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Einschätzung von IDC

Die Balance der Macht beim ITK-Einkauf

| Autor / Redakteur: Phil Carter / Katrin Hofmann

Phil Carter, Associate Vice President European Software Research bei IDC in Frankfurt
Phil Carter, Associate Vice President European Software Research bei IDC in Frankfurt (IDC)

Schon heute kontrollieren die Fachabteilungen (Lines of Business - LoB) zum Teil die IT-Ausgaben vor allem in Branchen mit hoher IT-Durchdringung, wie zum Beispiel Banken (Risk-Management, Produkt-Management und Marketing), Telekom- (Marketing, Netzwerke) oder Fertigungsunternehmen (Supply Chain, PLM). Diese Tendenz wird sich durch Cloud, Big-Data-Analytics, Mobility und Social Media weiter verschärfen.

In den kommenden fünf Jahren werden diese sogenannten Four Forces der IT-Transformation (Cloud, Big-Data-Analytics, Mobility, Social Media) zudem einen starken Einfluss darauf haben, wie Softwarel-Lösungen in Firmen beschafft und implementiert werden.

Der Einfluss auf die europäische Industrie ist schon heute sichtbar:

  • 99 Prozent der europäischen Firmen mit über 50 Angestellten nutzen in irgendeiner Art und Weise Services aus der Public Cloud.
  • Bis 2015 werden 37 Prozent der Beschäftigten weltweit mobil sein.
  • 30 Prozent von Unternehmen in Europa haben entweder bereits ein Big-Data-Analytics-Projekt gestartet, oder werden dies in den nächsten 24 Monaten tun.
  • 65 Prozent der europäischen Firmen haben das Social Web als ein wertvolles Marketing Tool erkannt.

Werden aber diese Four Forces zusammengebracht, beispielsweise in Form einer Cloud-basierten und Social-Media-fähigen Software mit integrierter Analyse-Funktionalität auf einem mobilen Gerät, werden immer mehr Führungskräfte erkennen, dass dies genau die Lösungen sind, die sie für ihr Geschäft benötigen. Damit wächst das Verständnis für den Wert der IT. Außerdem verlagert sich die Kontrolle der IT-Ausgaben und IT-Beschaffung immer mehr in Richtung LoB mit dem Ziel, IT-Anforderungen stärker auf Geschäftsanforderungen auszurichten.

Studie gibt Aufschluss

Vor diesem Hintergrund hat IDC eine Studie durchgeführt und dabei 353 IT-Führungskräfte aus westeuropäischen Unternehmen in elf Ländern befragt, wie die Beteiligung von IT und LoB bei Kauf- und Implementierung von Software aussieht. Folgende Phasen wurden dabei beleuchtet: Budgetplanung, Projektinitiierung, Softwareauswahl, Budgetgenehmigung, Programm- beziehungsweise Projektmanagement sowie Support und Maintenance. Die Studie hat zwei Ziele: Zum einen will sie IT-Firmen zeigen, wie die jeweilige Beteiligung zu verschiedenen Zeitpunkten an Kauf- und Implementierungsprojekt aussieht, zum anderen will sie aber auch Anwendern die Gelegenheit geben, ihre eigenen Vorgehensweisen mit denen aus anderen Firmen derselben Branche zu vergleichen und zu bewerten.

Das Ergebnis lautet:

  • In 66 Prozent der Firmen liegt das Softwarebudget exklusiv bei der LoB.
  • Am häufigsten teilen sich IT und LoB die Verantwortung bei der Projektinitiierung und der Softwareauswahl.
  • Die letzten Phasen des Kauf- und Implementierungsprojekts – nämlich Budgetgenehmigung, Programm- und Projektmanagement, sowie Support und Maintenance - zeichnen sich dadurch aus, dass sie meist alleinig durch die IT kontrolliert werden.
  • Die Balance der Macht, oder anders ausgedrückt, die Budgetverwaltung beim IT-Softwarekauf, hängt stark von der Industrie ab. Für IT-Firmen ist demnach eine dynamische Segmentierung der Kundendatenbank mit starkem Fokus auf LoB-Führungskräften empfehlenswert.

Letztlich empfehlen wir Anwendern, eine effektive Zusammenarbeit zwischen IT und Business schon zu Projektbeginn zu gewährleisten, um das richtige Unterstützungsniveau von allen Stakeholdern in IT und LoB zu erreichen. Auch sollte eine standardisierte Methode für Software-Kauf- und Implementierung entwickelt werden, um eine konsistente grenz- und bereichsübergreifende User Experience zu gewährleisten. IT-Strategien und -Architekturen sollten so aussehen, dass neue Technologien und entsprechende Liefermodelle jederzeit integriert werden können. Jedes Projekt sollte mit konkreten Geschäftsergebnissen und Kennzahlen verbunden sein, die wiederum größeren, strategischen Zielen folgen. Und nicht zuletzt sollten IT-Fähigkeiten, die mehr vertikales und abteilungsspezifisches Wissen beinhalten, entwickelt werden, um eine breite Übereinstimmung zwischen IT und Geschäftsanforderungen zu erreichen.

Unserer Auffassung nach befindet sich die Industrie mitten in einem Wandel, der alle 20 bis 25 Jahre stattfindet und der eine neue Plattform für Wachstum und Innovation mit sich bringt. Diese sogenannte dritte Plattform ist prädestiniert für mobile Geräte und Apps, Cloud Services, mobile Breitband-Netzwerke, Big Data Analytics und Social Media. Dieser Wandel wird die Implementierungsmethoden für Enterprise Software stark beeinflussen; vor allem die Beziehung zwischen IT und LoB wird sich ändern. Wir glauben, dass jene Firmen, die diese Tendenz und damit diese innovativen Technologien annehmen, gut aufgestellt sind, um auf dem Markt zu bestehen und mit anderen Unternehmen zukonkurrieren.

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