Feiern in Aachen Der Netzwerker Lancom hat Geburtstag

Redakteur: Katariina Hoffmann-Remy

In einer Zeit, die von Massenentlassungen geprägt ist und in der Arbeitskraft immer geringer geschätzt wird, hörte man jetzt einmal wieder Positives von einer IT-Firma: Lancom feiert fünfjähriges Bestehen und bedankt sich dafür bei seinen Mitarbeitern.

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Für Ralf Koenzen (l.) lautet die Maxime: Früh auf neue Technologien einsteigen, aber nicht auf Kosten der Qualität.
Für Ralf Koenzen (l.) lautet die Maxime: Früh auf neue Technologien einsteigen, aber nicht auf Kosten der Qualität.
( Archiv: Vogel Business Media )

Vor 15 Jahren, da feierten aufstrebende IT-Hersteller und Distributoren noch täglich neue Umsatzrekorde. Roherträge von über 20 Prozent waren die Regel, die Stimmung stets bestens. Auf einem kürzlich veranstalteten Großtreffen ehemaliger Computer 2000-Mitarbeiter war denn auch der besondere „Spirit“, den man damals zu verspüren glaubte, ein beliebtes Gesprächsthema.

Dann allerdings brachen die harten Zeiten an. Über-Distribution, Preisdruck, Margenverfall und vielerorts auch Konzeptlosigkeit zeigten Wirkung. Im Distributionsbereich mussten sich junge Manager, die bis dahin leichtes Spiel gehabt hatten, plötzlich im Krisenmanagement bewähren lernen. Herstellerfirmen blieben nicht verschont und meldeten zahlreich Konkurs an.

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Einer der Verlierer: Elsa

Auch die Firma Elsa, einst Anbieter von Netzwerkprodukten wie Modems, Routern, Switches und Grafikkarten, musste damals aufgeben. Jedoch nahmen zwei beherzte Manager namens Ralf Koenzen und Ulrich Prinz die Herausforderung an und wagten – ungeachtet der gerade geplatzten Dotcom-Blase – 2002 auf der Asche der Elsa eine Neugründung. Mit Erfolg, denn gestern beging die damals gegründete Firma Lancom ihr fünfjähriges Bestehen. Zum Festakt in Aachen waren rund 120 Partner, Reseller und Vertreter der Politik geladen.

Der richtige Geist

Und hier tauchte es wieder auf, das Zauberwort: Einer der Finanzinvestoren von Lancom wünschte den Unternehmensgründern und Mitarbeitern in seiner Festrede, den Spirit hin zu bekommen, mit dem die Herausforderungen der nächsten Jahre zu meistern seien. Der richtige Geist ermögliche es, Misserfolg nicht hin zu nehmen, sondern das Schicksal in die Hand zu nehmen, mit Unbefangenheit an Probleme heran zu gehen und kreative Fragen zu stellen.

Mit mittlerweile 100 Mitarbeitern hat Lancom heute die Chance, in den nächsten fünf und mehr Jahren kreativ auf die Herausforderungen der Netzwerkbranche zu reagieren.

Konzept bleibt

Dabei will das Unternehmen seinen Grundsätzen, wie kostenlose Softwareaktualisierung für Kunden, Fertigung in Deutschland und nicht zuletzt indirekter Vertrieb über Reseller und Systemhäuser, treu bleiben: „Viele Hersteller tändeln mit dem Direktgeschäft“, weiß Festredner und Ex-Ingram-Chef Michael Kaack aus Erfahrung. Und lobt: „Lancom ist immer straight geblieben“.

Die Lancom-Macher hätten beim Vorgänger Elsa zudem „gelernt, was man falsch machen kann“. Lancom habe daher, anders als viele andere Hersteller, nicht nur auf volle Lager bei seinen Distributoren gedrängt, sondern sich stets darüber Gedanken gemacht, wie die Distributoren die Ware auch verkaufen könnten.

Personal aufstocken

Die kommenden Aufgaben will Lancom mit verstärkter Mannschaft angehen. Das Unternehmen plant daher, weitere Fachleute in den Bereichen Entwicklung, Marketing, Vertrieb und Support einzustellen.

Glückwunsch zum Geburtstag, Lancom!

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