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SUSE-Umfrage unter Verbrauchern

Deutsche zweifeln am Sinn der DSGVO

| Redakteur: Dr. Jürgen Ehneß

Klares Ergebnis: Die deutschen Verbraucher stehen der DSGVO auch nach einem Jahr skeptisch gegenüber.
Klares Ergebnis: Die deutschen Verbraucher stehen der DSGVO auch nach einem Jahr skeptisch gegenüber. (Bild: ©Aaron Amat - stock.adobe.com)

Ein Jahr nach Einführung der EU-Datenschutz-Grundverordnung glauben 84 Prozent der Verbraucher nicht daran, dass sie durch die Regelung die Kontrolle über ihre persönlichen Daten erlangt haben.

Die Bilanz klingt ernüchternd: Laut einer Umfrage des Anbieters von Open-Source-Lösungen SUSE glauben gerade einmal 16 Prozent der Deutschen, dass die Datenschutz-Grundverordnung der EU dafür sorgt, dass sie die Kontrolle über ihre eigenen Daten behalten oder wiedererlangen. Die weiteren 84 Prozent stehen der DSGVO hingegen skeptisch gegenüber und sehen keine positive Veränderung. Auch im Nachbarland Frankreich zweifeln die Bürger am Sinn der Regelung, doch sind es dort immerhin 24 Prozent, die eine Verbesserung der Datenhoheit annehmen. Im Noch-EU-Land Großbritannien meinen dies mit 34 Prozent indes über ein Drittel der Befragten.

Etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Bundesbürger interessieren sich dafür, wo ihre Daten abgespeichert werden, und 62 Prozent sehen es kritisch, wie mit diesen Daten umgegangen wird. Des Pudels sprichwörtlicher Kern liegt jedoch in der Unsicherheit über die Historie des eigenen Internetverhaltens: Über zwei Drittel (68 Prozent) der deutschen Umfrageteilnehmer haben keine Kenntnis über die Art der über sie gespeicherten Daten.

Wer liest schon AGBs?

SUSE sieht einen Grund dafür im Desinteresse der Verbraucher, „sich näher mit den Informationen, die ein Unternehmen zur Cyber-Sicherheit bereitstellt, beziehungsweise dessen Vergangenheit zu beschäftigen“. Laut Umfrage kümmern sich 54 Prozent der Befragten nicht um derartige Angaben. Achim Gebhardt, EMEA Director Storage bei SUSE, erläutert dies: „Verbraucher tendieren dazu, ausführliche und komplizierte AGBs entweder nur flüchtig oder gar nicht zu lesen. Erfahren sie später dann aus einer anderen Quelle, wie ein Dienst, für den sie sich angemeldet haben, ihre Daten speichert, kann das zu Unzufriedenheit bei den Nutzern führen und für den Anbieter im schlimmsten Fall zum Verlust des Kunden.“

Unternehmen empfiehlt Gebhardt aus diesem Grund, dass sie „ihre Daten deswegen so speichern, dass es keinen Anlass zur Klage für Kunden gibt, und das klar kommunizieren. Gerade da die Bürger die DSGVO nicht für besonders effektiv halten, ist es nötig, dass Unternehmen ihre Kunden von der Datensicherheit bei ihren Angeboten überzeugen.“

Daten gegen Gutscheine? Nein!

Bezüglich der Nutzung digitaler Dienste gibt es klare Präferenzen von Kundenseite: Ganz oben steht mit einem Umfrageergebnis von 43 Prozent die „Kontrolle über die eigene Daten und deren Verwendung“, direkt dahinter liegt eine „einfache und effiziente Nutzererfahrung“ (22 Prozent). Dagegen lassen sich nur rund drei Prozent der befragten Deutschen auf einen Tausch der eigenen Daten gegen Gutscheine ein.

Den unterschiedlichen Cloud-Lösungen stehen die Verbraucher nach wie vor skeptisch gegenüber: Lediglich neun Prozent der Befragten würden ihre privaten Fotos, Videos oder andere Daten in eine Cloud laden, wohingegen 30 Prozent externe HDDs bevorzugten.

Bei der Umfrage wurden 2.000 erwachsene Verbraucher aus dem Bundesgebiet befragt, darüber hinaus weitere Personen aus Frankreich sowie aus Großbritannien. Abgesehen von den Erwartungen an die DSGVO, bieten die Antworten der befragten Franzosen und Briten ein weitgehend ähnliches Bild wie die der deutschen Verbraucher.

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