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Effizienter IT-Betrieb

Der Weg zur IT-Automatisierung

| Autor / Redakteur: Marc-André Tanguay / Sarah Böttcher

Ziel der Automatisierung ist es, bestehende Ressourcen besser zu nutzen und häufig überlasteten Administratoren Freiräume zu schaffen.
Ziel der Automatisierung ist es, bestehende Ressourcen besser zu nutzen und häufig überlasteten Administratoren Freiräume zu schaffen. (Bild: Sikov - stock.adobe.com)

Die Automatisierung des IT-Betriebs ist nicht nur technisch möglich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Marc-André Tanguay, Head Automation Nerd bei Solarwinds MSP, beschreibt die ersten Schritte zur Automatisierung.

Automatisierung ist eine wichtige Antwort. Zum Beispiel auf die Frage: Wie können Techniker effizienter arbeiten? Sie ist auch eine Lösung für den Fachkräftemangel, der in der ITK-Branche ein immer dringlicheres Problem wird. Denn das Ziel von Automatisierung ist weder das Personal in der IT-Abteilung eines Unternehmens noch die Anzahl der Techniker beim Systemhaus oder Managed Service Provider (MSP) zu reduzieren. Ziel ist es, hochqualifiziertes Fachpersonal von lästigen Standardtätigkeiten zu befreien, damit sie sich auf wesentliche Aufgaben konzentrieren können.

Marc-André Tanguay, Head Automation Nerd bei Solarwinds MSP
Marc-André Tanguay, Head Automation Nerd bei Solarwinds MSP (Bild: Solarwinds MSP)

Das kommt dem ganzen Unternehmen beziehungsweise den Kunden zugute. Denn die Kollegen in den Fachabteilungen möchten ungestört von technischen Problemen arbeiten. Und die Geschäftsleitung legt Wert darauf, dass der Betrieb reibungslos funktioniert. Und für Systemhäuser gilt: Kunden bezahlen dafür, dass Probleme am besten bereits im Vorfeld vermieden werden und nicht für die manuellen Tätigkeiten der Techniker.

Der Anfang: vom Ticket zur Automatisierung

Die schwierigste Aufgabe für die meisten Organisationen ist, mit der Automatisierung zu beginnen. Häufig berichten Administratoren, dass ihre Tickets höchst unterschiedlich sind und dass sie keinen Ansatz finden, ihre Tätigkeiten zu automatisieren. Sicher gibt es Nischen, in denen diese Sichtweise richtig ist. Bei der Analyse gleicher Tickets, fallen viele jedoch wiederkehrende Aspekte auf, die sehr gut zu automatisieren sind. Nimmt man ein Ticket, muss man dieses zunächst in einzelne Schritte zerlegen. Der Input kann aus einem Remote-Monitoring-and-Management-System (RMM) kommen, vom Kunden oder Kollegen in der Fachabteilung oder von einem Techniker, der das Ticket aufgemacht hat.

Für die Automatisierung einer Tätigkeit benötigt man zunächst Ruhe, um über alle Details nachzudenken und ein funktionierendes Skript zu entwickeln. Ist das Skript geschrieben, werden Zeit und Ressourcen benötigt, um dieses zu testen.

Hunderte Server patchen in Minuten

Ein Solarwinds-MSP-Kunde hatte Schwierigkeiten mit den kundeneigenen Servern eines Cloud Providers verursacht. Der Bugfix des Kunden musste auf allen betroffenen Servern ausgerollt werden. Ein klarer Fall für ein automatisiertes Skript.

Die Lösung: Ein einfacher Monitoring Service, der den Fehler bei allen betroffenen Servern identifiziert. Ist der Fehler erkannt, installiert ein Skript automatisch den Bugfix. Mehrere hundert Server zu überprüfen und zu reparieren, war dank der Automatisierung eine Aktion von wenigen Minuten.

Der Monitoring Service überprüft neue Server, die ans Netz gehen ebenso wie Server, die für Wartungsarbeiten vom Netz genommen wurden. Er stellt sicher, dass auf allen aktiven Maschinen der Bugfix aktiv ist.

Klappt die Automatisierung immer? Natürlich nicht. Es gibt immer Ausnahmen. Aber sie funktioniert in mehr weit als 90 Prozent aller Fälle. Und über Protokolle erfahren Anwender, wo Schritte fehlgeschlagen sind.

Automatisierungspotenziale

Das Unternehmensmanagement sollte innerhalb der Firma ein Klima fördern, welches Automatisierung fördert. Denn das Wissen um automatisierbare Aufgaben ist im Unternehmen auf viele Köpfe verteilt. Es gibt eine Reihe von Methoden, das Automatisierungsklima zu fördern:

  • 1. Das Belohnen von Mitarbeiter, die Ideen und Anregungen für Automatisierungen einbringen. Das kann von kleinen Aufmerksamkeiten für ein gelungenes Skript über Bonuszahlungen, Sonderurlaub oder eine schnellere Beförderung reichen. Die Belohnung sollte angemessen sein und in die Unternehmenskultur passen.
  • 2. Das Bestimmen von Mitarbeitern, die regelmäßig die abgearbeiteten Tickets unter die Lupe nehmen und nach Automatisierungspotenzialen durchforsten. Sind die Tickets klar strukturiert und kategorisiert, erleichtert das die Arbeit ungemein. So sind wiederkehrende, automatisierbare Tätigkeiten besser zu erkennen.
  • 3. Das Organisieren von regelmäßig stattfindenden informellen Meetings, in denen sich Netzwerk-Operations- und Help-Desk-Mitarbeiter darüber austauschen, ob sie den Eindruck haben, Zeit mit lästigen Tätigkeiten zu verschwenden. Gerade der informelle Charakter solcher Treffen ermutigt die Kollegen, offenes Feedback zu geben, das dann die Grundlage für Automatisierungen werden kann.
  • 4. Den Erfahrungsaustausch mit Kollegen in anderen Unternehmen beziehungsweise in anderen Systemhäusern und MSPs fördern.

Mehr als Scripting

Automatisierung ist Scripting und das Aufstellen von Automatisierungsrichtlinien. Aber es ist auch mehr. Etwa ein Monitoring aufzubauen, das Checklisten automatisiert, Automatisierungen rund um Patch-Verwaltung und Freigaben zu konfigurieren und vieles mehr. Wer sich auf Scripting beschränkt, der schränkt sich ein und verschenkt viele Möglichkeiten, die Automatisierung bietet.

Ziel der Automatisierung ist es, bestehende Ressourcen besser zu nutzen und – häufig überlasteten – Administratoren Freiräume zu schaffen. Unternehmen, die einmal mit der Automatisierung begonnen haben, investieren rasch mehr Zeit und Ressourcen. Denn auf diese Weise können sie ihren IT-Betrieb deutlich optimieren und effizienter arbeiten.

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