Ein Kommentar zur „Content-Management“-Politik auf iPad, iPhone und Co.

Der Sündenfall begann mit einem Apple

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Big Apple auf der Wolke

Wenn ich den Appstore und seine Inhalte als externe Cloud betrachte, wirft dies einen erschreckenden Blick auf das, was in Zukunft mit Daten und Meinung in einer solchen Wolke passieren kann. Falls jemand ein düsteres Bild der Zukunft braucht, dann muss man als Steve Jobs Nachfolger nur Silvio Berlusconi einsetzen. Wem bei diesem Gedanken nicht ein kalter Schauer über den Rücken läuft, ist schon sehr abgestumpft. Die gefährliche Kombination aus Gerät und Content in der Hand einer einzelnen Person ist per se abzulehnen. Zum heutigen Zeitpunkt ist die Gefahr auch noch nicht akut, aber Apple war die erste Firma, die erfolgreich das Henne-Ei-Problem lösen konnte (keine Geräte ohne Inhalt, aber kein Inhalt ohne Geräte) und mit seien Geräten im Markt sehr schnell eine kritische Masse erreicht.

Viele Leute behaupten, Apple hätte nur ein tolles Marketing, welches in der Lage sei, auch mittelmäßige Geräte äußerst erfolgreich am Markt zu platzieren. Wenn diese Personen recht hätten, dann müsste ich diesen Artikel nicht schreiben. Denn das „Problem“ ist, dass die Geräte gerade in ihrer reduzierten Funktionalität und Geschlossenheit einen User-Kreis ansprechen können, den die anderen Hersteller bisher vergeblich zu öffnen versuchten.

Der Sündenfall auf dem Silbertablett

Die hohe Akzeptanz und der einfache Zugang für User, die wahrlich nicht als computer-affin zu bezeichnen sind, ist das eigentliche Geheimnis der Apple-Geräte. Wie Nintendos Wii erschließen sie die große Gruppe der Nicht-Computer- oder -Consolen-Freaks, denen die bisherigen Geräte unheimlich waren. Betrachte ich diese Entwicklung, dann ist Apple momentan sicherlich nicht die einzige Gefahr, aber die mit dem höchsten Potenzial.

Denn auch eine vermeintliche Alternative wie Android, kommt von Google. Und ob ich den Teufel mit dem Belzebub austreiben möchte sei dahingestellt. Denn Inhaltskontrolle, die über Apps ausgeführt wird, bedeutet auch User-Kontrolle, und alles das, was an den Bezelbuben Microsoft, Google, Facebook kritisiert wird, landet bei Apple auf dem Silbertablett.

Noch wollen alle ja nur unser Bestes (Geld), aber was ist in der Zukunft? Momentan sind Microsoft & Co. nur langsamer, aber in ihrer Grundidee keinesfalls besser.

Süße Verführung

Gibt es eine einfache Lösung für dieses Dilemma? Nein, denn auch ich erwische mich dabei, wie ich willfährig in den Apfel der Sünde beiße und mich auch noch gut dabei fühle. Nur bleibt bei mir der üble Nachgeschmack, dass ich in zehn Jahren meine Gedanken und Meinungen nur noch „vorgedacht“ serviert bekomme und Artikel wie dieser dem Reinlichkeitsfilter irgendeiner Cloud-App nicht passen würden.

Meine dunkle Sicht der Dinge mag manch ein Leser für übertrieben halten, aber wir sind bereits umgeben von Regierungen, Personen und Firmen, die alle vermeintlich wissen, was Gut für ihre Bürger und Kunden ist.

Und wenn ich sehe, wie einfach sich die große Masse der Leute steuern lässt, dann liegt es an uns, das Geschehen sehr kritisch zu beobachten und Missstände und Gefahren immer wieder offen zu legen.

Was halten Sie vom Vorgehen Apples? Diskutieren Sie mit in unserem Forum.

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