CeBIT 2015: Schutzschirm gegen Cyber-Angriffe Deutsche Telekom verspricht dem Mittelstand ein Wirtschaftswunder

Autor Sarah Gandorfer

Auf der CeBIT stellt die Deutsche Telekom ihre „Wirtschaftswunderpakete“ für Mittelständler vor. Damit können sie zum Beispiel in die IP-basierte Kommunikation einsteigen, ihre Maschinen aus der Ferne steuern oder ihren Kunden kostenloses WLAN anbieten.

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Den Stand der Deutschen Telekom finden Interessenten in Halle 4, Stand C26.
Den Stand der Deutschen Telekom finden Interessenten in Halle 4, Stand C26.
(Deutsche Telekom AG)

Heuer nimmt sich die Telekom ganz besonders dem Mittelstand an. Für diesen hat der Konzern so genannte „Wirtschaftswunderpakete“ geschnürt.

Mit dem „Digitalisierungs-Paket IP“ steigen Firmen auf die IP-basierte Kommunikation um. Die Telekom liefert einen Router, der die Funktionen eines Splitters, eines DSL-Modems, eines VPN-Routers sowie eines WLAN-Access-Points in einem Gerät vereint. Außerdem lässt er sich als IP-basierte Telefonanlage für bis zu 15 Teilnehmer und maximal 20 Endgeräte nutzen.

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Zum Paket gehört außerdem der neue IP-Anschluss „DeutschlandLAN IP Voice/Data“ mit einem Internet-Zugang von bis zu 50 Mbit/s inklusive Daten-Flatrate. Hinzu kommen eine Flatrate für Telefonate ins deutsche Festnetz sowie 18 weitere Länder. Zum Paket gehören auch eine feste IP-Adresse, das IP-System-Telefon „IP 120“ sowie ein Entstörungsservice innerhalb von maximal acht Stunden. Optional ist auch eine Touch-Variante des IP-Telefons erhältlich.

Digitales Büro und Hotspot-Paket

Das „Digitalisierungs-Paket Office“ soll den Grundstein für ihr digitales Büro legen. Geliefert wird ein Software-Paket mit Download-Versionen von Word, Excel und Powerpoint. Sie lassen sich auch mobil auf bis zu fünf Endgeräten nutzen. Zweiter Baustein ist eine Freemium-Version von „TeamLike“ für fünf Nutzer. Damit können Firmen ihr bisheriges Intranet ersetzen. Denn über die Social-BusinessCollaboration-Plattform aus der Telekom-Cloud tauschen sich Mitarbeiter einfacher aus, vernetzen sich mit Kollegen und bearbeiten Projekte. Zukünftig können Kunden eine so genannte Freemium-Version für fünf Nutzer auch als Einzelprodukt im Business Marketplace buchen. Im Paket dabei ist auch „TeamDisk“, eine 100 GB große Online-Festplatte aus der Telekom-Cloud. Komplettiert wird das Paket mit „Symantec Endpoint Protection“. Optional zubuchbar sind mit „Microsoft Exchange Online 2010“ E-Mail-Postfächer aus der Cloud.

Mit dem „Hotspot Plug’n’Play-Paket“ können Firmen wie beispielsweise kleine Gastronomiebetriebe, ihren Gästen kostenloses WLAN anbieten, indem sie ihren bestehenden Internetzugang mit den Kunden teilen. Dazu nutzen sie einen Telekom-Router, der mit dem Netzzugang gekoppelt wird. Der Datenverkehr des Nutzers läuft getrennt von dem des Anschlussinhabers, das heißt, es besteht kein Risiko durch die Nutzung Dritter.

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Lesen Sie auf der nächsten Seite, was das „Industrie 4.0 Paket“ beinhaltet.

Industrie 4.0 für KMUs

Für den Einstieg in die vernetzte Industrie hat der TK-Anbieter das „Industrie 4.0 Paket“ im Portfolio. Es ermöglicht kleinen und mittelständischen Betrieben, ihre Maschinen zu vernetzen und Fertigungsbedingungen zu überwachen. Das Paket enthält Hardware, SIM-Karte mit Datentarif sowie den Zugang zur Online Plattform „Cloud der Dinge“, um Geräte und Sensordaten zu erfassen und zu verarbeiten. Die Plattform wird von der Telekom nach eigenen Angaben auf hochsicheren Servern in Deutschland gehostet.

Größere Mittelständler können mit dem „Digitalisierungsportal“ einen eigenen Cloud-App-Store einrichten. Die Telekom unterstützt die Kunden bei der Integration und hostet die Plattform in ihren deutschen Rechenzentren. Außerdem landen nur Telekom-geprüfte Applikationen auf dem Portal. Dabei greifen Kunden auf den Business Marketplace zurück mit seinem speziell auf die Bedürfnisse von Mittelständlern abgestimmten Lösungsportfolio. Dazu gehören zum Beispiel Office-Software, Anwendungen für effiziente Teamarbeit, Sicherheitssoftware und virtuelle Konferenzräume.

Bei Fragen rund um die Digitalisierung, von der Wahl passender Lösungen, über die Einrichtung bis hin zum laufenden Betrieb, steht die Telekom den Kunden mit ihrem „Digitalisierungssupport“ zur Seite. Dazu gehören zum Beispiel ein Digitalisierungscheck, die Möglichkeit, alle Applikationen 30 Tage kostenlos und unverbindlich zu testen sowie ein Einrichtungsservice.

Private-Cloud-Lösungen

Außerdem präsentiert der Konzern auf der CeBIT neue Module für das Private-Cloud-Angebot „Managed IT-Services“. Dazu gehört „Managed Backup to the Cloud“, eine Online-Backup-Lösung mit 500 GB Speicherplatz, um die Daten in der Wolke zu speichern, zu synchronisieren und von überall darauf zuzugreifen. Die Backups werden automatisch zu bestimmten Zeiten und Intervallen durchgeführt und die Daten nach Parametern wie Dateigröße oder -typ sortiert. Die Informationen werden mit AES-256-Bit verschlüsselt übertragen. Der Kunde kann die Online-Festplatte über ein Webportal steuern.

Ein weiteres Angebot ist die Big-Data-Lösung „SAP HANA“. Basis ist die Datenbanktechnologie des In-Memory-Computings von SAP. Dabei wird nicht eine separate Datenbank, sondern der Arbeitsspeicher des Computers verwendet, um große Datenmengen in Echtzeit zu verarbeiten. Die SAP-Infrastruktur steht in den Telekom-Rechenzentren hierzulande.

Ebenfalls neu ist „Cloud VPN“, eine Lösung um Firmenstandorte miteinander zu verbinden. Die Kopplung der einzelnen Standorte erfolgt dabei auf zentralen Routern in der Private Cloud. In einem „IPSec-Tunnel“ werden die Daten besonders sicher übertragen. Den Auf- und Abbau der Verbindungen sowie die ausgetauschten Daten kontrolliert der Kunde selbst über eine Self-Service-App.

Auf der Messe stellt die Telekom zudem ihr erweitertes „Managed Workplace“-Angebot vor. Neu sind eine integrierte IP-Telefonanlage sowie eine Video- und Collaboration-Lösung mit der Möglichkeit zum so genannten „Call Swipe“. Das heißt, die Nutzer können Anrufe nahtlos zwischen ihren Endgeräten hin- und herschieben. Das Angebot ist ab dem dritten Quartal 2015 erhältlich.

„MagentaEINS Business“

„MagentaEINS Business“ verschmilzt die Bereiche Festnetz, Mobilfunk und Cloud-Anwendungen zu einem Komplettpaket. Geschäftskunden können dabei einen Festnetzvertrag auf IP-Basis mit einem aktuellen Mobilfunkvertrag (monatlicher Grundpreis von mindestens 25,17 Euro netto) zu ihrem individuellen MagentaEINS-Business-Paket hinzufügen und profitieren von weiteren kostenlosen, geschäftskundenspezifischen Leistungen.

Die Pakete stellt die Telekom in den Varianten S, M und L bereit. Die zusätzlichen Vorteile gelten für alle Pakete. Unterschiedlich sind nur die zugrundeliegenden Festnetzanschlüsse. Buchen können Kunden im Paket M zum Beispiel den neuen IP-basierten Anschluss „DeutschlandLAN IP Start“ mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 Mbit/s. Neu ist auch der Anschluss „DeutschlandLAN IP Voice/Data“. Hier surfen die Kunden mit bis zu 200 Mbit/s. Inklusive sind eine feste IP-Adresse sowie eine Festnetz-Flatrate ins deutsche Festnetz und in 18 weitere Länder. Die MagentaEINS-Business-Pakete sind ab dem 18. Mai 2015 verfügbar.

Zu allen „MagentaEINS-Business-Paketen“ gehört eine Flatrate für Telefonate vom Festnetz und Handy in alle deutschen Mobilfunknetze. Außerdem sind SMS in alle deutschen Netze inbegriffen. Beim mobilen Surfen stellt die Telekom die maximal verfügbare LTE-Geschwindigkeit (Speed Option LTE Max) mit bis zu 300 Mbit/s bereit. Ein Highspeed-Datenvolumen von 500 MB ist ebenfalls bereits enthalten und kann bei Bedarf erweitert werden.

In allen drei Varianten sind zudem zwei Cloud-Anwendungen inklusive. Dazu gehört erstens die Online-Festplatte „TeamDisk“. Zweitens „iMeet“, ein Audiokonferenzsystem aus der Cloud, mit dem sich schnell und kostenfrei Telefonkonferenzen mit bis zu zehn Teilnehmern einstellen lassen. Darüber hinaus bietet die Telekom Zubuchoptionen aus ihrem Portfolio, wie bis zu vier CombiCards im Mobilfunkbereich, mehr Inklusivvolumen beim mobilen Surfen, spezielle Pakete fürs Telefonieren und Surfen im Ausland, eine HotSpot-Flatrate und die Nutzung von Multi-SIM-Karten an.

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Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie die Deutsche Telekom vor Cyber-Angriffen schützt.

Zwei Varianten für Sicherheit

Was sich sonst nur Großkonzerne leisten können, macht die Telekom jetzt auch für mittelständische Unternehmen erschwinglich. Auf der CeBIT zeigt der TK-Provider zwei Lösungen, die einen Schutzschirm gegen Cyber-Angriffe bieten: den Cyber Threat Detector und Cyber Defense.

Herkömmliche Firewalls und Antiviren-Software schützen gegen Massenangriffe. Gezielte Cyberattacken dagegen wehren sie nicht ab. Bei diesen Attacken – so genannten Advanced Persistent Threats – fliegen Hacker unter dem Radar durch, nutzen Sicherheitslücken in Programmen und manipulieren unerkannt IT-Systeme. Sie bewegen sich dann über lange Zeiträume im Netzwerk ihrer Opfer und schleichen sich zu den Kronjuwelen des Unternehmens vor, oftmals ohne entdeckt zu werden.

Mit Cyber Defense für den Mittelstand schützen Unternehmen, denen das Wissen von Sicherheitsexperten fehlt, ihr Netzwerk, ihre IT-Systeme und ihr Know-how auch bei professionellen Hacker-Attacken – in Echtzeit. Sie können laut Telekom Angriffe frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten, bevor Hacker geschäftskritische Daten stehlen. Die Lösung deckt die gesamte Sicherheitskette ab, die für die Abwehr professioneller Hackerangriffe notwendig ist: Vorbeugung durch einen Schwachstellen-Scan und Analyse mit Security Incident and Event Management (SIEM). Dringt ein Angreifer trotz aller Abwehrmaßnahmen in ein IT-System ein, steht ein Service zur Behandlung und Einleitung von Maßnahmen durch Security-Spezialisten zum Beseitigen der Schad-Software zur Verfügung.

Basis von Cyber Defense für den Mittelstand ist die Sicherheitsplattform USM (Unified Security Management) vom Technologiepartner Alien Vault. Sie führt alle wichtigen Sicherheitswerkzeuge zur Abwehr komplexer Angriffstechniken in einer Lösung zusammen – von der Bestandsaufnahme, dem Beurteilen von Schwachstellen, über das Erkennen von Bedrohungen und Korrelation von auffälligem, systemischen Verhalten sowie fortlaufend gespeist durch aktuelle Informationen über neue Schadsoftware (Security Intelligence/Event Correlation).

Die Deutsche Telekom bietet Cyber Defense für den Mittelstand in zwei Varianten an:

  • 1. Die zentrale Komponente von Cyber Defense für den Mittelstand wird in sicheren Telekom –Rechenzentren oder beim Kunden vor Ort bereitgestellt und betrieben. Sensoren in der Umgebung der Kundensysteme sammeln die notwendigen Daten und senden diese an die Telekom. Um das Bereitstellen der Hardware, die Lizenzen, Überwachungen, Wartung sowie Störungen kümmert sich die Telekom.
  • 2. Ergänzend zum Plattformbetrieb übernehmen speziell ausgebildete Experten der Telekom das Überwachen und Auswerten von Sicherheitsvorfällen – in Echtzeit. Kunden erhalten umgehend alle relevanten Informationen

Der Cyber Threat Detector ist die Einstiegslösung der Telekom. Er arbeitet nach dem Prinzip eines Cyber Defense Centers – allerdings in kleinerem Maßstab und standardisierter: Die neue Lösung sammelt, aggregiert und visualisiert alle Logdaten, die eine verbundene Firewall generiert. Diese Daten vergleicht der Detector mit Informationen über aktuelle und zurückliegende Cyber-Angriffe und deren Kontrollstrukturen. Erkennt die Lösung solche Kommunikationsmuster, schlägt sie Alarm und ermöglicht so ein schnelles Eingreifen. Darüber hinaus zeigt der Detector in Echtzeit die Verkehrsströme in und aus dem Unternehmen, visualisiert diese nach Zielländern, internen Netzwerksegmenten und verwendeten Protokollen. Das Werkzeug ermöglicht zu Analysezwecken direkt in der graphischen Oberfläche eine einfache Eingrenzung der relevanten Daten durch verschiedene Filteroptionen.

Den Stand der Deutschen Telekom finden Interessenten in Halle 4, Stand C26.

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