh.

Ganzheitliches Konzept

Ricoh setzt auf eine ganzheitliche Ausbildung, die über den herkömmlichen Standard hinausreicht: umfassendes fachliches Know-how wird ergänzt durch andere Kompetenzbereiche wie Kommunikations- und Konfliktmanagement. Herstellerunabhängige Zertifizierungen im Rahmen der Ausbildung unterstreichen das hohe Niveau der Ausbildung.

Den Ausbildungsgang Informationselektroniker/in für Bürosystemtechnik bietet Ricoh seit vielen Jahren erfolgreich an. Auch Nachwuchskräfte der Fachhandelspartner von Ricoh können im Rahmen einer Verbundkooperation diese Ausbildung absolvieren – ein Konzept von dem sowohl der Handel als auch der Hersteller profitieren.

FKS setzt auf den Nachwuchs

Wachstum statt Krise – FKS ist für 2009 hervorragend aufgestellt und hat die Segel gesetzt. So lautet das Motto bei Friedrich Karl Schroeder, einem IT-Systemhaus mit Schwerpunkt in den Bereichen Informations- und Papierausgabe-Technologien, das 1925 gegründet wurde und in der dritten Generation durch die Familie geführt wird. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg wächst nicht nur durch Akquisitionen, sondern investiert auch verstärkt in die Ausbildung.

Neben der Akquisition der Firma L+R Kopiertechnik zum 1. 1. 2009 mit insgesamt 15 Mitarbeitern und der Verstärkung der Mannschaft im IT-Geschäftsbereich mit insgesamt 14 Personen engagiert sich das Systemhaus auch weiterhin stark in der Nachwuchsförderung. Im Schnitt liegt die Ausbildungsquote bei 11 Prozent. Das Unternehmen bietet aktuell Ausbildungsplätze in den Berufen Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel, IT-Systemkaufmann/-frau und Fachinformatiker/-in. »Ziel ist es, jeden Azubi wie einen zukünftigen FKS-Mitarbeiter einzubinden. Darum unterstützen wir jeden darin, ein Teil des Teams zu werden und so eigenständig wie möglich zu arbeiten. Einer unserer Azubis ist der beste IT-Systemkaufmann 2007 in Hamburg geworden und heute bei uns in der Systemberatung tätig«, ergänzt Christian Schroeder, Geschäftsführender Gesellschafter von FKS, zum erfolgreichen Unternehmenskonzept. »Wir sind stolz darauf, dass einige unserer besten Mitarbeiter bei uns ausgebildet wurden.«

Um dem Fachkräftemangel noch gezielter vorzubeugen, hat sich FKS dem Programm »Career & Study« der Compass Akademie angeschlossen und bietet neuerdings zwei Vollstipendien zum »Bachelor of Arts« an. Hierbei können frisch Ausgelernte neben dem Beruf studieren und werden dabei finanziell und zeitlich unterstützt. Der qualifizierte Nachwuchs wird über ein berufsbegleitendes Studium auf die künftigen Fach- und Führungsaufgaben vorbereitet. In dreieinhalb Jahren absolvieren sie ein klassisches BWL-Studium mit dem international und staatlich anerkannten Abschluss »Bachelor of Arts« und können sich dabei im Vertrieb spezialisieren – und dies alles bei gleichzeitiger Vollzeit-Tätigkeit im Unternehmen.

Um auch die festangestellten Mitarbeiter weiter zu motivieren, werden diese gefördert, regelmäßig geschult und zertifiziert. Die gute Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter ist die beste Absicherung für die Zukunft von FKS, resümiert Schroeder.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, welche Bedeutung eLearning bei der Aus- und Weiterbildung haben kann.

eLearning – Flexibilität zählt

Immer mehr Firmen nutzen die Möglichkeit, die Mitarbeiter online schulen zu lassen. Easy-Training ist im Bereich eLearning in der IT und Consumer Electronic Branche tätig. Seit 1999 produziert das Unternehmen für Industrie und Handel individuelle E-Learning-Lösungen – von der Lernplattform über inspirierende, multimediale Lerninhalte bis zur Komplettbetreuung vieler Onlineakademien in acht europäischen Sprachen.

Die Probleme am Finanzmarkt haben natürlich auch die IT- und CE-Industrie erreicht und somit ebenso die Kundenbasis von Easy-Training. Für die eLearning-Sparte sind rezessive Phasen jedoch keine Tragödie, im Gegenteil: Unternehmen überdenken ihre Kosten und Investitionsstrategie auch im Bereich Channel-Training. Immer öfter entscheiden sich jetzt Unternehmen für den Einsatz von eLearning und damit für geringere Kosten, höhere Reichweite und größere Flexibilität.

Um auch im Jahr 2009 weiter wachsen zu können, hat sich Jörg Thomas Weyers, Vorstand von Easy-Training, im November entschlossen, auch andere Branchen zu adressieren. Daher hat er die Lösungen seines Unternehmens auf der E-Learning Messe »Learntec« in Karlsruhe vorgestellt. »Diese Entscheidung, nach vorne zu gehen, war richtig. Über die Messe sind viele hochinteressante Industriekontakte entstanden«, resümiert Weyers. In Zahlen bedeutet das ein Auftragspotenzial von 550.000 Euro für die kommenden 18 Monate. Weyers ist zuversichtlich, aus diesem Potenzial genügend Aufträge zu generieren, um Easy-Training weiter auf Wachstumskurs zu halten.

Was Tomtom für seine Partner in Sachen Weiterbildung tut, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

Tomtom bildet Fachhändler aus

Trotz der momentanen Wirtschaftssituation setzt Tomtom nach wie vor auf die persönliche Unterstützung von Händlern. Lange Zeit zählten Navigationsgeräte zu den weniger beratungsintensiven Produkten. Dies hat sich geändert, denn inzwischen bieten Navigationsgeräte zahlreiche erklärungsbedürftige Extras und Alleinstellungsmerkmale. Seien es Features wie HD Traffic, Fahrspurassistent oder Unterschiede beim Kartenmaterial oder in der Routenberechnung – gute Schulungen im Bereich der portablen Navigation haben für den Handel zunehmend an Bedeutung gewonnen, um potenziellen Käufern die bestmögliche Beratung anzubieten und sie bei der Suche nach einem für sie idealen Navigationsgerät unterstützen zu können.

TomTom liefert daher die passende Lösung, die Händlern den täglichen Umgang mit dem Thema Navigation erleichtert. Neben dem Händlerportal www.tomtom-partnercity.com und den klassischen Maßnahmen wie PoS-Materialien oder Infobroschüren bietet das Unternehmen seit Juni 2008 ein umfangreiches Training für Verkäufer an, um deren Kenntnis über die Produkte und Services von Tomtom sowie über Satellitennavigation im Allgemeinen weiter zu verbessern. Ein Trainer von Tomtom führt Händler persönlich durch das neue Programm. Termine können einfach online über das Händlerportal vereinbart werden. Die Schulungen finden direkt beim Händler vor Ort statt und sind mit keinen Kosten verbunden. Einzige Voraussetzung: Es müssen mindestens drei Verkäufer am Training teilnehmen.

Individuelle Ergänzung

Das individuelle Trainingsprogramm stellt eine Ergänzung zu dem bereits bestehenden Online-Angebot von Tomtom dar und bietet Verkäufern in ganz Deutschland die Möglichkeit, mehr über die Produkte und Services des Navigationsspezialisten zu erfahren – wann immer sie Zeit dafür haben, wo immer sie möchten. Die Trainings werden flexibel gestaltet, je nach zur Verfügung stehender Zeit. Teilnehmer erhalten nach dem erfolgreichen Absolvieren des Trainings ein offizielles Zertifikat.

Bis dato haben sich bereits über 3.500 Händler aus ganz Deutschland auf der PartnerCity-Plattform registriert – das Tomtom-Händlerportal soll 2009 allerdings konsequent weiter ausgebaut werden. Insgesamt konnten bis zum Februar 2009 rund 360 persönliche Trainings mit insgesamt 1.500 Teilnehmern bei deutschen Händlern durchgeführt werden. Ein großer Erfolg für Tomtom und ein positives Feedback seitens des Verkaufspersonals auf die Trainingsinitiative, die das Unternehmen auch im Jahr 2009 weiterführen wird.

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