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Hermann Ramacher im Interview Die ADN-Cloud 2.0 geht in Betrieb

Autor: Michael Hase

Ohne einen Marktplatz wäre das Cloud-Geschäft für einen Distributor kaum möglich, meint ADN-Chef Hermann Ramacher. Daher hat der Bochumer VAD seine Plattform auf Kritik von Partnern hin grundlegend überarbeitet.

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Hermann Ramacher, Gründer und Geschäftsführer von ADN, rät Partnern zum Aufbau spezifischer Skills.
Hermann Ramacher, Gründer und Geschäftsführer von ADN, rät Partnern zum Aufbau spezifischer Skills.
(Bild: ADN)

ITB: Wie wichtig ist die Cloud-Plattform, die ADN im Mai 2016 in Betrieb genommen hat, für das Geschäft des Distributors?

Ramacher: Ohne unseren Marketplace „SecureBiz365. Die ADN-Cloud“ wären wir heute nicht in der Lage, die Vielzahl der von uns angebotenen Cloud Services effizient zu verwalten. Unsere Partner finden auf unserer Cloud-Plattform einen Store, mit dem sie unterschiedliche Services für ihre Kunden bereitstellen können. Die Technologie vereinfacht Beschaffung, Bereitstellung, Management und Support von Cloud-Angeboten und ermöglicht den Partnern so, den vollständigen Abonnement-Lifecycle ihrer Kunden zu verwalten. Außerdem bietet ihnen unsere Plattform die Option, einen White Labeling Store zu betreiben, über den sie auch eigene Services vermarkten können.

ITB: Nach gut einem Jahr hat ADN die technologische Basis der Plattform ausgetauscht und im Juli eine überarbeitete Version gelauncht. Warum?

Ramacher: Zu unserem ersten Cloud-Marktplatz haben wir nicht nur positives Feedback erhalten. Die Benutzerführung war kompliziert, die Aktionsalternativen beschränkt und die Nutzungsmöglichkeiten erklärungsbedürftig. Wir haben die Kritik verstanden, die unsere Partner überzeugend geäußert haben. Deshalb haben wir uns frühzeitig in diesem Jahr dazu entschlossen, einen neuen ADN Cloud Marketplace aufzusetzen, der den Wünschen und Interessen der Partner deutlich besser entspricht, und ihn schnellstens verfügbar zu machen. Die heutige Resonanz auf unsere SecureBiz365-Plattform, die das Provisioning und Billing transparent und differenziert möglich macht, ist sehr positiv. Wir sind jetzt auf dem richtigen Cloud-Pfad.

ITB: Welche Erkenntnisse haben Sie in dieser anscheinend nicht ganz einfachen Startphase gewonnen?

Ramacher: Das Cloud-Business ist tough. Die Anforderungen an eine erfolgreiche Plattform sind enorm und können heute noch nicht in Gänze erfüllt werden. Provisioning und Billing sind die Hauptfunktionen unseres Marktplatzes. Mit der digitalen Anbindung an die deutsche und die europäische Microsoft Cloud sowie mit einer Vielzahl zusätzlicher Services bieten wir unseren Partnern ein breites Spektrum an Möglichkeiten, wie sie ihr Cloud-Geschäft gestalten können. Bei den Provisioning- und Billing-Optionen sehen wir weiterhin Optimierungspotenzial. Gemeinsam mit dem europäischen Hersteller unserer Vermarktungsplattform arbeiten wir Schritt für Schritt daran, die von den Partnern gewünschten zusätzlichen Funktionen einzubauen.

ITB: Ein Marktplatz allein reicht nicht aus, um Systemhäusern den Einstieg ins Cloud-Geschäft zu ermöglichen? Was brauchen Partner darüber hinaus?

Ramacher: Cloud-Business ist anders und funktioniert anders als das On-Premises-Geschäft. Etablierte Systemhäuser, Software-Häuser und Service Provider müssen dazu ein neues, zusätzliches Geschäftsmodell im Unternehmen institutionalisieren. Wir empfehlen unseren Partnern, Cloud Taskforces zu bilden, die neben der On-Prem-Organisation agieren und die ihre eigenen Skills für den Vertrieb von Services aufbauen und sukzessive erweitern. Diese Skills befähigen ein Cloud-Team dazu, seinen Endkunden ein umfassendes Portfolio an Office-, Business-, Security-, Netzwerk- oder Unified-Communications-Diensten anzubieten und daraus, zugeschnitten auf die jeweiligen Anforderungen, passgenaue Hybrid-Cloud-Lösungen zu konzipieren.

ITB: Wie unterstützt ADN die Partner dabei konkret?

Ramacher: In dreierlei Hinsicht: Erstens bieten wir ihnen neben dem Microsoft-Portfolio zahlreiche Cloud-Lösungsbausteine an, die die Basisdienste performanter, sicherer und effizienter machen. Zweitens vermittelt unsere Cloud-Akademie den Partnern das notwendige Wissen. Und drittens helfen unsere Cloud-Spezialisten ihnen praxisgerecht, damit sie ihren Business-Kunden moderne ITK-Welten flexibel und kosteneffizient zur Verfügung stellen können.

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Über den Autor

 Michael Hase

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Chefreporter