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BITMi-Präsident Grün: „Die meisten IT-Mittelständler können kein Cloud“

Der IT-Mittelstand bedient die Nischen

| Redakteur: Ulrike Ostler

Inwieweit beschäftigt sich der BITMi mit Rechenzentren und Rechenzentrumstechnik?

Oliver Grün: Zunächst begreifen wir IT als Querschnittstechnologie. Doch Sicherheit ist eines der wichtigsten Herausforderungen für die Daten und Datentechnik. Und damit ist die relative Sicherheit, die Deutschland als IT-Standort bieten kann, ein Argument für Rechenzentren in Deutschland.

Tatsächlich gehören unserem Verband auch einige Rechenzentrumsbetreiber an, zum Beispiel IT-Systemhäuser, die selbst einen kleineren Rechenzentrumsbetrieb aufrecht halten. Selbst wir bei der Grün Software AG, mit rund 100 Mitarbeitern an den Standorten Aachen, Berlin, Wien und Bratislava, unterhalten rund 200 Server, um Speziallösungen für unterschiedliche Branchen anzubieten.

Eigentlich wäre Deutschland ein super Standort für Rechenzentren, auch und insbesondere für mittelständische Betreiber …

Aber?

Oliver Grün: … wenn nur die vergleichsweise hohen Energiekosten nicht wären. 15 Cent pro Kilowatt beträgt der aktuelle Preis. In unsren Nachbarländern aber zum Teil nur 8 Cent. Die Energiekosten sind der größte Kostenblock. Da es immer gleichgültiger wird, wer und aus welcher Ecke ein IT-Dienst angeboten wird, ist es schwierig in dem IT-Betreiber-Markt, also: beim Hosting, mitzuhalten. Ganz anders sieht das bei den Fach-Prozessen aus. Hier ist der flexible Mittelstand im Vorteil.

Wie definieren Sie „Fach-Prozess“?

Oliver Grün: Sie setzen oberhalb von Grund-Services auf, die durch Betriebssysteme, Virtualisierungssoftware und Datenbank-Funktionen bereitgestellt werden. Das sehe ich nicht als Domäne des deutschen IT-Mittelstandes.

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Person Oliver Grün

Dessen Kunden sind häufig ebenfalls Mittelstandskunden, die jedoch in ihrem Segment führend sind. Dazu ein Beispiel: Nach einer Studie von Pierre Audoin Consultants (PAC) setzen Firmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern zu 80 Prozent SAP ein. In Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern setzen mehr als die Hälfte Software von „sonstigen Anbietern“ ein, solchen, denen die Gartner-Analysten schon seit 1995 bescheinigen, dass sie nicht überleben werden. Genau das sind wir.

IT-Mittelstand bedeutet also Nischenanbieter?

Oliver Grün: Genau. Wir sind die Enabler für Nischenmarktführer.

Allerdings sagen die Marktanalysten, die Zeit der linearen (Fach-)Prozesse, die sich in Fachanwendungen gießen ließen, sei vorbei. Heute spricht man von IT-Netzen und Cloud.

Oliver Grün: Hier hat der deutsche IT-Mittelstand in der Tat ein Nachholbedürfnis. Die Anwendungen müssen erst noch Cloud-fähig gemacht werden, und zwar bei der Mehrzahl der Verbandsmitglieder.

Doch das bedeutet nicht nur Aufwand, sondern auch eine Chance für den IT-Mittelstand. So müssen die eigenen Spezialisten, wenn es denn geschafft ist, die eigene IT als Service anzubieten oder anbieten zu lassen, nicht mehr unbedingt zum Kunden fahren, um Betreuungs- und Wartungsaufgaben wahrnehmen zu können.

Der Cloud-Hype ist allerdings schon passé.

Oliver Grün: Es gibt immer einen Zeitversatz. Für den Mittelstand müssen erst die Anwender da sein.

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