Nur ein Bruchteil der Server sind schon virtualisiert Der weite Weg zur Private Cloud

Redakteur: Regina Böckle

Private, Public oder Hybrid – Hauptsache Cloud? Aktuell machen Private- und Hybrid-Modelle das Rennen. Das Potenzial hierzulande ist groß, auch im Mittelstand. Die Herausforderungen für Reseller aber auch.

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Die Virtualisierung hat den Stein ins Rollen gebracht, der sich nun durch die Rechenzentren wälzt und diese grundlegend verwandelt. Virtualisierung ermöglicht es, alle benötigten Dienste, Applikationen und Ressourcen bedarfsgerecht bereitzustellen.

Obendrein erlaubt diese Technologie dem Anwender die Wahl, aus welcher Quelle er seine IT-Kapazitäten bezieht: ob intern aus der „Private Cloud“ oder extern über die „Public Cloud“ oder über einen Mix aus Beidem („Hybrid-Modell“).

Basis: 110 Unternehmen in Deutschland (Mehrfachantworten möglich), Quelle: Experton Group 2010 (Archiv: Vogel Business Media)

Doch noch sind längst nicht alle Rechenzentren virtualisiert: Zwar haben mehr als 80 Prozent der Unternehmen weltweit ein Virtualisierungs-Programm oder -Projekt aufgesetzt, aber nur 25 Prozent aller Server-Workloads laufen aktuell auf virtuellen Maschinen, so das Fazit der Gartner-Analyse vom September dieses Jahres. Darin steckt nicht nur großes, sondern auch langfristiges Potenzial für Reseller. Denn aus Kostengründen werden Firmen nur noch in IT-Angebote investieren, die es ihnen erlauben, ihre Systeme flexibel an den jeweiligen Bedarf anzupassen. Das gilt nicht nur für Enterprise-Kunden, sondern insbesondere auch für den Mittelstand.

Knackpunkt: Architektur

Allerdings sind sich viele IT-Entscheider noch unsicher, wie die eigene Cloud-Architektur aussehen soll. „Denn das Zusammenspiel der Technologien und Produkte der verschiedenen Hersteller funktioniert keinesfalls so reibungslos, wie es Marketing-Broschüren verheißen“, berichtet Dr. Carlo Velten, Senior Advisor der Experton Group. Das „Cloud Architektur Design“ mausere sich somit zur „Königsdisziplin der strategischen IT-Planung“.

Da überrascht es kaum, dass Hersteller dazu tendieren, möglichst alle Komponenten eines cloud-fähigen Rechenzentrums komplett integriert aus einer Hand oder über Technologie-Partnerschaften anzubieten – von der Hard- und Software bis hin zum Applikations-Marktplatz. Entsprechend groß ist die Kauflust: HP stockte sein Storage-Angebot erst mit Lefthand, dann mit 3Par auf, IBM kaufte sich mit Blade Network Technologies einen Netzwerk-Spezialisten, Oracle schnappte sich Sun und liebäugelt mit Netapp.

Haken und Ösen

Die Herausforderungen für Anwender wie für Vertriebspartner, diese Transformation vom herkömmlichen, statischen Datacenter-Betrieb hin zu den Cloud-Modellen zu bewerkstelligen, sind enorm.

Vorkonfigurierte, integrierte, cloud-fähige Rechenzentrums-Modelle (Privat Clouds) erleichtern Resellern einen Teil der aufwändigen Arbeit. Für geschäftskritische Applikationen in den Bereichen Billing, Forschung und Entwicklung sowie Produktion werden Cloud Services aber in den nächsten fünf Jahren nur in geringem Maße zum Zug kommen, ergab eine Umfrage von A.T. Kearney unter IT-Managern. Relevant dagegen werden die Cloud-Dienste für CRM, ERP, E-Mail und Video Conferencing sowie für Call-Center-Lösungen. Vieles wird der Endkunde also auch weiterhin intern beziehungsweise im klassischen Lizenz-Modell (on premise) nutzen. Das muss aber mit den Cloud-Anwendungen zusammenspielen.

Welche Einstiegshilfen es gibt und welche Erfahrungen Systemhäuser gemacht haben, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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