Bundesdigitalministerium Deutschland-Stack: die nächsten Schritte

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

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Wie soll der Deutschland-Stack gestaltet sein? Noch bis 30. November läuft die Konsultation zum Tech-Stack, darüber hinaus zeichnet sich größerer Diskussionsbedarf ab. Die Kollegen der eGovernment haben beim BMDS nach den weiteren Plänen gefragt.

Dr. Markus Richter, Staatssekretär im BMDS(Bild:  © Henning Schacht)
Dr. Markus Richter, Staatssekretär im BMDS
(Bild: © Henning Schacht)

Eine souveräne, europäisch anschlussfähige und interoperable digitale Infrastruktur für Bund, Länder und Kommunen: das Ziel des Deutschland-Stacks ist hochgesteckt und noch fehlt das große Bild. Wie viele unterschiedliche Aspekte und Anforderungen zu berücksichtigen sind, zeigt sich in den Diskussionen, selbst in kleinen, wenig heterogenen Runden, etwa beim Panel „Wer? Wie? Was? Der Deutschland.Stack in der Diskussion“ auf der Smart Country Convention. Allein bei der Frage nach den Erfolgsfaktoren des D-Stacks setzten die Diskutanten ganz unterschiedliche Schwerpunkte: Christine Serrette, Technische Vizedirektorin beim ITZBund ist Einfachheit wichtig. Dr. Heike Stach, Referatsleiterin DS I 1 beim Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS), nennt Transparenz, Offenheit und eine sehr gute Kultur der Zusammenarbeit; für Ammar Alkassar, Vorstand bei GovTech Deutschland, zählen vor allem agile Steuerungsmechanismen sowie Schnelligkeit. Der Bund müsse mutig Standards setzen, so Berlins CDO Martina Klement, Vergabe und Kosten seien zu klären. Jörg Kremer, Abteilungsleitung bei FITKO, plädierte für Klarheit, resultierend auf guter Dokumentation, offene Schnittstellen und gute Governance.

Es gibt, auf der Haben-Seite, aber nicht nur bestehende Lösungen, die eingesetzt werden sollen, etwa die DVC, KIPITZ oder die Deutschland Plattform des GovTech Deutschland, sondern auch Grundlagenarbeiten, Referenzarchitekturen und die vermutlich beste Dokumentation zur föderalen IT-Landschaft durch die FITKO und das föderale Architekturboard, wie Jörg Kremer erläuterte.

Wo fängt man an?

Der gewaltigen Aufgabe steht somit ein Schatz an Erfahrungen, Einsichten und Lösungsansätzen gegenüber – wenn es nur gelingt, sie zusammenzuführen. Wo fängt man an? Mit den technischen Standards, hat das BMDS entschieden: Seit Oktober läuft die öffentliche Konsultation zum Tech-Stack. Dieser definiert die Standards und Technologien zur Realisierung des Deutschland-Stacks, gegliedert in mehrere Schichten. „Die Plattform wird Basiskomponenten wie Cloud- und IT-Dienste bereitstellen, die von Bund, Ländern und Kommunen genutzt werden können. Wir laden alle Interessierten ein, ihren Beitrag zur Entwicklung der technischen Standards zu leisten“, so Staatssekretär Dr. Markus Richter. Dazu sind auf der Website eine Technologie-Landkarte, Struktur-Übersicht und ein Reifegradmodell bereitgestellt, das die Kriterien Digitale Souveränität, Interoperabilität, Zukunftsfähigkeit, Marktrelevanz, Vertrauenswürdigkeit und Nachhaltigkeit bewertet.

So soll es weitergehen

Wie soll es nach der Konsultation weitergehen? „Wir tragen bis zum 30. November 2025 Feedback aus dem Online-Verfahren, aus den Rückläufen per E-Mail, aus den fachlichen Workshops und Austauschformaten sowie aus den aktuellen Entwicklungen zum Deutschland-Stack zusammen“, erklärte ein Sprecher des BMDS. Anhand der Erkenntnisse solle der bisherige inhaltliche Rahmen bewertet sowie auf der Webseite und „in ergänzender Dokumentation“ kontinuierlich Ziel, Struktur und Vorgehensweise zum Deutschland-Stack weiter ausgestaltet werden. Ziel sei es, nach dem Konsultationsverfahren bis Ende Januar 2026 eine initiale Version 1 der technischen Standards, Umsetzungsoptionen und Handlungsempfehlungen für die Ausgestaltung des Deutschland-Stacks zu erarbeiten. „Zu den Leitthemen der Technologien als Wertschöpfungspotenzial, der Integrationsoptionen in den Stack, den Mechanismen von Koproduktion und Ökosystemen sowie der Stärkung von Automatisierung, Beschleunigung und Kostenreduktion bei Entwicklung, Beschaffung und Inbetriebnahme wollen wir explizit ein umfassendes Feedback aus Deutschland und Europa."

Dieser Artikel erschien zunächst bei unserer Schwesterpublikation eGovernment.

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