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Antiviren-Lösungen werden zu Multi-Sicherheitstalenten Die Abwehrfront verbreitert sich

| Redakteur: Dr. Andreas Bergler

Viren, Würmer, Trojaner, Spyware und Spam breiten sich immer noch weiter aus. Dass neben Netzwerken, Servern und Clients auch mobile Geräte befallen werden, beschert den Antiviren-Herstellern jährliche Umsatz-Zuwächse im zweistelligen Bereich.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der Schutz vor Viren, Spyware, Spam und anderen Arten von Malicious Code ist heute praktisch in jedem Unternehmen Standard. Denn mit jedem Schritt tiefer ins Internet, mit jeder Integration von Geschäftsprozessen in internetfähige Applikationen wachsen für die Unternehmen die Risiken, dass ihr Geschäft attackiert wird. Der eMail-Verkehr ist nur ein Beispiel dafür: War laut IBM-Global-Business-Security-Index im Januar 2004 nur eine von 129 eMails virenverseucht, war es knapp zwei Jahre später bereits jede 25. eMail – Tendenz weiter steigend. Die Handelskammer Hamburg meldet, dass 25 Prozent aller IT-Ausfälle in mittelständischen Unternehmen des Stadtstaats auf Virenattacken und Stromausfälle zurückzuführen sind, mit einer durchschnittlichen Ausfallzeit von zwölf Stunden. Der Prozentsatz dürfte weit höher liegen, da viele der Systemausfälle von den Firmen nicht publik gemacht werden.

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McAfee geht davon aus, dass europäische Mittelständler im vergangenen Jahr Schäden in Höhe von 22 Milliarden Euro durch Viren, Spam und den damit verbundenen Ausfällen an Arbeitszeit erlitten haben. Der durchschnittliche Schaden einer erfolgreichen Virenattacke wird von McAfee auf 5 000 Euro beziffert. Die Frage lautet daher längst nicht mehr, ob Antiviren-Lösungen notwendig sind, sondern welchem Anbieter man die Kompetenz zutraut.

Einen Grund für den Malware-Befall trotz eingesetzter Antiviren-Software sieht Axel Diekmann, Sales Manager Corporate, Distribution und OEM bei Kaspersky, in nicht eingespielten Patches und Upgrades. Diese sind nicht zuletzt deshalb immens wichtig, weil sich die Angreifer immer neue Ziele suchen: „Neben den klassischen Bereichen Perimeter, Server und Workstations kommen nun weitere Plattformen in den Fokus der Betrachtung, allen voran mobile Geräte, aber auch Systeme wie SAP“, erklärt Axel Diekmann.

Unsichere Quellen

Ein wesentlicher Bestandteil jeder Security-Strategie sind Werkzeuge zur Abwehr von Attacken, die sich innerhalb von Dateiinhalten verbergen. Zu solchen Attacken zählen auch Viren, Würmer, Trojaner, Spyware und Spam. Was dabei meist fehlt, ist die Software, um der unkontrollierten Installation und Nutzung von nicht-unternehmenskonformen Applikationen auf den Clients einen Riegel vorzuschieben. Denn auch diese können von Angreifern genutzt werden, um bösartigen Code einzuschleusen.

Christoph Hardy, Security Consultant bei Sophos, sieht die Risiken durch den wachsenden Austausch von Dateien aus unsicheren Bezugsquellen dramatisch wachsen, zusätzlich vorangetrieben durch Softwareangebote wie Peer-to-Peer-Tauschbörsen, Instant Messaging (IM) und Voice over IP (VoIP). „Hinzu kommt, dass das Internet mit einer vereinfachten Installation – beispielsweise per Applet über den Browser – dem Einschleusen von Viren, Würmern, Trojanern, Spyware und Spam Vorschub leistet“, warnt der Sicherheitsberater. Sophos hat angesichts dieser steigenden Gefahr ihre Anti-Virus-Software für Windows-2000/-XP/-2003 um die Funktion „Application Control“ erweitert. Spezifische Versionen oder Teilbereiche eines Applikationspakets kann der Administrator über eine darin hinterlegte Liste zur Installation und Nutzung auf den Clients zulassen oder sperren.

Konstante Veränderung

Das Business um die Virenbekämpfung hat sich gerade deswegen etabliert, weil es sich ständig verändert und damit die Frage nach der Sicherheit im Unternehmen immer wieder neu gestellt werden muss. So gehen Analysten wie Gartner und IDC für den globalen Antiviren-Markt nach wie vor von jährlichen Wachstumsraten zwischen zehn und 15 Prozent aus. Da die Notwendigkeit eines Virenschutzes allgemein anerkannt ist, ist das Budget hierfür auch vorhanden – die Frage ist nur, so Axel Diekmann von Kaspersky, „welchem Anbieter es schließlich gegeben wird. Im Schnitt müssen Unternehmen heute ihre Software alle zwei Jahre verlängern oder eben austauschen“.

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