Marke gestärkt Die Fotofachhändler haben ihren Weg gefunden

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Susanne Ehneß / Susanne Ehneß

Die Kooperation Ringfoto blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Der Trend zu hochwertigen Kameras hat Einbußen in anderen Segmenten mehr als wettgemacht.

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Im Rahmen der Branding-Offensive wurden 40 Fotohändler umgerüstet.
Im Rahmen der Branding-Offensive wurden 40 Fotohändler umgerüstet.
(Bild: Ringfoto)

Die Fachhandelskooperation Ringfoto erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 308,7 Millionen Euro und damit 6,2 Prozent mehr als 2011. Auch das Ergebnis soll über dem Vorjahreswert liegen, traditionell wird dieses jedoch erst zur Gesellschaftsversammlung im Juni veröffentlicht.

Der positive Jahresabschluss zeigt, dass sich der Fotofachhandel im wandelnden Fotomarkt positionieren konnte. Trotz Konkurrenz durch Fotohandys, Tablets und Smartphones konnte man bestehen – indem man sich auf hochwertige Produkte und die Kernkompetenz des Handels, den Service, fokussierte.

„Tendenziell erwartet der Kunde von seinem Fachgeschäft deutlich mehr Leistungen als früher“, weiß Ringfoto-Geschäftsführer Michael Gleich. Nur wenn sich der Fotohändler mit kompetenter Warenpräsenz, exzellenter Beratung und umfassendem Service von anderen Vertriebswegen abgrenze, werde er auch in Zukunft bestehen.

Das Geschäft mit dem Service

Bei allen drei Punkten läuft die Zeit eigentlich für den Fotofachhandel. Durch die Digicams in Smartphones und Tablets lässt der Markt für Kompaktkameras spürbar nach – vor allem für niedrigpreisige Modelle mit geringem Zoom. Gleichzeitig steigt aber das Interesse an qualitativ besseren Kameras. Der Fachhandel mit seiner Service- und Beratungs-Kompetenz kann hier auftrumpfen.

„Gerade die aktuelle Entwicklung mit immer komplexeren und hochwertigeren Innovationen bildet für den Fachhandel eine vielversprechende Basis“, bestätigt Gleich. Vor allem Spiegelreflexkameras, Systemkameras und Objektive gewönnen an Beliebtheit. Mit einem Plus von 106 Prozent waren die Systemkameras die wachstumsstärkste Warengruppe, natürlich aber auch die jüngste.

Smartphones

Von den explodierenden Smartphone-Umsätzen kann der Fotohändler aber auch direkt profitieren, indem er die Devices selbst verkauft. Einige Ringfoto-Mitglieder machen das bereits, aber längst nicht genug. „Es gibt leider noch viele Mitglieder, die die Umsatzmöglichkeiten dieses boomenden Marktes noch nicht erkannt haben“, meint Gleich. Dabei greift die Kooperation ihren Mitgliedern kräftig unter die Arme: Ringfoto bietet ein breites Sortiment an Smartphones mit und ohne Vertragsbindung über das Zentrallager an, und 2012 wurde damit ein Umsatzwachstum von satten 155 Prozent erzielt.

Ringfoto ist mit den Umsätzen der Eigenmarke „Peter Hadley“ zufrieden.
Ringfoto ist mit den Umsätzen der Eigenmarke „Peter Hadley“ zufrieden.
(Bild: Ringfoto)

Offensives Vorgehen

Ein Jahr nach Bekanntgabe der „Branding-Offensive“ zog Ringfoto ein erstes Resümee. Im Zuge der Maßnahme wurden zahlreiche Geschäfte mit einem Ringfoto-Außenauftritt ausgestattet und dabei finanziell unterstützt. Michael Gleich darf mit dem Zwischenergebnis zufrieden sein: Insgesamt rüsteten 30 Händler um, weitere zehn befinden sich noch im Umbau.

Für ihre Marke hat die Kooperation viel getan: Neben der Branding-Offensive wurden auch der Ladenbau neu gestaltet und die Werbemittel auf das neue Design umgestellt. Die aktuellen Werbemittel wurden den Händlern auf der Frühjahrsmesse präsentiert.

Erfolgreich verlief auch die Einführung der Eigenmarke „Peter Hadley“. Vor gut einem Jahr wurden die ersten Fototaschen unter dem neuen Label verkauft, mittlerweile gibt es auch Stative und Rahmen. Mit dem bisherigen Umsatz ist man bei Ringfoto zufrieden, nun ist eine Ausweitung des Sortiments auf semiprofessionelle Stative und Filter geplant. □

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