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Univention Summit 2013 in Bremen Der Open-Source-Anbieter Univention wird zum Cloud-Player

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Michael Hase / Michael Hase

Univention richtet sein Portfolio auf die Cloud aus: Der Bremer Infrastrukturspezialist stellt seine Software-Produkte zunehmend auch als Service bereit und bindet zugleich Applikationen Dritter in das Modell ein.

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Univention-Geschäftsführer Peter Ganten (rechts) und Sales-Chef Cord Martens haben den Vertrieb inzwischen konsequent auf den Channel ausgerichtet.
Univention-Geschäftsführer Peter Ganten (rechts) und Sales-Chef Cord Martens haben den Vertrieb inzwischen konsequent auf den Channel ausgerichtet.
(Univention)

Open Source steht für Transparenz: Der Bremer Anbieter Univention hat daher seinen Partnern zum Jahresauftakt einen detaillierten Ausblick auf die Produktstrategie für 2013 gegeben. Dabei drehte sich auf dem Univention Summit 2013 nahezu alles um die Cloud. Unter anderem kündigte der Linux-Spezialist für das zweite Quartal ein Service-Angebot an, das sich an Kleinunternehmen richtet. Es kann von Kunden direkt bestellt, soll aber auch über Partner vertrieben werden.

Einen Schwerpunkt bildete auf dem Bremer Summit die Präsentation des neuen App Centers, das der Anbieter im Dezember mit Version 3.1 des Univention Corporate Servers (UCS) veröffentlichte. Mit dem Tool lassen sich Applikationen Dritter einfach per Mausklick auf der Server-Plattform installieren und in Betrieb nehmen. Das zentrale Management ermöglicht eine einheitliche Domänen- und Benutzerverwaltung, gleichgültig ob eine Anwendung in einer klassischen IT-Umgebung oder bei einem Service-Provider in der Cloud bereitgestellt wird.

13 Technologiepartner haben bereits Anwendungen in das App Center integriert. Dazu zählen das Dokumentenmanagement-System Agorum Core, die VoIP-Software Asterisk, die Groupware Open-Xchange, die Filesharing-Plattform Owncloud, die Backup-Software SEP Sesam oder SugarCRM. Peter Ganten, Gründer und Geschäftsführer von Univention, rechnet damit, dass sich die Zahl der Applikationen bis Jahresende auf rund 50 erhöhen wird.

Shop-Konzept in Arbeit

In den kommenden Monaten wird Univention das Tool um ein Abrechnungssystem erweitern, sodass Anwender die Applikationen direkt über das App Center einkaufen können. „Die Entwicklung geht in Richtung Shop-Konzept“, erläutert Ganten im Gespräch mit IT-BUSINESS.

UCS selbst können Kunden bereits seit dem vergangenen November in der Cloud nutzen. Die Provider Plutex aus Bremen und Sachsen DV aus Leipzig betreiben die Plattform seither in ihren Rechenzentren. Außerdem wird der IT-Konzern Fujitsu die Univention-Software voraussichtlich ab Ende Februar als Service bereitstellen und im nächsten Schritt über seinen Fujitsu Cloud Store anbieten.

Bei Infrastruktur-Lösungen kommt es nach Gantens Überzeugung heute entscheidend darauf an, dass sie das Management von Cloud-Services und klassisch betriebener Software mit einer Oberfläche unterstützen. Denn Unternehmen würden ihre IT nicht über Nacht komplett in die Cloud verlagern. „Die Entwicklung vollzieht sich vielmehr stetig und in Ruhe, aber sie ist nicht mehr aufzuhalten.“

Den Vertrieb erfolgreich in Richtung Channel gedreht

Seit zwei, drei Jahren registriert Univention ein stetig wachsendes Kundeninteresse und eine zunehmende Zahl von Anfragen. Im vergangenen Jahr steigerte der Software-Anbieter die Erlöse aus dem Neugeschäft um rund 25 Prozent. Die Zahl der Neukunden verdoppelte sich sogar. Dass das Umsatzwachstum dabei nicht höher ausfiel, lag nicht nur daran, dass die Bremer tendenziell kleinere Kunden gewannen. Sie hatten zuvor auch ihre Preise in einigen Bereichen deutlich gesenkt.

2002 gegründet, richtete sich Univention mit seinen Linux-Lösungen ursprünglich an größere Unternehmen, die vor allem direkt betreut wurden. Seit 2007 drehte Vertriebsleiter Cord Martens das Geschäft erfolgreich in Richtung Channel. Mehr als 95 Prozent der neuen Verträge wurden 2012 über Partner abgeschlossen.

Partner ergänzen Produktgeschäft um eigene Services

Aktuell kommen die Bremer auf rund 900 Unternehmen, die UCS kommerziell nutzen. Univention-Kunden haben üblicherweise zwischen 40 und 3.000 IT-Arbeitsplätze. „Für Partner wird der Vertrieb von UCS vor allem dann interessant, wenn sie eigene Services mitverkaufen können“, berichtet Ganten. Bei kleinen Betrieben, die für solche Dienstleistungen kaum Budget haben, lohne sich der Aufwand für Systemhäuser in der Regel nicht.

Zum Univention-Channel gehören insgesamt rund 150 Partner: acht Premium-Partner, mehr als 40 Partner und etwa 100 Reseller. In einigen Regionen, vor allem in Bayern, könnten die Norddeutschen nach den Worten des Geschäftsführers noch den ein oder anderen zusätzlichen Partner oder Premium-Partner gut gebrauchen. □

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