Firmenstrategien: Brocade Der Rotstift tanzt mit neuen Flügeln

Redakteur: Bernd Schöne, Dipl. Phys. Bernd Schöne

Kaum ist die Übernahme von McData endgültig in trockenen Tüchern gibt sich Brocade ein neues Logo und stellt seine überarbeitete Firmenstrategie vor. Vor allem das Hardware-Angebot von McData wird gründlich ausgedünnt. Aber auch Brocade Kunden müssen sich umstellen, denn die Zeiten von Silkworm und Tapestry sind vorbei. Weitere Infos erhalten die Kunden in Hannover, denn zur Feier der Übernahme leistet sich die Firma noch einmal die CeBIT.

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Taube oder Tulpe? Das neugestaltete, brezelförmige Brocade Logo lässt viel Raum für Spekulationen. Immerhin kann man ein gespiegeltes „B“ darin entdecken, eine Anspielung auf den Firmenname und somit auf edlen, vielfach verwebten Stoff. Quelle: Brocade
Taube oder Tulpe? Das neugestaltete, brezelförmige Brocade Logo lässt viel Raum für Spekulationen. Immerhin kann man ein gespiegeltes „B“ darin entdecken, eine Anspielung auf den Firmenname und somit auf edlen, vielfach verwebten Stoff. Quelle: Brocade
( Archiv: Vogel Business Media )

Seit dem 29. Januar 2007 ist die Übernahme von McData durch Brocade nun endgültig unter Dach und Fach, weder Aktionäre noch die US-Börsenaufsicht hatten Einwände. Zusammen mit dem ehemaligen Konkurrenten ist Brocade nun der weltweit größte Anbieter im Bereich von Netzwerk- und Administrationsprodukten für das Speicherumfeld.

Nicht zum ersten Mal istdie 1995 gegründete Firma auf Einkaufstour: Dank prall gefülltem Säckl wanderte 2003 Rhapsody ins Portfolio. Zwei Jahre später folgte Therion, dann Nu-View und 2007 dann Silverback Systems.

Verglichen mit den Vorläufern ist McData allerdings ein gewaltiger Brocken, den das Management erst einmal verdauen muss, ohne den Kundenstamm einer der beiden Companys zu beschädigen. Übernahmen sind nicht zwangsweise eine friedvolle und fruchtbare Vereinigung, am Beispiel Storagetek und Sun wird das besonders deutlich.

Die gesamte Transaktion lief als Aktientausch ab. Aus je einer McData-Aktie,die ab sofort nicht mehr gehandelt werden, wurde ein 0,75-Brocade-Wertpapier. Insgesamt hat die Transaktion 973 Millionen US-Dollar gekostet. Damit bleibt Brocade noch genug Geld, um für 200 Millionen Dollar eigene Shares zurückkaufen zu können.

Gleichzeitig mit dem Abschluss der Übernahme veröffentlicht Brocade eine detaillierte Produktlinie und Roadmap.

Markennamen verschwinden

Eingeführte Markennamen wie „Silkworm“, „Tapestry“ (Brocade) oder „Intreprid“ (McData) verschwinden. Die Kunden haben es nun mit dem Brocade 48000 Director zu tun, dem Brocade 4900 Switch oder dem Brocade Fabric Manager. Vor allem das Blech hat bei McData die Zukunft hinter sich.

Alles halb so schlimm, sagt die Firma. „Alle abgekündigten Produkte werden noch volle 5 Jahre unterstützt“, beruhigt Heiko Schrader, Country Sales Manager bei Brocade Deutschland.

Außerdem sollen die Switche von Brocade, die ab sofort im Zentrum der vereinigten Firmen stehen werden, per Software-Update zu den McData-Produkten voll interoperabel werden. Demnach bieten sie also nicht nur den minimalen Leistungsumfang, sondern werden „Native-McData“-fähig.

Sofort eingestellt

Die Produktion der McData-Switche 4400 und 4700 wird noch in diesem Jahr eingestellt. Ebenso schnell geht es mit den Blade-Switches von McData zu Ende, die innerhalb von sechs Monaten auslaufen.

Bis zum Beginn des Jahres 2008 ist Brocade Fabric Manager zu erhältlich. Ab sofort firmiert die frühere Management Software McData EFCM unter dem Brocade Logo und ersetzt das ursprüngliche Produkt der Firma.

Aus für ASM

Im Bereich SAN schlägt ebenfalls in diesem Jahr die Stunde für McData 1620 und 2640. Die Blades 7500 und FR4-18i von Brocade werden zur strategischen Plattform des Unternehmens für die Zukunft.

Bei den Applikationen trifft es McDatatas ASM (Apllication Service Module). Es fliegt aus dem Angebot und wird durch Brocades AP7420 ersetzt, wobei Mitte des Jahres bereits ein Nachfolger auf den Markt kommen soll.

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