Distri-Award
– Jetzt zur Umfrage!

Suchen

Von UTM zu Industrie 4.0 Der Security-Anbieter Endian schützt Maschinen

| Autor: Michael Hase

Als der Begriff „Industrie 4.0“ aufkam, entwickelte der Südtiroler UTM-Spezialist Endian bereits Lösungen dafür. Jetzt will der Hersteller das Wachstum in Deutschland über Partner vorantreiben.

Firmen zum Thema

Die Energy-Solutions-Sparte von Caterpillar, die weltweit Kraftwerke vertreibt, gehört zu den Referenzkunden von Endian.
Die Energy-Solutions-Sparte von Caterpillar, die weltweit Kraftwerke vertreibt, gehört zu den Referenzkunden von Endian.
(Bild: Caterpillar Energy Solutions)

Die Malware Stuxnet, die im Juli 2010 entdeckt wurde und die Steuerungssysteme von Siemens infiziert hatte, machte schlagartig bewusst, dass Cyber-Kriminelle nicht nur Computersysteme angreifen und ausspähen, sondern auch technische Anlagen sabotieren können. Und das Risiko dafür wächst, je mehr die Vernetzung in Industrie, Energieversorgung, Gesundheitswesen oder Verkehr voranschreitet. Das Internet der Dinge ist verwundbar. „Jedes Gerät, das mit dem Netz verbunden ist, kann angegriffen oder – schlimmer noch – ferngesteuert werden“, betont Raphael Vallazza, CEO des Südtiroler Security-Anbieters Endian.

Der italienische IT-Unternehmer weiß, wovon er spricht. Die Kerntechnologie des Anbieters, Endian Connect, wird mittlerweile von namhaften Industriekonzernen eingesetzt, um beispielsweise Fräsmaschinen, Gasturbinen oder medizintechnische Geräte sicher ans Internet anzubinden. Oft wird mit der Vernetzung die Möglichkeit geschaffen, technisches Equipment aus der Ferne zu überwachen und zu warten.

CEO Raphael Vallazza gründete Endian im Jahr 2003 in Eppan.
CEO Raphael Vallazza gründete Endian im Jahr 2003 in Eppan.
(Bild: Endian)

Das Support-Team von Caterpillar Energy Solutions etwa greift, abgesichert durch Endian Connect, auf Blockheizkraftwerke von Kunden in der ganzen Welt zu, um Störungen zu analysieren und deren Ursache zu beheben. Ähnlich nutzt der Medizintechnik-Hersteller Werfen die Software aus Südtirol zur Instandhaltung diagnostischer Geräte in Kliniken und medizinischen Laboren.

Anstoß durch Kundenanfrage

Die sichere Vernetzung von Maschinen war nicht von Anfang an der Schwerpunkt von Endian. Ursprünglich konzentrierte sich das 2003 gegründete Unternehmen darauf, Software für das Unified Threat Management (UTM) zu entwickeln, die dem klassischen Netzwerkschutz dient. Der Anstoß, den Fokus auf Industrie-Vernetzung zu erweitern, kam 2011 durch einen Kunden. Die Frästechniksparte des Maschinenbau-Konzerns Liebherr sah sich damals nach einer sicheren Fernwartungslösung auf IP-Basis um und fragte deswegen auch bei Endian an.

Von „Industrie 4.0“ redete seinerzeit noch fast niemand. Der frühere SAP-Chef Henning Kagermann hatte den Begriff gerade erst zur Hannover-Messe 2011 geprägt. Für die Südtiroler erwies sich die Liebherr-Anfrage, die zur Entwicklung von Endian Conncect führte, aber als wegweisend. „Im UTM-Markt sind wir nur einer von vielen“, sagt Vallazza. Bei Industrie 4.0 besitzt Endian nach seiner Einschätzung jedoch einen Vorsprung, da der Anbieter inzwischen die Prozesse des produzierenden Gewerbes kennt und über ein ausgereiftes Produkt verfügt.

Endian Connect baut zu jeder Maschine, die mit dem Internet verbunden ist, ein VPN auf und sichert jeden Endpunkt durch ein eigenes Gateway ab. Vallazza hält diesen Aufwand für notwendig. „In einer Welt, in der alles mit allem vernetzt ist, bietet der klassische Perimeter-Ansatz keinen ausreichenden Schutz mehr.“ Zentrale Komponente von Endian Connect ist das so genannte Switchboard, über das sich sämtliche Geräte, Nutzer und Zugriffsrechte verwalten lassen. Kunden können die Management-Konsole entweder lokal im Unternehmen betreiben oder auch als Service aus der Cloud nutzen.

Vertrieb über Partner

Im Vertrieb setzt Endian auf ein indirektes Modell. Hierzulande arbeitet der Hersteller mit rund 30 Partnern zusammen, zu denen ausgewiesene Spezialisten wie Günther Controltechnik (Kaufbeuren), ICO Innovative Computer (Diez), IDS (Ettlingen), Systemhaus SAR (Baesweiler) oder Wehrle & Johnson (Markdorf) gehören. Seit Dezember 2016 nimmt Axel Noack, ehemaliger Channel-Chef des Nürnberger VPN-Spezialisten NCP, bei Endian als Director Business Development die Aufgabe wahr, das Wachstum des Anbieters im deutschsprachigen Raum durch den Aufbau neuer Partnerschaften voranzutreiben.

(ID:44518096)

Über den Autor

 Michael Hase

Michael Hase

Chefreporter