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GfK Konsumklima

Deutschland in Shopping-Laune

| Autor: Heidemarie Schuster

Bei den deutschen Konsumenten sitzt das Geld im Oktober locker in der Tasche.
Bei den deutschen Konsumenten sitzt das Geld im Oktober locker in der Tasche. (Bild: Pixabay)

Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt sich im Oktober gemischt. Auf der einen Seite müssen Konjunktur- und Einkommenserwartung Einbußen hinnehmen, auf der anderen Seite legt die Anschaffungsneigung wieder zu. Für November prognostiziert die GfK ein unverändertes Konsumklima von 10,6 Punkten gegenüber dem Vormonat.

Nicht mehr so gut wie in den vergangenen Monaten zeigt sich die Stimmung der deutschen Verbraucher im Oktober gegenüber dem Vormonat. Konjunktur- und Einkommenserwartung, die im September noch mit Zuwächsen glänzten, erleiden aktuell Verluste. Dagegen legt die Anschaffungsneigung, die ohnehin schon auf einem sehr hohem Niveau war, noch einmal zu. Noch im Vormonat gehörte sie zu den Verlierern. Da die Sparneigung aktuell deutlich zurückgeht, bleibt das Konsumklima unverändert.

Konjunkturerwartung

Die Konjunkturaussichten sind im Oktober etwas getrübt. Nachdem sie zuvor zwei Monate in Folge stiegen, verliert der Indikator 8,1 Zähler und sinkt damit auf 19,0 Punkte. Ob er sich schon bald wieder erholt oder weiter sinkt, müssen laut der GfK die kommenden Monate zeigen. Dennoch liegt die Konjunkturerwartung noch immer deutlich über ihrem langjährigen Durchschnittswert von null Punkten. Die Konsumenten gehen nach wie vor davon aus, dass die deutsche Wirtschaft sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr auf einem soliden Wachstumspfad bleibt.

Die Dynamik, die vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2017 zu verzeichnen war, kann allerdings nicht beibehalten werden. Hierfür sind laut der GfK in erster Linie außenwirtschaftliche Faktoren verantwortlich. Der Handelskonflikt der USA mit der EU ist trotz einer beruhigten Lage nicht abschließend gelöst, mit China ist der Streit sogar noch eskaliert. Zudem zeichnet sich mehr und mehr ab, dass ein harter Brexit bevorsteht. Dies dürfte den Optimismus der Verbraucher sicherlich nicht beflügeln, so die Marktforscher.

Einkommenserwartung

Im Zuge der schwächeren Konjunkturerwartungen erleiden auch die Einkommenserwartungen im Oktober Verluste. Allerdings sind die Einbußen mit einem Minus von 3,5 Zählern weitaus geringer als beim Konjunkturindikator. Aktuell weist die Einkommensstimmung 54,4 Punkte auf. Nach wie vor ist das Niveau also überaus hoch.

Die sehr gute Lage auf dem Arbeitsmarkt mit steigender Erwerbstätigkeit sowie sinkender Arbeitslosigkeit sorgt weiter für eine positive Stimmung bei den Beschäftigten im Hinblick auf die Entwicklung ihrer Einkünfte. Und dieser Optimismus ist sehr wohl begründet, so die GfK. Dank der anhaltend hohen Nachfrage nach Arbeitskräften bleiben demnach auch die Aussichten auf solide steigende Löhne und Gehälter erhalten. Durch die Koppelung der Altersbezüge an die Lohnentwicklung profitieren davon auch die Rentner. Auch sie werden reale Einkommenszuwächse zu verzeichnen haben.

Anschaffungsneigung

Nach dem Rückgang im September legt die Anschaffungsneigung im Oktober wieder zu. Mit einem Plus von drei Zählern werden die Einbußen sogar mehr als kompensiert. Aktuell weist der Indikator 55,9 Punkte auf. Er behauptet und bestätigt damit sein gutes Niveau. Die Verbraucher sind damit weiter in einer ausgesprochenen guten Konsumlaune.

Offenbar unbeeindruckt von externen Risiken, wie Handelskonflikt und Brexit, sind die Konsumenten bereit, ihr Geld auszugeben, so die GfK. Denn das Sparen ist nach wie vor keine attraktive Alternative; aktuell ist die Sparneigung sogar noch einmal gesunken. Die Angst vor Jobverlust bleibt gering und damit die Planungssicherheit hoch. Das kurbelt den Konsum – und hier vor allem größere Anschaffungen – an.

Konsumklima

Durch diese uneinheitliche Stimmungsentwicklung bleibt das Konsumklima im November unverändert bei 10,6 Punkten. Der Indikator behauptet damit sein insgesamt gesehen gutes Niveau. Er bestätigt darüber hinaus seine Rolle als wichtige Stütze der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland, erklären die Marktforscher. Dies sei angesichts eines unsicheren weltwirtschaftlichen Umfeldes umso höher einzuschätzen. Denn für deutsche Exporte bestünden angesichts des Handelsstreits mit den USA um Zölle doch gewisse Risiken. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Binnenkonjunktur, also Konsum und Investitionen, ihren Beitrag dazu leisten würden. Die GfK bestätigt ihre Prognose, wonach der private Konsum in diesem Jahr real um 1,5 Prozent steigen wird.

Zur Studie

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.

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