Studie von Trusted Shops Die häufigsten Abmahngründe

Autor Katrin Hofmann

Die Abmahnkosten steigen. Umso wichtiger ist es, zu wissen, was Wettbewerber oder Verbraucherschützer am häufigsten dazu veranlasst, per Abmahnung gegen rechtliche Verstöße vorzugehen.

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Abmahnungen gehören für Händler leider nach wie vor zum Alltag.
Abmahnungen gehören für Händler leider nach wie vor zum Alltag.
(Bild: Pixabay)

Sanken die Abmahnkosten in den vergangenen Jahren noch, hat sich dieser Trend einer Umfrage von Trusted Shops unter 993 Online-Händlern zufolge nun umgekehrt. 48 Prozent der seit Juli 2015 bis zum Sommer 2016 von Abmahnungen betroffenen 251 Anbieter hatten mit Kosten pro Abmahnung von mehr als 1.500 Euro zu kämpfen. Im Vorjahr sagten das nur 39 Prozent. Etwa die Hälfte der Abgemahnten empfinden die Schreiben deshalb auch als akut existenzbedrohlich.

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71 Prozent der Online-Händler, die gemäß der Untersuchung eine Abmahnung erhalten hatten, setzten sich dagegen zur Wehr. Von diesen sagen immerhin 76 Prozent, dass ihr Vorgehen erfolgreich war. In zwölf Prozent der Fälle zog der Gegner die Abmahnung komplett zurück. Bei 27 Prozent der Abmahnungen reduzierten sich die Kosten. 37 Prozent der Gegner akzeptierten zumindest eine Änderung der Unterlassungserklärung. Lediglich in elf Prozent der Fälle war das Vorgehen gegen den Abmahner erfolglos.

Mit Abstand am häufigsten abgemahnt wurden Verstöße gegen das Widerrufsrecht. 17 Prozent der Abmahnungen bezogen sich darauf. Davon richteten sich 35 Prozent gegen die Verwendung einer alten Widerrufsbelehrung. 29 Prozent monierten Fehler, 23 Prozent fehlende oder fehlerhafte Muster-Widerrufsformulare, sechs Prozent gingen gegen eine fehlende Telefonnummer vor, und ebenfalls sechs Prozent der Abmahnungen richteten sich gegen nicht vorhandene oder falsch im Bestellprozess verlinkte Widerrufsbelehrungen.

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