GfK-Konsumklimastudie Der Optimismus der Deutschen schwächelt

Autor: Heidemarie Schuster

Die Verbraucherstimmung in Deutschland ist im Februar nicht mehr ganz so gut wie noch im Januar. Die Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung gehen zurück. Für den Monat März liegt die Prognose für das Konsumklima bei 10,0 Punkten nach 10,2 Zählern im Februar.

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Der neue US-Präsident Donald Trump und die steigende Inflation drücken auf die Stimmung der Konsumenten.
Der neue US-Präsident Donald Trump und die steigende Inflation drücken auf die Stimmung der Konsumenten.
(Bild: Pixabay)

Laut der GfK-Konsumklimastudie haben der Regierungswechsel in den USA und die zuletzt deutlich gestiegene Inflation der überaus guten Konsumstimmung im Februar einen Dämpfer versetzt.

Konjunkturerwartung

Nach vier Anstiegen in Folge muss die Konjunkturerwartung nun deutliche Einbußen hinnehmen und sinkt um 11,9 Zähler auf 9,7 Punkte. Damit sind die Gewinne aus den vergangenen vier Monaten wieder nahezu vollständig ausgeglichen, erklärt die GfK. Dennoch sei die Konjunkturstimmung im Jahresvergleich noch immer gut und liegt sechs Zähler über dem Vorjahresniveau.

Offenbar sorgt die Politik des neuen US-Präsidenten für Verunsicherung und leichte Konjunktursorgen bei den deutschen Konsumenten. Die Pläne Donald Trumps, den Protektionismus zu verstärken, lässt vor allem bei Beschäftigten stark exportorientierter Industrien, wie der Automobil- und Maschinenbausparte sowie der chemischen Industrie, Zweifel an der Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes aufkommen.

Dabei kann laut GfK die deutsche Wirtschaft auf ein überaus erfolgreiches Jahr 2016 zurückblicken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent gestiegen. Dies ist das stärkste Wachstum seit fünf Jahren. 2011 betrug es 3,7 Prozent.

Einkommenserwartung

Neben dem Konjunkturindikator verliert auch die Einkommenserwartung in diesem Monat und sinkt um 10,2 Punkte auf 48,1 Zähler. Damit liegt der Indikator nun unter seinem Vorjahreswert.

Zu den Gründen für diese Entwicklung zählt der GfK zufolge die anziehende Inflation. Steigende Preise – vor allem für Energie – würden dafür sorgen, dass die Kaufkraft der Konsumenten geschmälert wird. Höhere Kosten für Benzin und Heizöl zum Beispiel würden außerdem dazu führen, dass weniger finanzielle Mittel für andere Zwecke zur Verfügung stehen. Die realen Einkommen werden von einer zuletzt im Januar gemessenen Inflationsrate von 1,9 Prozent belastet, heißt es in der Kosumklimastudie.

Anschaffungsneigung

Im Sog rückläufiger Einkommensaussichten muss auch die Anschaffungsneigung Einbußen hinnehmen. Mit einem Minus von sechs Zählern fallen die Verluste jedoch laut GfK vergleichsweise moderat aus. Aktuell weist der Indikator 51,6 Punkte auf. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steht damit ein kleines Minus von gut einem Zähler zu Buche.

Trotz des leichten Rückgangs bleibt die Anschaffungsneigung laut GfK insgesamt auf einem überaus hohen Niveau. Die Kauflaune der Konsumenten sei nach wie vor ungebrochen. Dafür würden vor allem der stabile Arbeitsmarkt und damit einhergehend eine geringe Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes sorgen. Die Entwicklung der kommenden Monate werde zeigen, ob sich in Bezug auf die Anschaffungsneigung ein nachhaltig rückläufiger Trend entwickelt.

Konsumklima

Nach 10,2 Zählern im Februar prognostiziert die GfK für März einen leichten Rückgang des Konsumklimas auf 10,0 Punkte. Damit muss der Gesamtindikator nach drei Anstiegen in Folge wieder Einbußen hinnehmen. Trotz des moderaten Rückgangs bleiben die Konsumenten in Kauflaune, auch wenn ihr Optimismus etwas weniger ausgeprägt ist.

GfK-Prognose für den privaten Konsum

In ihrer am 9. Februar veröffentlichten Prognose geht GfK davon aus, dass die realen privaten Konsumausgaben in diesem Jahr um 1,5 Prozent steigen. Damit wächst der Konsum im Gleichklang mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland, für die ein ähnliches Wachstum prognostiziert wird.

Auch 2017 wird der private Konsum einen wichtigen Beitrag für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland leisten. Dennoch gibt es eine ganze Reihe von Risiken, die das Konsumklima in diesem Jahr ernsthaft gefährden können. Zu den Unsicherheiten zählen in diesem Zusammenhang der künftige wirtschaftliche Kurs der USA unter dem neuen US-Präsidenten, eine steigende Inflation, die bevorstehenden Brexit-Verhandlungen sowie der ungewisse Ausgang der Wahlen in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland sowie möglicherweise in Italien.

Zur Studie

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucher-Interviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 durchgeführt.

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