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Die IT-Branche muss weiblicher werden

| Autor: Sarah Nollau

Mädchen sollten schon früh für digitale Technologien begeistert werden, damit Talente für den späteren Arbeitsmarkt nicht verloren gehen.
Mädchen sollten schon früh für digitale Technologien begeistert werden, damit Talente für den späteren Arbeitsmarkt nicht verloren gehen. (Bild: Pixabay / CC0)

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Frauen sind in der IT-Branche immer noch unterrepräsentiert. Betroffen sind vor allem Führungspositionen. Zurückzuführen sei dies auf den Mangel an weiblichen Vorbildern und die fehlende frühzeitige Förderung von Interessen. Der Anteil der IT-Studienanfängerinnen steigt nur langsam.

Was generell für Führungspositionen gilt, gilt für die IT-Branche besonders. Es mangelt an weiblichen Führungskräften. Zu diesem Fazit kommt eine aktuelle Studie des Eco Verbands. „Auf offene Positionen für Programmierer und IT-Experten bewerben sich je nach Position nur rund 10 bis 20 Prozent Frauen“, beklagt Lucia Falkenberg, Chief Personal Officer (CPO) des Eco Verbands und Leiterin der Eco-Kompetenzgruppe New Work. Ganz trüb ist die Zukunft allerdings nicht. Der Anteil der weiblichen Bewerber stieg in den vergangenen Jahren leicht an. Der Bedarf wird damit allerdings nicht gedeckt.

Weibliche Vorbilder

Den Grund sieht Falkenberg vor allem in dem Mangel an weiblichen Vorbildern: „Wir brauchen mehr junge Frauen, die sich heute für eine Tätigkeit und Karriere in der Internetwirtschaft entscheiden und zu den Vorbildern von morgen werden wollen.“ Es werden nicht nur Informatikerinnen per se gesucht. Ebenso auf dem Such-Radar der IT-Unternehmen sind Juristinnen, Marketingexpertinnen und Controllerinnen.

Eine höhere „Trefferquote“ bei der Suche haben Unternehmen, wenn sie ihre Mitarbeiter bei Familienaufgaben wie Kinderbetreuung oder Pflegeaufgaben unterstützen. Diversity und gesellschaftliches Engagement scheinen essentielle Teile der gewünschten Unternehmenskultur zu sein. Das wirtschaftliche Wachstum von IT-Unternehmen und der Internetwirtschaft kann vor allem dann unterstützt werden, wenn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von Unternehmen berücksichtigt wird.

Unternehmen können von weiblichen Führungs- und Fachkräften profitieren: „Gemischte Teams sind kreativer und kommunikativer und in Arbeitsprozessen effektiver, wie zahlreiche Studien und Praxisbeispiele zeigen“, so Falkenberg.

Frühzeitige Förderung

Falkenberg fordert, dass IT-Kernkompetenzen und Medienkompetenzen schon ab der Grundschule vermittelt werden. Auch eine frühzeitige Förderung der Potenziale und Interessen wäre wünschenswert. So hat eine Bitkom-Studie ergeben, dass in Informatikhörsälen zwar langsam mehr Frauen zu finden sind, aber immer noch unterrepräsentiert sind. Von 2015 auf 2016 stieg die Zahl der Studienanfängerinnen in IT-Studiengängen um 5,2 Prozent von 8.519 auf 8.966. Gerade einmal 23 Prozent der IT-Akademikern in spe sind Frauen. Bitkom-Bildungsexpertin Natalie Barkei führt den geringen Wert ebenfalls auf die fehlende Förderung von Interessen in jungen Jahren zurück: „IT gilt noch immer als klassische Männerdomäne, der Grundstein dafür wird schon in jungen Jahren gelegt. Kinder sollten so früh wie möglich für digitale Technologien begeistert und schon im Grundschulalter an das Programmieren herangeführt werden.“ Auch die Talentiersten verlieren ihr Interesse an MINT-Fächern, wenn sie nicht gefördert werden. Für Barkei ist ebenfalls der Mangel an weiblichen Vorbildern fatal.

Studiengänge in MINT-Fächern

Weibliche Studierende sollen durch spezielle „Frauenstudiengänge“ im MINT-Bereich angesprochen werden. Studien- und Prüfungsordnungen unterscheiden sich im Vergleich zu „klassischen“ Studiengängen nicht. Ein derartiges Angebot findet sich beispielsweise an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin.

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