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STORAGE & ARCHIVIERUNG Partner Solution Days & IT-Entscheider Kongress 2011

Die Cloud und der veraltete Datenschutz

10.03.2011 | Redakteur: Heidi Schuster

Wilfried Reiners ist Rechtsanwalt und Managing Partner bei PRW Rechtsanwälte.
Wilfried Reiners ist Rechtsanwalt und Managing Partner bei PRW Rechtsanwälte.

Rechtsanwalt Wilfried Reiners ist Keynote-Speaker beim STORAGE & ARCHIVIERUNG Partner Solution Days & IT-Entscheider Kongress 2011. Er verrät im Interview mit IT-BUSINESS, wo die Gefahren in der Cloud für Reseller lauern.

ITB: In Ihrer Keynote referieren Sie, worauf zu achten ist, wenn man Storage-Services anbietet oder in Anspruch nimmt. Können Reseller hier leicht in Schwierigkeiten geraten? Und wenn ja: in welche?

Reiners: Was heißt denn „leicht in Schwierigkeiten geraten“? Kann jemand, der 100 Kilometer pro Stunde fährt, wo 60 erlaubt sind, leicht in Schwierigkeiten geraten? Der Grad, in Schwierigkeiten zu geraten, hängt vom persönlichen Risiko-Management ab. Wer Leistungsbilder anbietet, die er nicht kennt oder die er nicht geprüft hat, wandelt auf einem schmalen Grat. Wenn Reseller Leistungen erbringen, sollten sie zunächst prüfen, ob sie diese Leistungen selbst erbringen oder eventuell „nur vermitteln“. Der Kunde hat immer eine Leistungsbeziehung zu seinem Vertragspartner. Das wird häufig übersehen.

ITB: Bei welchen Trends im Speicher-Markt sind rechtliche Bedenken angebracht?

Reiners: Ich persönlich habe keine Bedenken, ich stehe aber nicht alleine, und es gibt auch Bedenkenträger. Wenn in einer Zusammenarbeit etwas schief geht, so hat das letzte Wort das Gericht. Wir haben noch nicht viele Entscheidungen beispielsweise zum Thema Cloud. Da müssen wir sehen, was kommt.

Aber ganz generell muss Folgendes gelten: Wenn zum Beispiel Storage in der Cloud ein Business-Modell wird, dann sollten diejenigen, die heute vortragen, dass die Einhaltung von Datenschutzgrundsätzen in der Cloud nur sehr schwer oder gar nicht möglich ist, sich dafür engagieren, dass das Datenschutzgesetz cloud-fähig wird. Oder, um es noch härter auszudrücken, dann wird nicht die Cloud, sondern das derzeit existierende Datenschutzgesetz angepasst.

Ein Datenschutzgesetz als Verbotsgesetz, dass initiiert wurde als es so gut wie keine Daten gab, passt nicht mehr in eine Zeit, in der das Speichern von sehr großen Datenmengen zu Normalität geworden ist. Ich hege also Bedenken dahingehend, dass die Gesetzgebung dem technologischen Fortschritt nicht Stand hält und damit Risiken entstehen.

ITB: Wie kann man diese Risiken im Vorfeld ausräumen?

Reiners: Durch Kreativität und gute Berater. Wer heute mit innovativen Ideen Vorreiter zukünftiger Trends sein will, sollte drei bis fünf Prozent seines erwarteten Jahresumsatzes in vernünftige Rechtsberatung investieren. Die Early Birds sollten diese Positionen in ihren Planungen haben. Für Follower wird es günstiger.

 

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