Studie von TNS Infratest zum ITK-Markt Deutschland ist Spitzenreiter beim eCommerce – aber Nachzügler bei Unterhaltungselektronik

Redakteur: Katrin Hofmann

Der deutsche ITK-Markt ist in vielen Bereichen weiter entwickelt als der manch anderer Länder. Vor allem eCommerce brummt hierzulande überdurchschnittlich gut. Beim Verkauf von Unterhaltungselektronik gibt es dagegen noch Aufholbedarf. Innovative Technologien können laut TNS Infratest dabei helfen.

Firmen zum Thema

Die Ausgaben der Konsumenten für Unterhaltungselektronik wachsen in Deutschland langsamer als im europäischen Durchschnitt.
Die Ausgaben der Konsumenten für Unterhaltungselektronik wachsen in Deutschland langsamer als im europäischen Durchschnitt.
( Archiv: Vogel Business Media )

Um 319 Punkte ist der Indexwert im Jahresvergleich gewachsen, der die Leistungsfähigkeit der deutschen ITK-Wirtschaft im Vergleich zu anderen europäischen Ländern und der USA widerspiegelt. Nach den Ergebnissen der Studie »1. ePerformance Report 2007« von TNS Infratest liegt der Wert für Deutschland derzeit mit 3.233 Punkten 233 Punkte über dem Durchschnitt der untersuchten Länder. Bis Ende des Jahres soll der Index auf 3722 Punkte wachsen.

Besonders beliebt sind laut der Studie deutsche Online-Shops, die im europäischen Vergleich überdurchschnittlich hohe Umsätze machen. B2B- und B2C-Läden hierzulande konnten ihre Umsätze, die sie pro Kunde generieren, im Jahresvergleich um 80 Prozent auf 12.759 Euro je Einwohner steigern. Damit liegen die Pro-Kopf-Umsätze 19 Prozent über dem westeuropäischen Durchschnitt. Der Gesamtumsatz der Internet-Shops hierzulande betrug 2006 438 Milliarden Euro, was Platz sieben der Weltrangliste entspricht.

eCommerce boomt

Bis Ende des Jahres sollen, wie TNS Infratest voraussagt, die Pro-Kopf-Einnahmen in den deutschen Web-Läden so stark wachsen, dass sie deutlich mehr als das Doppelte der westeuropäischen betragen. Bis 2010 erwartet der Marktforscher, dass die Online-Stores 781 Milliarden Euro jährlich umsetzen.

Treiber dabei seien neben der zunehmenden Breitbandnutzung die hohen Wachstumsraten bei Verkäufen über Handys und beim Absatz von Mobile Content wie Musik oder Spielen, begründet der Marktforscher die Entwicklung. Weil die Sicherheitsbedenken der Deutschen beim Online-Shopping dennoch groß seien, sollten Händler und Anbieter von Bezahlsystemen angemessen handeln. Denn nach wie vor haben 42 Prozent aller Internetnutzer Sicherheitsbedenken beim Einkauf.

Unterhaltungselektronik-Nachzügler

Während eCommerce immer beliebter wird, ist das Wachstum der Ausgaben für Unterhaltungselektronik (UE) hierzulande unterdurchschnittlich. 2006 erreichte es mit 8,2 Prozent 90 Prozent des westeuropäischen Durchschnitts. Insgesamt investierten deutsche Konsumenten 13 Milliarden Euro in UE. Unter anderem sollen die starken Preisschwankungen bei Geräten und Elektronik-Bauteilen für das zögerliche Kaufinteresse im Ländervergleich verantwortlich sein, vermuten die Analysten. Bis Ende dieses Jahres soll das Wachstum weiter abflachen und dann bei nur noch 88 Prozent des Durchschnittswerts liegen.

Vorantreiben könnten den UE-Markt innovative Technologien wie Media-PCs, digitale Videorekorder, Spielkonsolen mit Internetanschluss in Verbindung mit Multimedia-Services per Breitband wie Internet-TV oder Video- und Musikplattformen, von denen der Konsument nach Bedarf Content herunterladen kann. Auch könne die deutsche Position in Europa durch eine verbesserte Akzeptanz technischer Innovationen durch die potenziellen Käufer oder eine schnellere Umsetzung technischer Möglichkeiten in Produkte gestärkt werden.

Breitband-Entwicklungsland

Um allerdings aus dem Nutzer einen multimedial interessierten Technikliebhaber machen zu können, sollte die Breitbandpenetration weiter vorangetrieben werden. Denn im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei der prozentualen Nutzung unter dem Durchschnitt. Nach einem Wachstum von 5,3 Prozent im vergangenen Jahr besitzen mittlerweile 15,5 Prozent der Bundesbürger einen der schnellen Webzugänge. Der europäische Spitzenreiter Dänemark kommt auf 30,3 Prozent. Allerdings schätzt TNS Infratest, dass bis Ende dieses Jahres immerhin 23 Prozent der Deutschen über Breitband surfen werden.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2006033)