Gartner zu den Rechnerverkäufen im 1. Quartal 2013 Deutscher PC-Markt schrumpft um 20 Prozent

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Harry Jacob / Harry Jacob

Er schrumpft und schrumpft und schrumpft ... der PC-Markt wird immer kleiner. In Westeuropa fiel der Absatz fast auf das Niveau von 2006, in Deutschland war der Rückgang noch nie so stark wie im abgelaufenen Quartal. Der neue Hoffnungsträger der Analysten ist Intels Haswell-Prozessor, trotz der Chipsatz-Macke.

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Einigkeit in Moll: Alle Balken zeigen nach unten – der Absatz schrumpft bei allen Anbietern.
Einigkeit in Moll: Alle Balken zeigen nach unten – der Absatz schrumpft bei allen Anbietern.
(Quelle: Gartner / Chart: IT-BUSINESS)

Die PC-Hersteller haben ein desaströses Quartal hinter sich. In Westeuropa sank der Absatz um 20,5 Prozent. 12,3 Millionen Rechner wurden im ersten Vierteljahr 2013 verkauft – nur wenig mehr als im ersten Quartal 2006. Damals waren es schon fast 12 Millionen. Für Desktop-PCs war es das elfte Quartal in Folge, bei dem im Vorjahresvergleich ein Rückgang zu verzeichnen ist.

Und auch in Deutschland fielen die Stückzahlen um 20 Prozent. Katastrophal ging es vor allem für Acer aus: 45,6 Prozent betrug der Rückgang insgesamt, 48 Prozent weniger Rechner wurden im Consumersegment abgesetzt. Asus setzte im Vergleich zum Vorjahresquartal ein Drittel weniger ab, bei HP betrug der Rückgang mehr als ein Viertel, bei Dell fast ein Fünftel.

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Gewinner“ der aktuellen Situation ist Lenovo, seit drei Quartalen die Nummer 1 im deutschen Markt. Der chinesische Hersteller hatte hierzulande einen Rückgang um nur 5,2 Prozent zu verzeichnen, im Consumersegment legte Lenovo um zwei Prozent zu. In der Region Westeuropa ist Lenovo sogar um 7,2 Prozent gewachsen. Hier belegt der Hersteller aber nur Platz 3 des Rankings, knapp hinter Acer, und mit weniger als 60 Prozent der Stückzahlen, die HP vorweisen kann.

Und noch einen Gewinner gibt es: Apple konnte seinen Rechner-Absatz ebenfalls steigern, wenn auch nur um 0.8 Prozent in Westeuropa.

Auch Smartphones sind PC-Konkurrenten

Gartner-Analystin Meike Escherich konstatiert sowohl für die Region Westeuropa als auch für Deutschland den stärksten Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen. Ein weiteres Mal weist sie darauf hin, dass Windows 8 den Markt nicht beflügeln kann: „Die Leute fragen sich, was die Kacheln sollen, auf Geräten, die keinen Touch-Screen haben“.

Dass der PC-Markt schrumpft sei vor allem den Smartphones und Tablets geschuldet. Die Kunden würden sich nicht bewusst für das eine und gegen das andere entscheiden. Wer aber erst mal mit Smartphone und Tablet ausgestattet ist, sitze immer seltener vor dem Desktop-PC oder Notebook. Dementsprechend würden dann auch keine neuen Rechner angeschafft. Auf Dauer werde daher die installierte Basis an PCs schrumpfen, je mehr Tablets und Smartphones verkauft werden.

Im Segmentvergleich zeigt sich, dass die mobilen Rechner stärker verlieren als die stationären, denn Notebooks wurden 24,6 Prozent weniger verkauft, bei den Desktop-PCs gingen die Stückzahlen um 13,8 Prozent zurück. Ebenso waren die Consumer-Kunden zurückhaltender (-23,7 Prozent) als Käufer im Professional-Segment (-17,2 Prozent).

Durchwachsene Aussichten

Laut Escherich geht Gartner davon aus, dass sich der Rückgang im Jahresverlauf noch fortsetzen wird. Die Nachfrage von Seiten der Geschäftskunden sowie neue Geräte auf Basis von Intels Haswell-CPU könnten den Markt im zweiten Halbjahr 2013 beflügeln, bis hinein ins Jahr 2014.

Allerdings hat der mit Haswell kombinierte Chipsatz Lynx Point eine kleine Macke im Zusammenspiel mit USB-3.0-Geräten. Trotzdem werden die fehlerhaften Chips ausgeliefert. Hersteller wie Wortmann verschieben die Einführung von Haswell-Systemen, bis revidierte Chipsätze verfügbar sind. Denn die Kunden warten vermutlich auch lieber auf fehlerfreie Produkte

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