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GfK-Konsumklima

Die Deutschen sind in Shopping-Laune

| Autor: Heidemarie Schuster

Wegen der hohen Job- und damit Planungssicherheit haben die deutschen Konsumenten eine hohe Anschaffungsneigung.
Wegen der hohen Job- und damit Planungssicherheit haben die deutschen Konsumenten eine hohe Anschaffungsneigung. (Bild: Pixabay)

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Die Stimmung der Verbraucher sendet in der ersten Erhebung nach den Bundestagswahlen keine klaren Signale. Dennoch legen die Konjunkturerwartung und die Anschaffungsneigung zu. Die Einkommenserwartung muss allerdings zum zweiten Mal in Folge Einbußen hinnehmen.

Die GfK-Konsumklima-Studie zeigt, dass auch im Oktober die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Konsumenten auf Wachstumskurs bleibt. Die Konjunkturerwartung legt im Oktober deutlich zu und lässt damit den Rückschlag von August vergessen. Die Anschaffungsneigung macht ihre Einbußen aus dem Vormonat wett. Dagegen verliert die Einkommenserwartung zum zweiten Mal in Folge, weist aber nach wie vor ein sehr gutes Niveau auf.

Konjunkturerwartung

Die Konjunkturerwartung hat ihren Schwachpunkt im August hinter sich gelassen. Der Indikator verzeichnet im Oktober ein Plus von 10,1 Zählern und klettert auf 43,5 Punkte. Zusammen mit den leichten Zugewinnen des Vormonats sind damit die Verluste von August nahezu vollständig kompensiert, erklärt die GfK. Im Vergleich zum Vorjahr steht aktuell ein Zugewinn von mehr als 30 Punkten zu Buche.

Die Bundesregierung geht in ihrer aktuellen Herbstprojektion davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 2 Prozent wachsen wird, nachdem sie noch im April von 1,5 Prozent ausgegangen war. Auch der Internationale Währungsfond erwartet in seiner vor kurzem veröffentlichten Prognose für Deutschland in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2 Prozent. Noch im Juli wurden 1,8 und im April sogar nur 1,6 Prozent vorausgesagt.

Diese positiven Aussichten werden in erster Linie damit begründet, dass der Aufschwung in Deutschland auf einem stabilen und vor allem breiten Fundament steht. So sorgt der GfK zufolge der Arbeitsmarkt für eine solide Entwicklung des privaten Konsums. Die nachhaltige Belebung der Weltwirtschaft stimuliere die Exportentwicklung und rege damit auch die Investitionstätigkeit in Deutschland weiter an.

Einkommenserwartung

Der Indikator der Einkommenserwartung muss zum zweiten Mal in Folge Einbußen hinnehmen. Im Oktober verliert er 4 Zähler und rutscht damit auf 48,7 Punkte. Dennoch ist sein Niveau nach wie vor sehr gut, wie auch das Plus von knapp 4 Punkten im Vorjahresvergleich belegt.

Trotz des Rückgangs gehen die deutschen Konsumenten nach wie vor davon aus, dass sie auch künftig spürbare Einkommenszuwächse erwarten. Niedrige Arbeitslosenzahlen sorgen dafür, dass die Tarifsteigerungen der Löhne und Gehälter auch künftig ansehnlich sein werden, erklärt die GfK. Davon sollen auch die Rentner profitieren, denn deren Einkünfte orientieren sich jeweils an der Lohnentwicklung.

Dagegen scheint das Thema Inflation die Konsumenten gegenwärtig mehr zu beschäftigen. Die Inflationsrate liegt derzeit mit 1,8 Prozent für September auf einem Niveau, das noch kein Grund zur Sorge ist und auch die EZB noch nicht zum Eingreifen veranlasst. Aber in einigen für die Verbraucher sensiblen Bereichen, wie beispielsweise bei Nahrungsmitteln und Kraftstoffen, werden aktuell deutlich höhere Werte gemessen. So nahmen die Preise für Nahrungsmittel im Jahresverlauf um 3,6 Prozent zu, wobei speziell Molkereiprodukte mit einem Plus von 15 Prozent zu Buche schlagen. Kraftstoffe, wie Benzin und Diesel verteuerten sich im September im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent.

Anschaffungsneigung

Trotz etwas gedämpfter Einkommensaussichten bleiben die deutschen Konsumenten auch im Herbst 2017 in Kauflaune. Die Anschaffungsneigung gewinnt 2,2 Zähler hinzu und liegt somit bei 59,2 Punkten. Im Vergleich zum Vorjahr steht ein Plus von gut 9 Zählern zu Buche.

Eine hohe Job- und damit auch Planungssicherheit sowie spürbar steigende Einkommen sorgen laut der GfK dafür, dass die Verbraucher eher bereit sind ihre Geldbeutel zu öffnen und bei ihren Ausgaben großzügig zu sein. Diese gute Konsumlaune kommt gegenwärtig auch in weiten Teilen des Einzelhandels an. So stieg nach Angaben des Statistischen Bundesamtes der Umsatz im Einzelhandel im August im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent. Von Januar bis August dieses Jahres beträgt der Zuwachs sogar 4,8 Prozent.

Konsumklima

Nach 10,8 Zählern im Oktober prognostiziert GfK für November einen leichten Rückgang des Konsumklimas auf 10,7 Punkte. Somit geht der Indikator zum zweiten Mal in Folge leicht zurück. Dennoch bleibt die gute Konsumstimmung erhalten. Die Binnenkonjunktur wird auch im weiteren Verlauf ein wichtiger Pfeiler der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland bleiben.

Wenn auch die Lage in Deutschland im Hinblick auf den Konsum bislang weitgehend ungetrübt ist, so drohen doch gewisse Risiken, die vor allem aus dem internationalen Umfeld kommen, erklärt die GfK. Gründe dafür seien die stockenden Brexit-Verhandlungen, die Spannungen mit Nordkorea sowie die künftige Handelspolitik der USA. Zudem bleibe abzuwarten, wie die Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl in Schwung kommen. Sollte es eine langwierige Hängepartie werden, würde das vermutlich einige Verbraucher verunsichern. Damit wäre auch die bislang glänzend laufende Konsumkonjunktur in Gefahr.

Zur Studie

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.

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