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Der Sprachassistent – Helferlein und Spion

| Redakteur: Margit Kuther

Homepod von Apple: Hallo Siri, spiel mir das Lied
Homepod von Apple: Hallo Siri, spiel mir das Lied (Bild: Apple)

Sprechen statt tippen – können sich Sprachassistenten bei Verbrauchern durchsetzen? Eine Umfrage von Reichelt zeigt, dass Sprachassistenten noch ausbaufähig sind.

Sprachassistenten, die kleinen Helferlein, können zwar unseren Alltag erleichtern, stehen aber gleichzeitig in der Kritik: Vor allem die Gefahr, dass sie alles mithören und die Privatsphäre verletzen können, sorgt für Skepsis unter den Verbrauchern. Der Distributor Reichelt Elektronik hat in einer aktuellen Umfrage 1.000 Personen in Deutschland befragt, ob und wie sie Sprachassistenten schon heute nutzen und wie diese in der Zukunft überzeugen können.

Die Riege der beliebtesten Anbieter

Aktuell geben 65 Prozent an, dass sie Sprachassistenten über das Smartphone nutzen, während 22 Prozent die kleinen Helfer wie Alexa & Co. bevorzugen. 14 Prozent der Befragten verwenden beides. Der momentane Gewinner unter den Home-Automation-Lösungen heißt Alexa. Insgesamt 21 Prozent der Befragten vertrauen dem Sprachassistenten von Amazon. 18 Prozent nutzen den Google Assistent und 16 Prozent Siri.

Obwohl Siri im Gesamtranking den dritten Platz belegt, fällt auf, dass 18- bis 24-Jährige mit 32 Prozent den Sprachassistenten von Apple favorisieren. Zum Vergleich: Bei nur 17 Prozent von ihnen fällt die Wahl auf Alexa. Doch aus welchen Gründen werden Sprachassistenten überhaupt genutzt?

Spielerei oder wirklicher Helfer

Sprachassistenten bieten zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Besonders beliebt ist die Internetrecherche (59 %). Laut Umfrage lassen sich 53 Prozent Musik vorspielen und 42 Prozent nutzen Sprachassistenten, um sich Nachrichten vorlesen oder vorsprechen zu lassen.

30 Prozent hilft der Sprachassistent im Alltag bei organisatorischen Dingen wie der Terminplanung. Ebenfalls ein knappes Drittel (27 %) setzt auf Sprachsteuerung, um Smart-Home-Installationen zu steuern. Eher selten ist der Online-Einkauf von Lebensmitteln oder Waren mithilfe von Sprachassistenten (je 17 %).

Bedenken beim Thema Sicherheit

Trotz der vielversprechenden Erleichterungen im Alltag, gibt es für einige Deutsche noch zahlreiche Unsicherheitsfaktoren bei der Nutzung von Sprachassistenten. So können sich 55 Prozent der Umfrage-Teilnehmer nicht vorstellen, einen Sprachassistenten zu kaufen.

Die größte Herausforderung für Hersteller wird es sein, die Verbraucher davon zu überzeugen, dass ein Sprachassistent sinnvoll ist. 60 Prozent der Befragten geben nämlich an, keinen zu benötigen. Ein weiterer signifikanter Teil der Befragten (20 %) äußert starke Bedenken gegenüber der Sicherheit aus den folgenden Gründen:

  • 64 Prozent haben Angst, dass ihre Daten missbraucht werden und sind sich unsicher, wo die Daten gespeichert werden.
  • 53 Prozent haben Bedenken, dass die Kommunikation abgehört wird.
  • 48 Prozent fürchten das Risiko eines Hackerangriffs.
  • 29 Prozent denken, dass Werbetreibende Sprachassistenten zu Werbezwecken ausnutzen.
  • 27 Prozent befürchten, dass das Gerät die Sprachbefehle nicht oder fehlerhaft versteht.
  • 24 Prozent sehen eine ungewollte Aktivierung des Assistenten durch fehlerhaft verstandene Befehle als Problem an (auch durch Kinder möglich).

Wer lauscht mit? Selbst Nutzer haben Bedenken

Das verblüffende Ergebnis: Selbst unter den Befragten, die bereits Sprachassistenten nutzen, geben ganze 40 Prozent an, dass auch sie Bedenken haben. Der Hauptgrund liegt auch hier wieder beim Thema Sicherheit: 77 Prozent von ihnen sagen, dass der Missbrauch der Daten und das Nichtwissen, wo diese gespeichert werden, sie beunruhigt. Für 46 Prozent spielt sowohl das Risiko vor Hackerangriffen als auch die Gefahr, dass die Kommunikation abgehört wird, eine entscheidende Rolle bei der Angabe ihrer Bedenken.

Die Umfrage zeigt deutlich, dass die sichere Nutzung ein zentraler Punkt ist, der deutschen Verbrauchern am Herzen liegt. Da überrascht es nicht, dass 66 Prozent angeben, Bedenken in puncto Datenschutz et cetera müssten noch aus dem Weg geräumt werden, damit die Technik ihren Durchbruch erlebt.

„Alexa & Co, ich wünsche mir…“

Der Entwicklungsaufwand einzelner Lösungen ebenso wie die oft amüsanten und belächelten Sprachfehler von Sprachassistenten deuten an, wie kompliziert die Technologie im Hintergrund wirklich ist. Dennoch sehen die Verbraucher noch mehr Potenzial in den Sprachassistenten:

  • 75 Prozent sagen, dass die Spracherkennung des Assistenten verbessert werden muss.
  • 72 Prozent geben an, dass die Ausführung fehlerhafter Befehle vermieden werden muss.
  • 61 Prozent wünschen sich eine Optimierung fehlerhafter Aktivierungen des Sprachassistenten.
  • 55 Prozent sehen eine Funktionserweiterung als nötig an – insbesondere in Hinsicht auf die Kompatibilität mit anderen Geräten.

Blick in die Zukunft

Die Hersteller arbeiten permanent an der Weiterentwicklung ihrer Sprachassistenten, um bei der „Technologie der Zukunft“ die Nase vorn zu haben. Vielleicht erhören sie die 41 Prozent, die angeben, dass sie sich mehr Unterstützung bei Kaufentscheidungen wünschen.

Ganz nach dem Motto „Alexa, was soll ich heute anziehen“, wäre bei 26 Prozent eine allgemeine Entscheidungshilfe im Alltag beliebt. Und ebenfalls 26 Prozent wünschen sich, dass ihr neuer Freund menschliche Emotionen erkennt und darauf reagieren kann. Doch bis es soweit ist, wird es wohl noch ein wenig dauern.

Dieser Beitrag stammt von unserem Partnerportal Elektronikpraxis.

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