Studie von Survata und LivePerson

Deutsche glauben nicht an den KI-Kollegen

| Autor: Sarah Nollau

Die Befragten der Studie glauben nicht, dass in ihrer Branche durch die Automation Jobs wegfallen. Für anderen Branchen prognostizieren sie dies allerdings schon.
Die Befragten der Studie glauben nicht, dass in ihrer Branche durch die Automation Jobs wegfallen. Für anderen Branchen prognostizieren sie dies allerdings schon. (Bild: Pixabay / CC0)

Könnte eine Künstliche Intelligenz (KI) mich als Arbeitnehmer ersetzen? Die Frage scheint in dieser Formulierung wenig Arbeitnehmer zu berühren. Sie sorgen sich vielmehr um die Arbeitsplätze ihrer Mitmenschen. Den eigenen Job im Fadenkreuz der KI sehen nur wenige.

Zu diesem Fazit kommt eine aktuelle Studie von LivePerson in Kooperation mit dem Marktforschungsunternehmen Survata. Knapp zwei Drittel (68 Prozent) der befragten Deutschen glauben, dass ihre Branche trotz der fortschreitenden Digitalisierung die kommenden zehn Jahre überleben wird. 62 Prozent sind jedoch der Meinung, dass Jobs einer anderen Branche gefährdet seien. Knapp die Hälfte (45 Prozent) gehen sicher davon aus, dass zukünftig kein Roboter ihren Platz einnehmen kann. Auch ein Messen mit einem künstlich intelligenten Kollegen können sie sich nicht vorstellen (34 Prozent).

Bedrohungen für die eigene Berufssparte

Auf Platz Eins der größten Gefahren für die eigene Berufssparte stehen zu geringe Löhne (22 Prozent), allerdings dich gefolgt von der Automation mit einem Prozentpunkt weniger. Weitere Gefahren sind nach Einschätzung der Befragten die schlechte wirtschaftliche Entwicklung (20 Prozent) und die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland (17 Prozent).

In der Einschätzung anderer Berufe fällt das Ergebnis anders aus. Besonders Befragte aus der Gesundheitsbranche (74 Prozent) und der Informationstechnologie (70 Prozent) glauben, dass andere Branchen stärker betroffen sind. Als besonders sicher gelten Jobs demnach, wenn sie nicht nur direkten Kundenkontakt fordern, sondern auch auf tiefgründigen Einschätzungen beruhen. Nur 0,7 Prozent der Befragten glauben, dass der Job von Juristen durch die Automation bedroht sind. Es gibt jedoch schon smarte „Sidekicks“ für Anwälte, die ihnen tatkräftig zur Seite stehen, indem sie beispielsweise ihren Anwendern Tipps geben, wie sie die Zahlung von Strafzetteln umgehen können. Auch Medienmacher (1 Prozent), Personaler (1 Prozent) und Jobs im Gesundheitswesen (2 Prozent) gelten als wenig bedroht.

Wegfallen ganzer Berufe

Welche Berufe gelten in den nächsten 20 Jahren unter den Befragten als besonders bedroht? Für die Automobilindustrie (34 Prozent), das Ingenieurwesen (18 Prozent) und das Transportwesen (14 Prozent) sehen die Befragten eine dunkle Zukunft voraus. An der Spitze der Berufe, die nach Einschätzung komplett wegfallen, stehen Fabrikarbeiter (31 Prozent) und Kassierer (29 Prozent). Dies sind die Berufe, die die Befragten durchaus KIs und Robotern anvertrauen würden. Knapp 30 Prozent würden auch an automatisierten Kassen zahlen. 24 Prozent können sich vorstellen, dass Roboter in Fabriken Produkte fertigen. 15 Prozent sprechen sich gegen Künstliche Intelligenzen in der Berufswelt aus. Sie halten den Menschen für unersetzbar.

Um dem Ersatz durch smartere Kollegen im Zuge der Digitalisierung vorzubeugen, haben beinahe alle Befragten Maßnahmen ergriffen.

  • 66 Prozent besuchen Weiterbildungskurse.
  • 32 Prozent nehmen an Fachkonferenz teil, um sich über die neuesten Trends und Themen zu informieren.
  • 26 Prozent kümmern sich bereits um alternative Einkommen.
  • 20 Prozent wählen die Fortbildung an einem Abendgymnasium oder einer Universität.

Akzeptanz von Robotern

„Immer mehr Menschen können sich vorstellen, auf die eine oder andere Weise mit Bots zusammenzuarbeiten. Künstliche Intelligenz wird immer weiter in Arbeitsprozesse integriert“, betont Rurik Bradbury, Head of Conversational Strategy bei LivePerson. „Mit der Studie wollen wir noch besser Verbraucher und ihre Bedenken analysieren. Die Befragung hat gezeigt, dass die Akzeptanz von Bots steigt.“

LivePerson beauftragte für die Studie das unabhängige Marktforschungsunternehmen Survata durchgeführt. Survata befragte zwischen dem 16. und 21. Februar 2018 insgesamt 1.017 Deutsche.

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