Distributor stellt klar: „Wir hinterziehen keine Steuern!“ Devil wehrt sich gegen den Vorwurf des Umsatzsteuerbetruges

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Sarah Maier / Sarah Gandorfer

Laut dem Nachrichtenmagazin „Focus“ ist der Distributor Devil „ein zentrales Element“ bei einem großangelegten Umsatzsteuerbetrug. Die Braunschweiger widersprechen – viele der staatsanwaltschaftlichen Vorwürfe seien mittlerweile entkräftet.

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Im Sommer vergangenen Jahres waren über hundert Firmen wegen möglichen Umsatzbetruges in das Visier der Augsburger Staatsanwaltschaft geraten. Mehr als 700 Kriminalbeamte und Steuerfahnder durchsuchten Räumlichkeiten sowohl in der gesamten Bundesrepublik, wie auch in Österreich, Belgien, in den Niederlanden und in Dänemark. Grund der Aktion war der Verdacht der Bildung kriminellen Vereinigung, des gewerblichen Umsatzbetruges und Geldwäsche. Durch so genannte Scheinwarenkreisläufe sei ein Umsatzsteuerschaden von weit mehr als 120 Millionen Euro entstanden.

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Die Umsatzsteuer für Eingangsleistungen, die als Vorsteuer bezeichnet wird, wird den Unternehmen vom Finanzamt erstattet. Wer ein Produkt nur zum Schein verkauft, kann sich so 19 Prozent des angeblichen Warenwertes ergaunern.

Da es sich bei den zum Schein verkauften Waren um Computerkomponenten und Spielekonsolen gehandelt hat, richtete sich das Augenmerk der Ermittler auch auf IT-Firmen.

„Es wird gegen 106 Beschuldigte ermittelt“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Augsburg, Matthias Nikolai auf die aktuelle Anfrage von IT-BUSINESS. „Allerdings nennen wir mit Verweis auf das Steuergeheimnis sowie die noch laufenden Ermittlungen keine Namen.“ Auch dass Devil ein „zentrales Element aus dem Geflecht aus Echt- und Scheinfirmen“ sei, wie der Focus mit Verweis auf Ermittlerkreise behauptet, wollte er nicht kommentieren.

Devil im Mittelpunkt?

Am 14. Juni 2012 wurden im Rahmen der europaweiten Razzia ebenfalls die Firmenräume des Braunschweiger Distributors Devil durchsucht, wie Firmensprecher Jörg Rosenkranz einräumte. Dass jedoch das Nachrichtenmagazin „Focus“ sich in einem eineinhalbseitigen Bericht sich fast allein auf den Distributor einschießt, sei unverständlich. „Devil hat mit der Staatsanwaltschaft kooperiert und die meisten Beschuldigungen entkräften können“, sagt Rosenkranz.

Im Rahmen der Ermittlungen wurden von den Behörden Konten gesperrt sowie drei Mitarbeiter festgenommen. Die Konten sind wieder freigegeben und auch zwei der drei Mitarbeiter wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. „Der Dritte hatte besonders viel mit dem Lieferanten zu tun, der als einer der Hauptverdächtigen gilt“, fährt Rosenkranz fort. Er betont im Namen seines Unternehmens: „Wir haben keine Steuern hinterzogen!“

Gerade war nach dem Aufruhr der Durchsuchung im Sommer wieder Ruhe in Braunschweig eingekehrt. Das Tagesgeschäft mit Herstellern, Banken und Kreditversicherern lief normal. Nun bricht der Focus-Artikel alte Wunden wieder auf. „Sehr ärgerlich dabei ist, dass hier nur veraltete Sachbestände genannt werden“, sagt der Firmensprecher.

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