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Good-Morning-Editorial vom 29.09.2017 Die Digitalisierung und das echte Leben

| Autor: Dr. Stefan Riedl

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Repariert wird immer noch im „echten Leben“.
Repariert wird immer noch im „echten Leben“.
(Bild: pixel_dreams - stock.adobe.com)

1981 sagte ein Professor für forstliche Bodenkunde und Waldernährung voraus, dass die ersten großen Wälder schon in den nächsten fünf Jahren sterben werden. Sie seien nicht mehr zu retten. Das große Waldsterben und seine Folgen prägte den gesellschaftlichen und medialen Diskurs in den 80ern wie kein anderes Thema. Die Jahre gingen dahin, aber die Apokalypse blieb aus. Bis heute wird darüber gestritten, inwieweit das nur Hysterie war und inwieweit die nackte Angst zum Handlungsdruck und zur Besserung führte.

Heute heißt es, dass im Zuge der Digitalisierung Massenarbeitslosigkeit droht und ich frage mich, inwieweit sich auch hier Hysterie breit macht. Wer mit offenen Augen durch den Alltag geht und sich fragt, wie Digitalisierung uns alle arbeits- und beschäftigungslos machen soll, wird feststellen, dass viele Wertschöpfungsmöglichkeiten gar nicht digitalisierbar sind, eher geht es um Effizienzgewinne. Weder wird der knusprige Schweinebraten aus dem 3D-Drucker kommen, noch kann eine schöne Holztreppe aus dem Internet heruntergeladen werden. Autounfälle finden im echten Leben statt genauso wie Autoreparaturen. Kein Suchmaschinenbot wird jemals Lehrer oder Kindergärtner ersetzen und Katzenbilder werden keine Pflegedienstleistungen im Alter sein. Wie heißt es so schön: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Wie stehen Sie zu diesem Thema?

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Über den Autor

Dr. Stefan Riedl

Dr. Stefan Riedl

Leitender Redakteur