GfK-Konsumklimastudie für Juni 2021 Die Konsumstimmung steigt endlich wieder

Autor: Heidi Schuster

Die Stimmung der Verbraucher hat sich im Juni spürbar verbessert, wie die GfK-Konsumklimastudie zeigt. Die Konjunktur- und Einkommenserwartungen legen deutlich zu, die Anschaffungsneigung verzeichnet immerhin moderate Zuwächse.

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Das Konsumklima in Deutschland verzeichnet den höchsten Wert seit August 2020.
Das Konsumklima in Deutschland verzeichnet den höchsten Wert seit August 2020.
(Bild: © Eisenhans - stock.adobe.com)

Es geht wieder bergauf in Deutschland. Im Juni 2021 ist die Konsumstimmung laut GfK wieder deutlich besser und auch die Prognosen sehen gut aus: für Juli sagen die Konsumforscher einen Wert von - 0,3 Punkten voraus und damit 6,6 Punkte mehr als im Juni dieses Jahres (revidiert - 6,9 Punkte).

Bemerkenswert ist im Juni, dass die Verbraucher sehr zuversichtlich sind, wenn es um die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage in Deutschland geht. Die Konjunkturerwartung legt nach dem sprunghaften Anstieg im Vormonat noch einmal deutlich zu. Der Indikator klettert nach einem Plus von 17,3 Punkten auf aktuell 58,4 Zähler. Dies ist der höchste Wert seit mehr als zehn Jahren. Im Februar 2011 wurde mit 59 Punkten zuletzt ein höherer Wert gemessen.

„Wir lassen den Lockdown mehr und mehr hinter uns. Stark sinkende Inzidenzen sowie signifikante Fortschritte beim Impfen erlauben immer umfangreichere Lockerungen beziehungsweise Öffnungen. Zudem ist nun auch Urlaub wieder möglich. Dies sorgt für steigenden Optimismus, der sich auch in der besseren Konsumstimmung ausdrückt“, sagt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „So prognostizieren wir für das Konsumklima für Juli einen Wert von - 0,3 Punkten und damit den höchsten Wert seit Sommer vergangenen Jahres. Im August 2020 wurde mit - 0,2 Punkten zuletzt ein besserer Wert gemessen.“

Damit wird eine spürbare Erholung des privaten Konsums in der zweiten Jahreshälfte 2021 wahrscheinlicher. Die Binnenkonjunktur würde damit wieder einen positiven Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung leisten. Bislang wird das Wachstum in erster Linie durch die gute Exportentwicklung, speziell im Warenverkehr mit China und den USA, gestützt, so die Marktforscher.

Einkommenserwartung

Ähnlich der Konjunkturerwartung legt auch die Einkommenserwartung im Juni spürbar zu. Der Indikator gewinnt 14,6 Punkte und weist nun 34,1 Punkte auf. Ein besseres Niveau verzeichnete die Einkommensstimmung zuletzt im Februar 2020 mit 41,2 Zählern, also noch vor der Coronakrise. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres beträgt das Plus 27,5 Punkte.

Die sinkenden Inzidenzzahlen erlauben nun auch Öffnungen in der Außen- und Innengastronomie. Eine Reihe von Beschäftigten werden die Kurzarbeit verlassen und verbessern damit ihre Einkommensposition. Dies wirkt belebend auf die Einkommenserwartungen, so die GfK.

Anschaffungsneigung

Die Anschaffungsneigung profitiert von den spürbaren Zuwächsen der Einkommensaussichten, wenn auch wesentlich moderater. Der Indikator gewinnt 3,4 Zähler hinzu und weist aktuell 13,4 Punkte auf.

Im Gegensatz zur Einkommensstimmung sind die Verbraucher im Hinblick auf ihre Konsumneigung noch etwas vorsichtig, erklären die Marktforscher. Trotz der Öffnungen beziehungsweise Rücknahme von Beschränkungen seien nach wie vor eine Reihe von Branchen – vor allem im Dienstleistungsbereich – stark eingeschränkt. Dies gelte zum Beispiel für den Veranstaltungsbereich. Zudem bestehe weiter die Maskenpflicht beim Einkaufen. Dies dürfte die Freude am Einkaufserlebnis auch künftig in Grenzen halten.

Zur Studie

Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 3. bis 14. Juni 2021. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.

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 Heidi Schuster

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Redakteurin, Online CvD, Vogel IT-Medien